mini|300px|Blick über den Markt zum ehemaligen Postamt (2011)

Meiningen ist die Kreisstadt des Landkreises Schmalkalden-Meiningen im Südwesten des Freistaates Thüringen. Die Mittelstadt ist der Verwaltungssitz und die größte Stadt des Landkreises und ein Kultur- und Justizzentrum sowie ein bedeutendes wirtschaftliches Zentrum der Region. In der Raumordnung ist Meiningen Teil des funktionsteiligen Oberzentrums Südthüringen. Die erfüllende Gemeinde Meiningen hat Einwohner.Thüringer Landesamt für Statistik (TLS) Einwohnerstand vom .

Die zur länderübergreifenden Region Franken gehörende Stadt liegt an der Werra, besitzt im Stadtzentrum ausgedehnte Parkanlagen und zahlreiche klassizistische Bauwerke. Die noch von den mittelalterlichen Wassergräben der einstigen Stadtbefestigung umschlossene historische Altstadt wird von einem eklektizistischen Stadtviertel und Fachwerkbauten sowie Bürgerhäusern geprägt.

Meiningen wurde als fränkisches Königsgut gegründet und 982 erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1008 gehörte es über ein halbes Jahrtausend zum Hochstift Würzburg und entwickelte sich wegen seiner günstigen Lage bald zur bedeutendsten Stadt im heutigen Südthüringer Raum. Diese Position konnte sie ab 1583 als Verwaltungssitz des Henneberger Landes und ab 1680 als Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Meiningen bis in das 20. Jahrhundert behaupten. Bekannt wurde die Stadt auch durch eine tiefgreifende Theaterreform unter Herzog Georg II. und eine große Blütezeit der Meininger Hofkapelle unter der Führung bekannter Dirigenten wie Hans von Bülow und Max Reger.

Geographie Geographische Lage Meiningen hat eine zentrale Lage in Deutschland und liegt im Werratal am Ostrand der Rhön auf einer Höhe zwischen 280 m und 470 m. Die Stadt grenzt mit dem Ortsteil Henneberg direkt an den Freistaat Bayern und bis zur hessischen Landesgrenze sind es rund 25 Kilometer. Die Stadt wird in ihrer ganzen Länge von Süden nach Norden von der Werra, dem rechten Quellfluss der Weser, durchflossen. Meiningen ist umgeben von einem bewaldeten Hügel- und Bergland mit überwiegend landwirtschaftlich genutzten Tälern und Ebenen. Im Norden und Osten befindet sich das Vorland des Thüringer Waldes, im Westen die Rhön, im Süden schließen sich das Grabfeld und im Südosten das Obere Werratal an.

Meiningen gehört touristisch zum Reisegebiet Rhön mit dem Biosphärenreservat Rhön, zu dem die Ortsteile Herpf, Stepfershausen und Träbes gehören. Bis zur Metropolregion Rhein-Main, die sich bis Fulda ausdehnt, sind es 65 Kilometer. Ihr Zentrum Frankfurt am Main ist 160 Kilometer entfernt. Die nächstgelegenen Großstädte sind die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt (80 km) und das unterfränkische Würzburg (105 km).

Im Jahr 2000 bekam die Stadt den Titel Q-City von der Universität Kaiserslautern unter Führung von Bernd Streich verliehen, die im Auftrag der WDR-Sendung Quarks & Co mit Ranga Yogeshwar eine geowissenschaftliche Studie über den optimalen Standort einer Stadt in Deutschland durchführte. Nach der Auswertung bestimmter wichtiger Kriterien fiel die Wahl auf Meiningen..

Geologie mini|links|Topographie der Kernstadt – Quelle: OpenTopoMap (2015) Die Stadt liegt im Gebiet der Werra-GäuplattenBundesamt für Naturschutz (BfN)., das in Thüringen als Meininger KalkplattenThüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG). bezeichnet wird. Während der DDR-Zeit hieß das Gebiet Meininger Triasland. Die Werra-Gäuplatten sind ein zu den Mainfränkischen Platten gehörendes Muschelkalk-Plattengebiet, das sich nach Südosten entlang der Werra bis in die Nähe von Coburg und südlich bis nach Mellrichstadt sowie in das Grabfeld ausdehnt. Die Mainfränkischen Platten gehören der deutschen naturräumlichen Haupteinheit Südwestdeutsches Schichtstufenland an. Der höchste Berg im Meininger Stadtgebiet ist mit 539 Meter der Hohe Berg beim Ortsteil Stepfershausen. Des Weiteren gehört der Osthang des Gebaberges bei Träbes mit bis zu 750 m Höhenanteil zum Stadtgebiet. Westlich und östlich der Stadt befinden sich Hochebenen zwischen 440 und 480 Meter, die einst ein zusammenhängendes Plateau bildeten, in das sich die Werra und ihre Nebenflüsse mit steilen Abbruchkanten tief eingeschnitten haben. Die Talsohle liegt bei 280 Meter, so dass der Höhenunterschied bis zu 200 Meter beträgt. Bis in die jüngste Erdgeschichte bewirken geologische Kräfte ein allmähliches Abrutschen der Westhänge in das Werratal. So entstand vor rund 20.000 Jahren die Goetz-Höhle, die größte begehbare und für den Tourismus erschlossene Kluft- und Spalthöhle Europas mit bis zu 50 Meter hohen Spalten. Beidseitig flankiert werden die Muschelkalkplateaus von den Bergmassiven Dolmar () und Gebaberg (). Diese acht und zehn Kilometer von Meiningen entfernten Berge sind erloschene, zur Rhön gehörende Vulkane mit Basaltkuppen. In Meiningen beginnt der nach Norden beziehungsweise die Werra flussabwärts führende Naturraum Werraaue Meiningen-Wartha, Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 14. August 2016. beziehungsweise Werraaue Meiningen-Vacha.Die Naturräume Thüringens, abgerufen am 14. August 2016.

Stadtgebiet mini|Marktplatz mit Brunnen Von der Fläche des Stadtgebietes von 123,03 Quadratkilometern sind rund 46 % Wald. Siedlungs- und Verkehrsflächen, die sich überwiegend im Werratal auf einer Höhe zwischen 280 und 400 Meter befinden, nehmen rund 16 % ein. Ortsteil und Gewerbegebiet Dreißigacker sowie das Industriegebiet „Rohrer Berg“ liegen auf rund 450 m hohen Hochflächen westlich und östlich des Tales. Die Kernstadt von Meiningen besitzt ein kompaktes urbanes Stadtbild, dessen bebauter Teil exklusive einzelner getrennter Wohnstätten und Kleingartenanlagen, aber inklusive innerstädtischer Parkanlagen eine Fläche von rund 7 km² einnimmt. Die Einwohnerdichte beträgt hier etwa 2800 Einwohner pro km². Mit den Umlandgemeinden Untermaßfeld, Obermaßfeld-Grimmenthal und Ritschenhausen bildet Meiningen als Zentrum eine Stadtregion beziehungsweise einen Verdichtungsraum.

Stadtgliederung Die Stadt gliedert sich in elf Stadtteile, davon in acht administrative Stadtteile: die Kernstadt, bestehend aus Innenstadt mit historischer Altstadt, Nordstadt, Oststadt, Südstadt, Jerusalem, Helba und Welkershausen sowie die sieben Ortsteile mit Ortsteilverfassung: Dreißigacker, Herpf, Henneberg mit Einödhausen und Unterharles, Stepfershausen mit Träbes, Sülzfeld, Walldorf und Wallbach.

Am 31. Dezember 2022 waren im Melderegister des Meininger Einwohnermeldeamtes 26.017 Bürger mit Hauptwohnsitz aufgeführt (Gebietsstand 1. Januar 2024). Hinzu kamen 1.307 Bürger mit Nebenwohnsitz. Das ist gegenüber von 2021 eine Steigerung von etwa 1 % (HWS) bzw. 4 % (NWS).Stadt Meiningen, Bürgerservice Jahresrückblick 2021, erschienen am 24. März 2022 (PDF 4,4 MB). mini|Übersichtskarte Stadt Meiningen StadtteilHauptwohnsitzNebenwohnsitzEinwohner gesamtFläche in km² Kernstadt Meiningen 19.269 1.072 20.341 34,27 Dreißigacker 1.393 75 1.468 7,11 Henneberg, Einödhausen und Unterharles 581 25 606 13,20 Herpf 863 35 898 18,08 Stepfershausen und Träbes 612 27 639 15,75 Sülzfeld 840 ? 840 17,39 Wallbach 350 7 357 5,07 Walldorf 2.109 66 2.175 12,16 Meiningen (gesamt) 26.017 1.307 27.324 123,03 Quellen: Einwohnermeldeamt der Stadt Meiningen 2022, veröffentlicht am 25. Januar 2023; Stadt Meiningen – Jahresrückblick 2022, veröffentlicht am 31. Mai 2023.

Nachbargemeinden An das Stadtgebiet grenzen beginnend im Norden im Uhrzeigersinn die Städte und Gemeinden: Stadt Wasungen (11 km), Utendorf (4,5 km), Kühndorf (6,5 km), Rohr (6 km), Ellingshausen (4,5 km), Obermaßfeld-Grimmenthal (4,5 km), Untermaßfeld (4 km), Grabfeld (OT Jüchsen, 11,5 km), Stadt Mellrichstadt (Bayern, 17,3 km), Rhönblick (10 km), Unterkatz/Wahns (Wasungen) (12/11 km), Rippershausen (6 km) und Mehmels (9 km). Die Entfernungen sind in Luftlinie zwischen dem Stadtzentrum (Markt) und den jeweiligen Ortsmittelpunkten angegeben.Gemessen mit Geoproxy Thüringen.

Klima Das gegenüber den umliegenden Gebirgszügen der Rhön und des Thüringer Waldes tiefliegende und windgeschützte Werratal sowie die dichte Stadtbebauung sorgen regional gesehen für ein mildes Klima in Meiningen.Flächennutzungsplan Meiningen, Kapitel 2.4.2. Büro für Städtebau Holl, Würzburg, 2005. mini|Wetterstation mit Klimagarten in Dreißigacker Die Kernstadt Meiningen selbst besitzt keine offizielle Wetterstation. Aber im Ortsteil Dreißigacker befindet sich auf einer Hochebene mit 450 m über dem Meeresspiegel und rund 160 Meter über der Kernstadt eine der 164 hauptamtlichen Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Durch diesen Höhenunterschied sind die Temperaturen in der Stadt im Durchschnitt 1,0 °C höher als die in Dreißigacker gemessenen Werte. Dadurch gibt es auch bei der Niederschlagsart insbesondere im Winterhalbjahr und bei den Windgeschwindigkeiten Unterschiede. Die Werte für die Niederschlagssumme und die Sonnenstunden sind dagegen annähernd gleich.

Alle folgenden Wetterdaten sind Messwerte der in Dreißigacker befindlichen Wetterstation 10548 Meiningen (bis 2015 Wetterwarte) des DWD für den 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020, wobei in der dritten Dekade 2011–2020 als Folge der globalen Erwärmung die höchsten Durchschnittswerte für Temperatur (8,9 °C) und Sonnenscheindauer (1607 Stunden) gemessen wurde.

Die Jahresmitteltemperatur beträgt an der Wetterstation Dreißigacker im 30-jährigen Zeitraum von 1991 bis 2020 8,31 °CDeutscher Wetterdienst – Wetterdaten der Wetterwarte 10548 Meiningen von 1991 bis 2020., in Meiningen-Stadt sind es rund 9,3 °C. Zieht man den langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 mit 6,9 °C (Stadt: 8,0 °C) zum Vergleich heran, ist in Meiningen eine Temperatursteigerung von 1,4 °C festzustellen.

Das kühlste Jahr war 1996 mit einer Jahresmitteltemperatur von 6,1 °C, am wärmsten dagegen war es im Jahr 2024 mit 9,99 °C. Der höchste maximale Temperaturwert wurde in Dreißigacker am 27. Juni 2026 mit 36,7 °C gemessen. Am kältesten war es am 12. Februar 2012 mit gemessenen −18,5 °C.

Der jährliche Durchschnittswert für die Niederschlagsmenge ist 648 Millimeter (1961–1990 = 660 Millimeter). Die größte Niederschlagsmenge an einem Tag ergoss sich am 16. August 2015 mit 61,3 mm über die Stadt. Der nasseste Monat war der Oktober 1998 mit 167,2 Millimetern Niederschlag. Dies waren seltene Ausnahmewerte, fachlich „Ausreißer“ genannt. Dagegen konnte der Wetterdienst mehrere extrem trockene Monate vermelden, wobei der Januar 1996 mit 1,1 Millimetern Niederschlag am trockensten war. Die Niederschlagsmenge in Meiningen ist um 40–50 % niedriger als in den nur wenige Kilometer entfernten Mittelgebirgen Rhön und Thüringer Wald, sie liegt auch unter dem deutschen Durchschnittswert von 791 Millimetern (1991–2020).Deutscher Wetterdienst – Wetterdaten für Deutschland.

In der Stadt wurde eine durchschnittliche jährliche Sonnenscheindauer von 1571 Stunden gemessen. Hier ist eine Steigerung von 84 Stunden gegenüber dem Zeitraum 1961–1990 (1487 h) festzustellen. Am längsten schien die Sonne am 19. Juni 2005 mit 16,0 Stunden. Der sonnenreichste Monat mit 324 Stunden war der Juli 2018. Am wenigsten ließ sich die Sonne im Dezember 1993 mit 7,3 Stunden blicken. Das Jahr mit der längsten Sonnenscheindauer war 2003 mit 2045 Sonnenstunden.

Die windgeschützte Lage beschert der Stadt relativ wenige Stürme, kann aber an einzelnen Wintertagen mit Hochdruckwetter zu Inversionswetterlagen führen. Lediglich auf der baumlosen Dreißigackerer Hochebene herrscht öfter stärkerer Wind. Durch die wegen der windgeschützten Tallage gesetzlich geforderte Nutzung von umweltfreundlichen Energien und wegen fehlender Industrie besteht in Meiningen eine gute Luftqualität.

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