Neermoor ist ein Ortsteil der Gemeinde Moormerland in Ostfriesland, der zum Jahresende 2016 rund 4.750 Einwohner auf einer Grundfläche von 19,21 km² zählte.
Geschichte Neermoor ist eine Tochtersiedlung von Edana und wurde vermutlich schon vor dessen Untergang im 11. Jahrhundert weiter östlich am Moorrand gegründet. Die älteste urkundliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1400. In einem Schriftstück wird Neermoor als Edenramora aufgeführt. Spätere Namensvarianten waren Nymramore (1409), Eramoere (1428), Edramora (1436), in Eddermore (1439), Neydermoer (1481), Neddermoer (1494) und Neermohr (1577). Der Ortsname leitet sich vermutlich von der wüst gefallenen Muttersiedlung Edana ab.Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: (PDF-Datei; 41 kB), abgerufen am 21. August 2024.
Während des Mittelalters befanden sich zwei Burgen der Häuptlinge Focko Ukena und dessen Sohn Uko Fockena in Neermoor. Eine Burg stand am heutigen Vossbergweg – Ecke Burgstraße. Die Zweite stand zwischen der heutigen Osterstraße und der Süderstraße.
Im Jahr 1422 wurde abseits des Dorfkerns auf einem Hügel am alten Friedhof eine kleine Kirche errichtet, die durch den Bau der Reformierten Kirche von 1797 ersetzt wurde. Die Altreformierte Kirche stammt aus dem Jahr 1865.
Zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Neermoor ein Bauerndorf. Es waren 44 Bauern, deren Höfe entlang der heutigen Norder- und Süderstraße angesiedelt waren. Sie bewirtschafteten ihre Aufstreckung, die bis an die heutige Königstraße in Warsingsfehn grenzte. Die Königstraße stellt die Grenze zwischen Neermoor und Warsingsfehn dar. Daher wohnen die Bewohner, welche auf der zu Neermoor gewandten Seite leben, in Neermoor-Kolonie.
Am 1. Januar 1973 wurde Neermoor im Rahmen der Gebietsreform in Niedersachsen in die neue Gemeinde Moormerland eingegliedert.
Wappen
Politik Neermoor wird politisch von einem 9-köpfigen Ortsrat vertreten.Ortsrat Neermoor, abgerufen am 18. April 2017.
Ortsbürgermeister ist Berthold Koch (SPD).
Persönlichkeiten Hermann Buß (* 1951), Maler
Verkehr Im Westen ist Neermoor über die Autobahn 31 an der Anschlussstelle 7 "Neermoor" erreichbar, im Süden über die Autobahn 28 an der Anschlussstelle 10 "Leer-Nord".
Seit Mai 2026 hat Neermoor an seinem ehemaligen Bahnhof am Bahnübergang Kirchstraße wieder einen Haltepunkt der Bahnstrecke Rheine–Emden Süd. Die Westfalenbahn bedient den Halt im Stundentakt auf der Linie RE15 „Emsland-Express“ zwischen Münster (Westf) Hbf und Emden Hbf.
In Neermoor verkehren die Buslinien des Verkehrsverbundes Ems-Jade 621, 661, 662, 669, 670 und N61, unter anderem nach Emden und Leer.
Literatur Andreas Hüser: Fockos Wurzeln … Burgen in Neermoor. In: De Utmiener. Jahrbuch des Heimatvereins Leer, Band 2, 2017, Schlösser und Burgen in und um Leer, S. 95–104.
Weblinks Webseite der Gemeinde Moormerland Beschreibung von Neermoor in der Historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leer Kategorie:Geographie (Moormerland) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leer) Kategorie:Ersterwähnung 1400 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973