mini|Südmauer der Ruine Falkenburg mini|Ruine Falkenburg aus der Luft Die Ruine Falkenburg im Teutoburger Wald ist eine Burgruine in der Gemarkung Detmold im nordrhein-westfälischen Kreis Lippe in Deutschland. Die einstige Höhenburg wurde ab etwa 1190 erbaut und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts verlassen.
Geographische Lage Die Ruine Falkenburg liegt im Südostteil des Teutoburger Waldes, hier „Lippischer Wald“ genannt, im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, rund ein Kilometer südsüdöstlich von Johannaberg, einer südlichen Ortslage des südlichen Detmolder Stadtteils Berlebeck. Sie befindet sich etwa 1,7 Kilometer Luftlinie nordnordöstlich der Gauseköte (s. u.) auf einer Die ursprünglich mit 372,6 m über NHN vermessene Spitze des Burgbergs wurde im Laufe der Ausgrabungen von 2005–2016 um mehrere Meter abgetragen. Siehe Müller-Kissing, Die Falkenburg, Nünnerich-Asmus, 2022, S. 30. hohen Nachbarkuppe des 700 Meter (m) nordöstlich liegenden Stembergs (), die über einen etwa hohen Bergsattel mit einem Waldwegabzweig auf Höhe verbunden sind. Etwa fünfeinhalb Kilometer südöstlich der Ruine liegt im Silberbachtal die Nahtlinie zum nach Süden gerichteten Eggegebirge.
Geschichte Der Bau der Falkenburg, von der heute nur noch eine Ruine zu sehen ist, wurde zwischen 1190 und 1194 durch Bernhard II. und seinen Sohn Hermann II., Edelherren zur Lippe, veranlasst.
Im Jahr 1405 ging der Besitz auf Graf Simon III. zur Lippe über. In der Burg war aus Anlass der Eversteiner Fehde (1403–1407) der Herzog Heinrich I. von Braunschweig längere Zeit in Gefangenschaft. Mitte des 15. Jahrhunderts zerstörte ein Brand die bereits große Anlage, die aus einer Haupt-, einer Vorburg und einem Zwinger bestand. Unter der Fürstin Pauline zur Lippe wurden Teile der Burg zum Ausbau der Gauseköte verwendet, außerdem nutzten die Bewohner von Berlebeck viele Steine der Burg zur Errichtung der Fundamente ihrer Häuser. Die Ruine ist heute im Besitz von Stephan Prinz zur Lippe, einem direkten Nachfahren der Erbauer. Ende 2004 gründete sich auf private Initiative hin der Förderverein Die Falkenburg e. V. zum Erhalt und zur Sanierung der Burg, seit 2005 finden archäologische Grabungen auf der Ruine statt. 2016 wurde Stephan zur Lippe für seinen Einsatz für das Bau- und Bodendenkmal vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz mit dem Deutschen Preis für Denkmalschutz (Silberne Halbkugel) ausgezeichnet.
Im Gegensatz zu anderen Burgen soll die Falkenburg nicht wieder aufgebaut werden. Es soll lediglich das vorhandene Mauerwerk für die kommenden Generationen erhalten und gesichert werden. Ergänzend sind nach Abschluss der Grabungen historische Veranstaltungen und Konzerte geplant, um die Wiege der lippischen Geschichte erlebbar zu machen.
mini|Grundriss Die Falkenburg, die als Bodendenkmal unter Denkmalschutz steht, wird seit April 2005 von einem archäologischen Grabungsteam untersucht. Schon im ersten halben Jahr der Grabungen, in denen der gesamte Bergkegel um zweieinhalb Meter abgetragen wurde, konnte im Erdreich aufragendes Mauerwerk von 2,50 bis 2,80 m ans Tageslicht gebracht werden. Auf der Hauptburg wurden Mauern des südlich gelegenen Palas (Haupthaus) und von fünf nördlich befindlichen weiteren Gebäuden freigelegt. Den Gebäuden der Nordseite können nur bedingt Nutzungen zugewiesen werden. Während das mittlere Gebäude eine Geschützkammer aus einer späten Bauphase aufweist, scheinen die anderen Gebäude vornehmlich Wohnzwecken gedient zu haben. Beide Baueinheiten werden im Westen durch einen Torturm verbunden, die Bebauungslücke im Osten wird von dem Bergfried eingenommen. Da das ausgegrabene Mauerwerk nach Jahrhunderten im Erdreich instabil war und einstürzen konnte, war der Besuch der Grabungsstätte bis 2018 nur unter Leitung durch das Grabungsteam oder den Förderverein erlaubt, der Führungen auf seiner Homepage anbietet. Seit 2018 sind die archäologischen Grabungen abgeschlossen und die Ruine der Öffentlichkeit zugänglich.
2012 wurde ein winziges Schmuckstück, einer Art Brosche, gefunden. Die Archäologen und Historiker vermuten, dass durch dieses Fundstück nachgewiesen werden kann, dass „Hermann II. zur Lippe um das Jahr 1200 kurz davor stand, zum König von Livland (heute Estland und Lettland) zu werden, wo schon sein Vater – Bernhard II. – Bischof war.“
Verkehrsanbindung Zu erreichen ist die Ruine Falkenburg ausschließlich zu Fuß, von der Landesstraße 937, die vom Detmolder Stadtteil Berlebeck im Norden vorbei an dessen Ortslage Johannaberg über den Gebirgspass Gauseköte nach Oesterholz, einem nördlichen Ortsteil von Schlangen im Südsüdwesten führt. Vom an dieser Straße in Johannaberg stehenden Landhaus Hirschsprung führen vorbei am Forsthaus Hirschsprung südostwärts – zunächst asphaltiert – Forst- und Wanderwege zur nach etwa anderthalb Kilometer erreichten Kuppe der Ruine.
Seit 2004 war der freie Zugang zum Gelände aufgrund der archäologischen Untersuchungen und der umfangreichen Sanierung und Rekonstruierung untersagt. Der Unterstützungsverein bietet Gruppenführungen an.
Seit Juli 2018 ist der Zugang zum Gelände wieder frei.
Sehenswürdigkeiten Nahe der Ruine Falkenburg befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten und geografischen Ziele: Adlerwarte Berlebeck im Detmolder Stadtteil Berlebeck Barnacken (), höchster Berg im Teutoburger Wald in den Gemarkungen von Horn-Bad Meinberg und Schlangen Externsteine, markante Sandstein-Felsformation bei Holzhausen-Externsteine Fürstenallee, historischer Abschnitt der heutigen Landesstraße 937, südlich der Gauseköte Hermannsdenkmal, 1838 bis 1875 erbautes Denkmal bei Detmold-Hiddesen Velmerstot (ca. ), höchster Berg im nahen Eggegebirge in den Gemarkungen von Horn-Bad Meinberg und Steinheim Vogelpark Heiligenkirchen im Detmolder Stadtteil Heiligenkirchen
Literatur
Weblinks
Die Falkenburg e. V. (Verein zum Erhalt und zur Sanierung der Falkenburg), auf falkenburg-lippe.de
Bilder rund um die Burg im Bildarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen, auf lwl.org Im Zeichen der Rose. Die Falkenburg war Sitz der Edelherren zur Lippe. In: Monumente, Februar 2016, auf monumente-online.de
Einzelnachweise Müller-Kissing 2015 (siehe Literatur) Bekanntgabe der Preisträger 2016, Pressemitteilung des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, 19. Juli 2016, auf dnk.de Detmold: nw-news.de
Falkenburg Kategorie:Bodendenkmal in Detmold Kategorie:Teutoburger Wald Kategorie:Baudenkmal in Detmold Kategorie:Burg im Kreis Lippe Kategorie:Bauwerk in Detmold Kategorie:Höhenburg in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Mittelalter) Falkenburg