Paycheck – Die Abrechnung (Originaltitel: Paycheck) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Actionfilm aus dem Jahr 2003. Der Regisseur war John Woo, das Drehbuch schrieb Dean Georgaris anhand der gleichnamigen Kurzgeschichte des US-amerikanischen Autors Philip K. Dick. Die Hauptrollen spielten Ben Affleck und Uma Thurman.
Handlung Der Ingenieur Michael Jennings beschäftigt sich mit dem Reverse Engineering komplexer technischer Geräte, um diese dann für die Konkurrenz des Herstellers nachzubauen. Danach wird die Zeit der Auftragsbearbeitung, und damit das Wissen über die Funktionsweise der Geräte, aus seinem Gedächtnis gelöscht.
Eines Tages bietet ihm sein Bekannter James Rethrick eine zweistellige Millionensumme. Die Auftragszeit soll diesmal drei Jahre betragen statt wie bisher nur einige Wochen.
Nach Ablauf dieser Zeit und Löschung seines Gedächtnisses erfährt Jennings, dass er vier Wochen zuvor auf das Geld (über 92 Millionen Dollar) verzichtet und stattdessen für sich nur ein Kuvert mit einer kuriosen Sammlung scheinbar wertloser Alltagsgegenstände hinterlassen hat. Er kann das zunächst nicht glauben und versucht herauszufinden, warum er freiwillig auf das Geld verzichtet hat.
Als er vom FBI wegen Verrats und Mordverdachts verhaftet wird, versucht dieses erfolglos, Informationen mithilfe einer Maschine aus seinem Gedächtnis zu extrahieren. Es werden aber einzelne zusammenhangslose Bilder aus den drei Jahren rekonstruiert. Jennings kann dem FBI mit Hilfe der Zigaretten aus dem Kuvert entkommen, die einen Feueralarm auslösen. Ein anderes Mal hilft ihm ein Motorradschlüssel, seine Flucht fortzusetzen. Sowohl das FBI als auch Allcoms Sicherheitschef Wolfe jagen Jennings nun. Nach und nach helfen ihm die Gegenstände aus dem Umschlag, der Wahrheit auf die Spur zu kommen: Jennings hat in den drei Jahren ein Gerät gebaut, mit dem man in die Zukunft sehen kann. Durch die Erprobung der Maschine musste er aber erkennen, dass sie die Zukunft nicht (nur) vorhersagt, sondern dadurch erst erschafft: Sollte das Gerät einen Atomkrieg prophezeien, ist ein nuklearer Erstschlag die Folge, der ebendiesen auslöst. Prophezeit das Gerät eine Pandemie, bewirkt das vorsorgliche Zusammensperren der mutmaßlich kranken Menschen an einem Ort erst das Auslösen ebendieser.
Jennings hat erkannt, dass er nur durch den Verzicht auf die Millionen und seine dadurch ausgelöste Suche nach der Wahrheit dieses Schicksal abwenden kann. Jennings hatte die Maschine mit einem Virus versehen, so dass Rethrick diese nicht mehr benutzen und nur mit der Hilfe Jennings reaktivieren kann.
Gemeinsam mit der ebenfalls für Rethrick arbeitenden Biologin Dr. Rachel Porter, mit der er während der vergangenen Jahre eine Beziehung aufgebaut hatte, beschließt Jennings nun, die Maschine zu zerstören. Er dringt in das Firmengebäude von Allcom ein und versieht die Wasserstoff-Kühlung der Maschine mit einer Patrone, welche abgefeuert wird, sobald der betreffende Kühlkanister aktiviert wird. Jennings sieht, wie er Rethrick gegenüber steht und offenbar von einer Kugel getroffen wird. Nachdem Jennings den Flur betritt, trifft genau jene Situation ein. Die Kugel wird jedoch nicht von Rethrick, sondern von einem Auftragskiller abgefeuert. Der Alarm an Jennings Uhr hatte diesen im richtigen Augenblick gewarnt, so dass er vorher in Deckung gehen konnte und die Kugel Rethrick tötet.
Die Maschine wird zerstört, als Wolfe seine Zukunft vorhersehen will. Das einzige, was dieser noch zu Gesicht bekommt, ist sein eigener Tod, welcher Sekunden später durch die Explosion des Wasserstoffkanisters ausgelöst wird.
Ein Lottoschein, auf den der Hauptgewinn fällt, sichert Jennings und Porter eine Summe von 90 Millionen Dollar.
Hintergrund Bei einem Produktionsbudget von 60 Millionen US-Dollar spielte der Film weltweit 117 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein.Paycheck auf boxofficemojo.com (englisch), abgerufen am 13. Februar 2022. In Deutschland wurde der Film von 476.266 Kinobesuchern gesehen.Top 100 Deutschland 2004 auf insidekino.de, abgerufen am 14. Dezember 2011. Der Film startete am 22. Januar 2004 in den deutschen Kinos.
Kritiken Peter Travers bezeichnete den Film in der Zeitschrift Rolling Stone vom 23. Dezember 2003 als eine „schwache Neuauflage“ des Films Minority Report. Ben Affleck wirke „plump“ („lumpish“) und Uma Thurman agiere lediglich in einer reduzierten Rolle des „Girls“. Travers bezeichnet die Regie von John Woo als eine „Selbstparodie“.
Auszeichnungen Der Film gewann den Preis Key Art Award und wurde für den Saturn Award der Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films nominiert.
Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW in Wiesbaden verlieh dem Film das Prädikat „wertvoll“.Paycheck – Die Abrechnung auf fbw-filmbewertung.com
Ben Affleck bekam für diese Rolle und für die Filme Liebe mit Risiko – Gigli (2003) sowie Daredevil (2003) den Negativpreis Goldene Himbeere.
Trivia
Das Thema der sich selbst erfüllenden Prophezeiung hat bereits Alan Cogan mit seinem Grundy Projector in einer Kurzgeschichte ausgeführt; bei diesem solle es sich um eine Apparatur handeln, bei der die Menschen bis zu 2 Jahre in die Zukunft sehen können und dadurch die Zukunft mehr beeinflussen, als ihnen zunächst bewusst ist.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2003 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Science-Fiction-Film Kategorie:Actionfilm Kategorie:Martial-Arts-Film Kategorie:Thriller Kategorie:Philip-K.-Dick-Verfilmung Kategorie:Amnesie im Film Kategorie:Zeitschleife im Film