mini|Satellitenaufnahme Japans 1999 Japan ist nach Indonesien, Madagaskar und Papua-Neuguinea der viertgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt im Pazifik vor den Küsten Russlands und Koreas.
Japan ist eine Inselkette, die sich entlang der Ostküste Asiens erstreckt. Die fünf Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū sowie Shikoku, Kyūshū und Okinawa im Süden. Dazu kommen 6847 kleinere Inseln (von min. 100 m Umfang bei Hochwasser), die sich vor allem in der Seto-Inlandsee und als Ryūkyū-Inseln konzentrieren.Botschaft von Japan in Deutschland
Die japanischen Inseln sind ein nordwestliches Teilstück des Pazifischen Feuerrings.
Japan ist eigentlich ein Gebirge, das sich aus dem Meer erhebt. Dementsprechend sind rund drei Viertel des Landes so stark geneigt, dass sie weder landwirtschaftlich noch als Siedlungsfläche nutzbar sind. Die Siedlungsfläche beschränkt sich auf wenige große Ebenen, die Küstenstreifen und die Bergtäler.
Geologie und Geographie Der japanische Archipel, wie wir ihn heute kennen, umfasst neben den fünf Hauptinseln Hokkaidō, Honshū, Kyūshū, Shikoku und Okinawa auch mehr als 6847 weitere Inseln.
Ausdehnung mini|Geographisch extreme Orte Japans mini|Zum Japanischen Archipel gehörige Inseln
Der nördlichste Punkt Japans ist umstritten. Werden die im Kurilenkonflikt beanspruchten Gebiete nicht berücksichtigt, ist es Kap Sōya (), das zum Gebiet der Stadt Wakkanai auf Hokkaidō gehört. Südlichster Punkt ist Okinotorishima (). Westlichster Punkt ist die westliche Spitze der Insel Yonaguni (Präfektur Okinawa) (). Östlichster Punkt ist Minami-Torishima (), Teil der Ogasawara-Inselgruppe.
Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette, die ungefähr 73 % der Landmasse Japans ausmacht. Der höchste Punkt Japans ist der Berg Fuji auf der Hauptinsel Honshū mit 3776 m über dem Meeresspiegel. Nur in den Regionen Kantō (Großraum Tōkyō) und Kansai (Kyōto–Osaka–Kōbe) finden sich größere Ebenen. Beide sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terrassenfeldbau kultiviert.
Entstehungsgeschichte des japanischen Archipels mini|Entstehung des japanischen Archipels im mittleren bis späten Pliozän (vor 3,5 – 2 Mio. Jahren) mini|Geologie und Tektonik des Japanischen Archipels. Rot: die etwa 1000 km lange Median Tektoniklinie (, kurz: MTL)
Der japanische Archipel entstand vor ca. 16 bis zwei Millionen Jahren v. h., vom Miozän bis zum Pliozän, das der erdgeschichtlichen Phase des Pleistozäns vorausgeht.
Auftauchen des Inselbogens, Entstehung des Japanischen Meeres und des Shikoku-Meerbeckens Vor rund 30 Millionen Jahren existierten weder das Japanische noch das Ochotskische Meer. Der japanische Archipel war noch Bestandteil des Kontinents, der sich von Nord-Nordwest nach Süd-Südost durch Sedimente eines Akkretionskeils zweier tektonischer Platten vergrößerte. Vor ca. 19 Millionen Jahren kollidierte der indische Subkontinent mit Tibet, wodurch sich in der Landmasse ein Riss auftat, der sich ausweitete und mit Wasser füllte. So entstand das Japanische Meer zunächst als Binnensee. Die Veränderungen der folgenden vier Millionen Jahre bewirkten anschließend eine Vergrößerung des Gewässers und eine Drehung Südwest Japans um ca. 45 Grad im Uhrzeigersinn, wobei der Drehpunkt etwa auf der heutigen Insel Tsushima lag.
Zu gleicher Zeit drehte sich der Nordosten des entstehenden japanischen Inselbogens gegensinnig zum Südteil um ca. 40 Grad gegen den Uhrzeigersinn. Im Zeitraum von 16 bis 11 Millionen Jahren v. h. waren große Teile Südwestjapans bereits festes Land, während Nordost-Japan durch den Anstieg des Meeresspiegels größtenteils noch vom Meer bedeckt war. Statt einer zusammenhängenden Landmasse erhoben sich im Nordosten eine Vielzahl von Inseln aus dem Meer.Hiroshi Machida: Die Entstehung der japanischen Inselkette. In: Zeit der Morgenröte. Handbuch, S. 22–30. Eine erneute Subduktion der pazifischen unter die Kontinentalplatte hob den Nordostteil an und bildete die Ō-Gebirgskette und das Dewa-Gebirge (Orogenese).
Aufbrechen des Shikoku-Meerbeckens und Entstehung des Izu-Ogasawara-Bogens Auch auf der Pazifikseite Südwestjapans verbreiterte sich der Ozeanboden, durch Abbrechen des östlichen Teils des damals noch zusammenhängenden Palau-Kyūshū-Rückens (, Kyūshū Palau kairei) und der sich bildende Izu-Ogasawara-Bogens driftete nach Osten. Das dazwischen liegende Land ist das Shikoku-Meerbecken, das mit dem philippinischen Meeresboden die philippinische Platte bildet. Im seichten Meer zwischen Südwest- und Nordost-Japan lagerten sich Sedimente ab, die durch Kompression verdichtet wurden und die in der Folge die Japanischen Alpen bildeten. Die Fossa Magna entstand und trennt geologisch seither Nordost- von Südwest-Japan (siehe Abbildung: Geologie und Tektonik). Im Osten (Abb. linke blaue Linie) wird die Fossa Magna von der Itoigawa-Shizuoka Tektoniklinie (, kurz: ISTL),Bisweilen wird die Fossa Magna irrtümlich mit der ISTL gleichgesetzt. im Westen (Abb. rechte blaue Linie) von der Shibata-Koide Tektoniklinie (, kurz: SKTL) und von der Kashiwazaki-Chiba Tektoniklinie () begrenzt.
Die drei Landmassen Hokkaidōs Hokkaidō bildete sich aus drei Landmassen: aus Nordwesthokkaidō, der Fortsetzung des ursprünglichen Nordwestjapan, aus Zentralhokkaidō, der Fortsetzung der nordsüdlichen Landmasse Sachalins, und aus Nordosthokkaidō, das zum Kurilen-Bogen gehörte. Nordwesthokkaidō war durch die Ausweitung des japanischen Meeres nach Osten gedriftet, während auf der gegenüberliegenden Seite Nordosthokkaidō von der pazifischen Platte nach Westen gezogen wurde. Diese beiden Landmassen kollidierten mit Zentralhokkaidō und bewirkten dadurch die Hebung des Hidaka-Gebirges. Vor etwa sechs Millionen Jahren brach auch der Ryūkyū-Inselbogen von der kontinentalen Landmasse ab und entwickelte sich zu Inseln mit Korallenriffen. Die Herausbildung einer Umwelt, der heutigen ähnlich, begann etwa zu Beginn des Pliozäns sechs bis fünf mya.
Gliederung
Japan ist in acht Regionen eingeteilt: Hokkaidō, Tōhoku, Kantō, Chūbu, Kinki, Chūgoku, Shikoku und Kyūshū. Diese Einteilung ist historisch begründet und spielt heutzutage nur eine untergeordnete Rolle. Politisch ist Japan in Präfekturen gegliedert.
Politische Gliederung Siehe: Präfekturen Japans
Japan ist ein zentralistischer Staat, der lediglich klar umrissene Aufgaben an die 47 Präfekturen zur Durchführung weitergibt. Innerhalb dieser Aufgaben sind die Präfekturen zwar relativ autonom, allerdings immer weisungsgebunden gegenüber der Zentralregierung und auch auf die Finanzierung durch den Zentralstaat angewiesen.
Die 47 Präfekturen gliedern sich in Großstädte sowie Kleinstädte und Dörfer, die kommunale Ebene. Einzige Ausnahme ist die Präfektur Tokio, die in die 23 zentralen Stadtbezirke zum einen sowie umliegende Kleinstädte und Dörfer zum anderen aufgeteilt ist. Die Präfekturen sind in Größe und Bevölkerungsdichte sehr unterschiedlich. Die meisten entfallen auf die Hauptinsel Honshū, während beispielsweise die zweitgrößte Insel Hokkaidō nur eine einzige Präfektur hat. Innerhalb der präfekturalen und der kommunalen Ebene gibt es – im Gegensatz zum nationalen Parlamentarismus – ein präsidentielles System, innerhalb dessen einerseits die Regierungs- und Verwaltungschefs und andererseits die Gemeindeversammlungen und Präfekturparlamente autonom gewählt werden.
Die fünf Hauptinseln mini|Die Japanischen Inseln Topographie
Die fünf größten Inseln, welche den Großteil der Landmasse des Staatsgebietes Japans darstellen, werden als japanische Hauptinseln bezeichnet.
Honshū Honshū ist die größte Insel Japans und wird auch als japanisches „Kernland“ bezeichnet. Auf Honshū liegt die Hauptstadt Tokio. Honshū ist etwa 1300 km lang und hat eine Breite zwischen 50 und 240 km. Die Fläche beträgt etwa 230.500 km², dies entspricht circa 60 % der Gesamtfläche Japans. Die Küstenlinie ist 5450 km lang. Der höchste Punkt der Insel ist der Berg Fuji mit 3776 m Höhe. Das Gebiet ist vor allem in der Kantō-Ebene sehr fruchtbar und viele Flüsse fließen dort. Die klimatischen Bedingungen reichen von der kühlen Nordspitze der Insel bis zu subtropischen Zonen im Süden.
Hokkaidō Die Insel Hokkaidō ist mit 77.984 km²Kokudo Chiriin: , S. 100ff.: Fläche die zweitgrößte Insel Japans. Zusammen mit mehreren umliegenden kleinen Inseln bildet sie die nördlichste und mit Abstand größte Präfektur des Landes. Die höchste Erhebung bildet der Asahi-dake mit 2291 Meter über Normalnull. Im Süden grenzt Hokkaidō an die Tsugaru-Straße, die die Insel von Honshū trennt. Die größte Stadt ist Sapporo.
Kyūshū Kyūshū ist mit einer Fläche von 35.640 km² und 13,44 Mio. Einwohnern (1995) die zweit-bevölkerungsreichste und drittgrößte Insel Japans. Ihr Name stammt von der ursprünglichen Unterteilung der Insel in neun Provinzen. Kyūshū ist sehr gebirgig. Auf ihr befindet sich der Aso (1592 m), der aktivste Vulkan Japans. Andere aktive Vulkane sind der Sakurajima (bei Kagoshima) und der Unzen (bei Nagasaki). Die größte und wichtigste Stadt auf Kyūshū ist Fukuoka mit Hafen, Industrie und zahlreichen Verwaltungen. Kyūshū hat ein subtropisches Klima. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Reis, Tee, Tabak, Speisekartoffeln und Soja. Weiterhin wird Seide produziert.
Shikoku Shikoku ist die zweitkleinste der fünf Hauptinseln. Sie ist zirka 18.000 km² groß und hat eine Bevölkerung von ungefähr 4,5 Mio. Einwohnern. Sie ist in vier Präfekturen eingeteilt: Ehime, Kagawa, Kōchi und Tokushima. Den Namen vier Länder hat die Insel aufgrund der Tatsache, dass sie schon seit der Zeit der Provinzen aus vier Provinzen bestand, nämlich Awa, Sanuki, Iyo und Tosa. Die Grenzen dieser alten Provinzen entsprechen denen der heutigen Präfekturen.
Okinawa Okinawa ist die kleinste der fünf Hauptinseln. Es ist die größte der Ryūkyū-Inseln und die Hauptinsel der Inselgruppe Okinawa. Als Insel des Ryūkyū-Inselbogens gehört Okinawa Hontō auch zu den Nansei-Inseln.
Meere
Nordwestlich der Hauptinseln liegt das Japanische Meer, im Osten befindet sich der Pazifik. Die Ryūkyū-Inseln grenzen das Ostchinesische Meer im Westen von der Philippinensee im Osten ab, die auch von Süden an die Hauptinseln grenzt. Im Norden Japans liegt das Ochotskische Meer. Nur wenige Kilometer vor der japanischen Ostküste liegt der Japangraben, dessen tiefste Stelle bei 8.410 Metern liegt.
Vor der Ostküste Japans, in etwa beim 36. Breitengrad, treffen sich zwei Hauptmeeresströmungen, der kalte Oyashio aus dem Norden, und der warme Kuroshio aus dem Süden. Ein Zweig des Kuroshio, der Tsushima-Strom, fließt die Westküste hinauf ins Japanische Meer.
Natürliche Ressourcen mini|Relief und Ozeanboden von Japan Japans natürliche Ressourcen sind knapp (an Land), mit Ausnahme von Fischereierzeugnissen (Fisch, Krebstiere, Wale usw.) sowie einigen Bergbau- und Holzindustrien.
Meerestiere Japan hat eine der größten Fischereiflotten der Welt. Es macht fast 15 % des weltweiten Fischfangs aus. Im Jahr 2005 belegte Japan in Bezug auf die Menge des gefangenen Fisches den sechsten Platz weltweit. In Japan wurden im Jahr 2005, 4.074.580 Tonnen Fisch gefangen.
Ozeanboden
Japan hat die achtgrößte ausschließliche Wirtschaftszone: 4.479.388 km². Es hat viele Natürliche Ressourcen und Meerestieren. Es wird geschätzt, dass der Ozeanboden viele Bodenschätze besitzt (Rohstoff). Zum Beispiel Methanhydrat, Erdgas, metallische Minerale und Metalle der Seltenen Erden. Die Bodenschätze des Ozeanbodens wie Manganknolle, Cobalt reiche Kruste und hydrothermale Unterseebestände befinden sich in Tiefen über 1.000 m.