Ljudmila Iwanowna Tschernych (, wiss. Transliteration ; englische Schreibweise: Lyudmila Ivanovna Chernykh; * 13. Juni 1935 in Schuja, Oblast Iwanowo; † 28. Juli 2017Forum auf www.mao.kiev.ua, abgerufen am 1. November 2017) war eine sowjetische bzw. russische Astronomin, die vor allem durch die systematische Beobachtung und Entdeckung von Asteroiden bekannt wurde.

Leben 1959 schloss Tschernych ihr Studium am Staatlichen Pädagogischen Institut in Irkutsk ab. Anschließend arbeitete sie bis 1963 im dortigen Labor für Zeit und Frequenz des Allunions-Forschungsinstituts für physikalisch-technische und radiotechnische Messungen, wo sie unter anderem astrometrische Beobachtungen für den Zeitdienst vornahm. Dort arbeitete sie mit dem Astronomen Nikolai Stepanowitsch Tschernych (1931–2004) zusammen, den sie später heiratete.

Ab 1964 waren beide am Aufbau eines Programms zur Beobachtung kleiner Planeten an der Krim-Astrophysikalischen Sternwarte beteiligt. Ende Dezember 1964 erhielt Ljudmila Tschernych dort eine feste Stelle als Astronomin und Beobachterin des Instituts für Theoretische Astronomie der sowjetischen Akademie der Wissenschaften; damit entstand eine eigene Krim-Gruppe zur systematischen Beobachtung von Asteroiden. Von 1964 bis 1998 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Theoretische Astronomie und arbeitete am Krim-Observatorium.

Astronomische Arbeit Die Krim-Gruppe nutzte einen fotografischen 40-Zentimeter-Doppelastrographen und bestimmte damit die Positionen bekannter sowie zuvor nicht katalogisierter kleiner Planeten. Hauptaufgabe des Programms war die astrometrische Unterstützung der Ephemeridenberechnungen des Instituts für Theoretische Astronomie; in den ersten Jahren wurden dabei zahlreiche zuvor verlorene Asteroiden wiedergefunden und die Bahnen bekannter Objekte präzisiert.

Der erste im Rahmen des Krim-Programms entdeckte Asteroid war (1737) Severny, den Tschernych am 13. Oktober 1966 beobachtete. Insgesamt werden ihr 268 Asteroidenentdeckungen zugeschrieben.Minor Planet Discoverers Zu den von ihr entdeckten Asteroiden gehören (1772) Gagarin, (1855) Korolev, (2127) Tanya, (2142) Landau, (2205) Glinka, (2467) Kollontai, (2489) Suvorov, (2807) Karl Marx, (2877) Likhachev, (3147) Samantha und der Apollo-Asteroid (2212) Hephaistos.

Mehrere der von ihr entdeckten Kleinplaneten wurden nach Wissenschaftlern, Kulturschaffenden oder historischen Persönlichkeiten benannt. Dazu gehören Asteroiden, die später Namen zu Ehren des Schriftstellers Walentin Rasputin sowie der mit den Dekabristen verbundenen Marija Wolkonskaja und Jekaterina Trubezkaja erhielten.

Benennungen und Würdigung Den 1982 von ihr entdeckten Asteroiden (4196) Shuya benannte Tschernych nach ihrer Geburtsstadt Schuja; die Benennung widmete sie ihren Eltern Jekaterina Iljinitschna und Iwan Mokejewitsch Truschetschkin. 1996 wurde sie Ehrenbürgerin ihrer Geburtsstadt.

Der tschechoslowakische Astronom Antonín Mrkos benannte den von ihm 1979 entdeckten Asteroiden (2325) Chernykh nach dem Astronomenehepaar Tschernych. Tschernych benannte außerdem den von ihr 1973 entdeckten Asteroiden (6619) Kolya nach ihrem Ehemann Nikolai, der 2004 starb. In ihrer Heimatregion wird sie bis heute auch wegen der zahlreichen von ihr entdeckten und benannten Himmelskörper gewürdigt.

Weblinks Veröffentlichungen von L. I. Chernykh im Astrophysics Data System Людмила Ивановна Черных Kurzbiografie beim Sternberg-Institut der Lomonossow-Universität (russisch) Черных, Людмила Ивановна Biografie auf der Website von Schuja (russisch)

Einzelnachweise

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