[{"type": "ExternalData","service": "geoshape","ids": "Q889331,Q896548,Q1498876,Q149887,Q1540983,Q1545611,Q1551610,Q1123435,Q1500286,Q22692129,Q1569455,Q1587170,Q1366160,Q1589143,Q1721221,Q1568369,Q1900769,Q1952108,Q1980705,Q109433032,Q1558022,Q2134380,Q2237951,Q2265249,Q2360651,Q2542675,Q2560025,Q1335737,Q243843,Q2308574,Q2176447","properties": {"fill": "#1E90FF"}}] mini|Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt, der größte See des Seenlandes mini|Goitzschesee in Sachsen-Anhalt mit Pegelturm, der zweitgrößte See mini|Seerundfahrt auf dem Zwenkauer See, dem drittgrößten des Seenlands, Sachsen

Das Mitteldeutsche Seenland ist eine Region in Mitteldeutschland mit zahlreichen künstlichen Seen, die nach der Flutung von Tagebauen des Mitteldeutschen Braunkohlereviers entstanden sind. Das Gebiet umfasst 20 Seen im Nordwesten Sachsens und 13 Seen im Süden Sachsen-Anhalts sowie einen See im Nordosten Thüringens. Einige Seen im unmittelbaren Umfeld von Leipzig werden wegen des besonderen Bezuges und der Stadtnähe zu Leipzig als Leipziger Neuseenland bezeichnet.

Die Gesamtfläche der Seen wird nach Beendigung noch andauernder Flutungen 175 km² betragen.Mitteldeutsche Seenlandschaft. Sonderheft der Leipziger Blätter, S. 7. Das Mitteldeutsche Seenland wird damit eine der größten Seenlandschaften Deutschlands. Der im Süden Sachsen-Anhalts gelegene Geiseltalsee war mit einer Fläche von 1850 Hektar bis zur Vollendung des Cottbuser Ostsees (Fläche 1900 Hektar) der flächenmäßig größte künstliche See Deutschlands. Mit 423 Millionen Kubikmeter Wasserinhalt ist der Geiseltalsee darüber hinaus der wasserreichste künstliche See Deutschlands und Platz 9 in der Liste der wasserreichsten Seen Deutschlands insgesamt (hinter dem Königssee und vor dem Schaalsee).

An den Ufern und in der Umgebung der Seen entstanden bereits zahlreiche Freizeit- und Erholungsgebiete. Der Ausbau ist noch nicht abgeschlossen. Der vor allem werblich genutzte Begriff „Sächsisches Seenland“ wurde von der Tourismusindustrie geprägt.

Geschichte mini|Luftbild von Ferropolis, Sachsen-Anhalt Mitte des 19. Jahrhunderts setzte mit der Erschließung des Brennstoffes Braunkohle die industrielle Entwicklung der Region ein. Im 20. Jahrhundert entstanden in unmittelbarer Nähe Standorte der Braunkohle-Chemie, für die der Begriff Mitteldeutsches Chemiedreieck stand. Vor 1990 förderten 20 Tagebaue rund 150 Millionen Tonnen Braunkohle, die in zahlreichen Kraftwerken, Brikettfabriken und Schwelereien verstromt oder veredelt wurden. Die Straße der Braunkohle verbindet die historischen Stätten der Kohlegewinnung, in denen über 100 Sachzeugen zwischen Bitterfeld, Delitzsch, Leipzig, Borna, Altenburg und Zeitz an den Kohleabbau erinnern. Die ehemaligen Industrieanlagen wurden in Kultur- und Freizeiteinrichtungen mit gastronomischen Betrieben umgestaltet. Die ehemaligen Abbaumethoden können im noch aktiven Tagebau Vereinigtes Schleenhain oder in Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, besichtigt werden.

Natur mini|Hochwasserschutz in Sachsen: Einleitbauwerk zum Zwenkauer See Große Teile der ehemaligen Tagebaue blieben viele Jahre lang der natürlichen Sukzession überlassen. Es entwickelte sich ein Mosaik aus Feucht- und Trockenstandorten. Zahlreiche gefährdete Tier- und Pflanzenarten wie Orchideen und Amphibien siedelten sich an. Die Reste der alten Kulturlandschaft mit einer ausgeprägten Auenstruktur der Flüsse Weiße Elster und Pleiße ziehen sich wie ein Band bis in das Zentrum der Großstadt Leipzig.

Hochwasserschutz Die Tagebaue haben natürliche Überflutungsflächen der Weißen Elster zerstört, durch das Einleitbauwerk zwischen diesem Fluss und dem Zwenkauer See wird der See als neue Überflutungsfläche genutzt.

Kultur mini|Ausstellungspavillon am Kap Zwenkau, Sachsen mini|Bergbau-Technik-Park in Sachsen, 2006

Vergangenheit Das Mitteldeutsche Seenland besitzt eine hohe Dichte kulturhistorischer Zeugnisse und Erinnerungsorte. In Markkleeberg liegt der mit 280.000 Jahren älteste urgeschichtliche Fundort Sachsens. In Kirchen findet man die ältesten Orgeln Sachsens aus den Werkstätten von Gottfried Silbermann, Zacharias Hildebrandt, Gottfried Richter und Urban Kreutzbach. In Altranstädt wurde 1706 der Altranstädter Friede geschlossen, mit dem August der Starke den Verzicht auf die polnische Krone unterzeichnen musste. Die bekannteste militärische Auseinandersetzung in diesem Raum war die Völkerschlacht bei Leipzig im Jahr 1813, mit der Napoleons Untergang eingeleitet wurde.

Gegenwart Am Kap Zwenkau des Zwenkauer Sees wird im Ausstellungspavillon im Modell ein technikgeschichtliches Monument – die Abraumförderbrücke 18 im Tagebau Zwenkau – gezeigt. Der „Bergbau-Technik-Park“ stellt im Informationsverbund zur Braunkohlengeschichte zwei Bergbaugroßgeräte vor.

Seit 2010 findet das Highfield-Festival am Störmthaler See statt. Die Kunstinstallation „Vineta“, eine schwimmende Insel im Störmthaler See, erinnert an die Kirche des überbaggerten Ortes Magdeborn.

mini|Verbindung zwischen dem Störmthaler und dem Markkleeberger See, Sachsen

Freizeit und Wassersport Im Seenland befinden sich der Freizeitpark Belantis, der Modellbaupark in Markkleeberg und die Kohlenbahn auf der Strecke von Meuselwitz nach Regis-Breitingen. Es entwickelt sich ein Zentrum des Wassersports; es ist möglich, auf den neuen Seen mit dem Kanu vom Cospudener See über den Auwald bis in die Innenstadt Leipzigs zu fahren. Im Mai 2013 wurde die Verbindung zwischen dem Störmthaler und dem Markkleeberger See eingeweiht. Ferner bestehen gute Voraussetzungen für Tauchen, Segeln, Windsurfen, Kite-Surfen, Wakeboarden und Wasserski. Am Ostufer des Markkleeberger Sees besteht im Kanupark Markkleeberg seit 2006 eine Kanu-Slalom-Wildwasserstrecke mit zwei unterschiedlich langen Bahnen mit veränderbarer Strömungsgeschwindigkeit für Kanusportler zur Verfügung.

Zukunftsaussichten Zu den noch auszuführenden Projekten gehört ein touristischer Gewässerverbund, der die Seen im Süden von Leipzig durch künstliche, schiffbare Kanäle miteinander verbindet und bis in die Stadt Leipzig führt. Erstes Teilstück ist die Strecke Leipzig–Cospudener See.Gewässerverbund

2015 wurde die Verbindung des Karl-Heine-Kanals mit dem Lindenauer Hafen fertiggestellt. Das 2015 vorgelegte Tourismuswirtschaftliche Gesamtkonzept für die Gewässerlandschaft im mitteldeutschen RaumEndbericht "Tourismuswirtschaftliches Gesamtkonzept für die Gewässerlandschaft im mitteldeutschen Raum" führt zehn Leuchtturmprojekte an, wobei die weitere Verbindung über den Elster-Saale-Kanal zur Saale eines dieser Projekte darstellt.

mini|Göhrener Insel im Störmthaler See, dem viertgrößten See, dahinter das Kunstobjekt Vineta, Sachsen mini|Seelhausener See in Sachsen und Sachsen-Anhalt, der fünftgrößte See ist Nachbar des Goitzschesees mini|Muldestausee in Sachsen-Anhalt, schon 1976 geflutet, ist der sechstgrößte See mini|Lagune Kahnsdorf des Hainer Sees, dem siebtgrößten See, Sachsen mini|Blick über den Gremminer See in Sachsen-Anhalt, dem achtgrößten See, auf Ferropolis mini|Werbeliner See in Sachsen, der neuntgrößte See

Übersicht der Seen im Mitteldeutschen Seenland Name (und Lage) Land Endgrößein HektarFlutung NutzungBockwitzer See () Sachsen 168 1995–2004 vorrangig dem Naturschutz vorbehaltenCospudener See () Sachsen 436 1993–2000Badestrände, Wassersport und FreizeitzentrumGeiseltalsee () Sachsen-Anhalt 1842 2003–2011Wassersport, Badesee, FreizeitGrabschützer See () Sachsen 130 1997–2022VogelschutzgebietGremminer See () Sachsen-Anhalt 541 2002–2012Museum und Veranstaltungsort FerropolisGröberner See () Sachsen-Anhalt 374 2003–2013Wassersport, Gastronomie, Wohnmobil-Stellplatz, ResortbetriebGroßer Goitzschesee () Sachsen-Anhalt 1331 1999–2002Wassersport, Freizeit, LandschaftskunstGroßkaynaer See () Sachsen-Anhalt 255 1996–2012Wassersport, Erholung, NaturschutzGroßstolpener See () Sachsen 28 1992–1998Strandbad und GastronomieHainer See () Sachsen 560 1999–2010Wassersport und Freizeitzentrum (geplant)Harthsee () Sachsen 88 1985–1996Badesee, Gastronomie, CampingplatzHaselbacher See () Sachsen 334 1993–2002Wassersport, BadeseeHasse () Sachsen-Anhalt 261978–1979Campingplatz, StrandbadHaubitzer See () Sachsen 158 1999–2006Wassersport und Freizeitzentrum (geplant)Holzweißiger See () Sachsen-Anhalt 472005–2006Wassersport, BadeseeKahnsdorfer See () Sachsen 121 1999–2018NaturschutzKulkwitzer See () Sachsen 170 1963–1973Wassersport und FreizeitzentrumLudwigsee () Sachsen-Anhalt 86 1993–2007Badesee, NaturMarkkleeberger See () Sachsen 249 1993–2005Wassersport und FreizeitzentrumMuldestausee () Sachsen-Anhalt 630 1975–1976Natur, Freizeit, Erholung, WassersportNeuhäuser See () Sachsen-Anhalt 155 1998–2006NaturPahnaer See () Thüringen 26 1955–1970Strandbad, Gastronomie, CampingplatzPaupitzscher See () Sachsen 80 1993–2006europaweit bedeutsames Fauna-Flora-HabitatPereser See () Sachsen589 2045–2051Wassersport, Landschaftssee (geplant)Raßnitzer See () Sachsen-Anhalt 315 1998–2002überwiegend für Naturschutz vorbehaltenRunstädter See () Sachsen-Anhalt 233 2001–2003Schladitzer See () Sachsen220 1999–2012Wassersport und FreizeitSeelhausener See () Sachsen 634 2000–2002Badesee, Wassersport, Landschaftssee (geplant)Speicherbecken Borna () Sachsen 265 1964–1980Hochwasserschutz, Fischzucht, Naturschutz, NatursträndeStörmthaler See () Sachsen 733 2003–2012Wassersport, Naturschutz, Kunstprojekte (geplant)Wallendorfer See () Sachsen-Anhalt 338 1998–2004Freizeit, Erholung, NaturschutzWerbeliner See () Sachsen 443 1998–2010VogelschutzgebietWerbener See () Sachsen 79 1998–2000Badesee, Angeln, TauchenZwenkauer See () Sachsen 970 2006–2015Freizeit und Erholung, Natur- und Hochwasserschutz (geplant)

Siehe auch Lausitzer Seenland

Literatur

Weblinks Tourismusverein Leipziger Neuseenland e. V. Regionaler Planungsverband Westsachsen – Aktuelle Sanierungspläne (GIS-basierte Informationen zur Seenentwicklung in Mitteldeutschland)

Einzelnachweise

Sachsisches Seenland Sachsisches Seenland ! Kategorie:Seengruppe