Die Kamow Ka-22 Wintokryl (, russisch für „Schraubflügel“, NATO-Codename: Hoop, Reifen) war ein sehr großer Transport-Flugschrauber, den Kamow, angeregt durch die Fairey Rotodyne, im Auftrag der sowjetischen Luftstreitkräfte konstruierte.
Entwicklung Nikolai Kamow schlug dem Ministerrat der UdSSR im April 1953 den Bau eines Kombinationsflugschraubers vor. Das ungewöhnliche Antriebskonzept sah vor, dass zu Start und Landung die Rotoren angetrieben wurden, für den Vorwärtsflug wurde dann der Schub der Propeller genutzt. Die beiden Turbinen trieben über regelbare Kupplungen sowohl die beiden Propeller als auch die oberhalb montierten Rotoren in Tandem-Konfiguration an. Wie bei allen Flugschraubern kommen die Vorteile dieser Bauweise nur in der Kombination mit Tragflächen zum Tragen und ermöglichen dann höhere Flugleistungen als Hubschrauber. So erreichte die Ka-22 eine deutlich größere Höchstgeschwindigkeit als vergleichbare reine Drehflügler. Im Jahr 1956 wurden die Anforderungen herausgegeben. Gefordert wurde eine Transportkapazität für bis zu 60 Fallschirmjäger, eine Reichweite von 750 km bei einer Nutzlast von 5000 kg beziehungsweise 1200 bis 1500 km bei 4000 kg. In 4500 m Höhe sollte eine Geschwindigkeit von 400 bis 450 km/h erreicht werden. Als Antrieb wurde das TW-2WK mit Startleistung vorgesehen. Der Bau eines Versuchsmuster für Belastungsversuche wurde 1957 im Werk Nr. 938 abgeschlossen; anschließend begannen beim ZAGI die statischen Tests. Die Flugerprobung begann im Juni 1959 und wurde von Dmitri Jefremow, Oleg Jarkin und Juri Braginski absolviert. Noch während der Werkserprobung begann im Werk Nr. 84 in Taschkent der Bau einer kleinen Serie, die mit D-25WK-Triebwerken ausgestattet und als Ka-22M bezeichnet wurde.
Die Ka-22 war nur einmal während der Luftparade in Tuschino im Juli 1961 zu sehen. Sie hatte den Rumpf der Antonow An-10, was ihr theoretisch eine Kapazität von 80 bis 100 Personen gab. Die Zuladung betrug mehr als 16 Tonnen. Dmitri Jefremow und Wjatscheslaw Gromow stellten mit ihr im Oktober 1961 acht Rekorde für Drehflügler in den Bereichen Nutzlast/Höhe und Geschwindigkeit (356,3 km/h) auf, die bis heute ungebrochen sind.
Nach einem Absturz am 28. August 1962 wurden einige Verbesserungen vorgenommen, die Werkserprobung als Ka-22W fortgeführt im Juni 1964 abgeschlossen. Nach einem weiteren Absturz am 16. Juli 1964 wurde das Programm endgültig beendet und es gab keine weitere Produktion im Werk Nr. 84. Die beiden noch vorhandenen Exemplare wurden verschrottet. Das Konstruktionsbüro Kamow, das sonst durch Koaxial-Hubschrauber bekannt ist, arbeitete später noch an weiteren Flugschraubern: Die noch größere Ka-35 sollte Strahltriebwerke zum Vortrieb nutzen, die W-100 war ein Entwurf aus den 1990er-Jahren für einen schnellen Kampf-Flugschrauber, ebenfalls mit Tandemrotoren, aber einem Druckpropeller. Beide Entwürfe haben jedoch das Prototyp-Stadium nicht erreicht.
Technische Daten mini|Grafik des Kamow Ka-22
Kenngröße Daten Besatzung 4 Passagiere 80 Rotordurchmesser 22,5 m Spannweite 23,8 m Länge 26,75 m Höhe 10,37 m Laderaum (l × b × h) 17,8 × 2,8 × 2,4 m Flügelfläche 105 m² Flügelstreckung 5,4 Leermasse 24.430 kg Nutzlast 10.000 kg max. Startmasse 32.000 kg (Senkrechtstart)42.500 kg (mit Startlauf und Zusatztanks) Triebwerke zwei modifizierte Solowjow D-25WK Leistung je Höchstgeschwindigkeit 375 km/h Reisegeschwindigkeit 256–300 km/h Dienstgipfelhöhe 4.250 m Reichweite 720 km
Literatur
Weblinks
www.bearcraft-online.com/museum/museum.htm?mid=31 Bilder und Beschreibung (englisch) Alle Senkrechtstarter (englisch) Website der Firma Kamow (russisch)
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