mini|300px|Bronzedolchklinge aus dem Fürstengrab von Leubingen, ca. 1950 v. Chr.
Das 20. Jahrhundert v. Chr. begann am 1. Januar 2000 v. Chr. und endete am 31. Dezember 1901 v. Chr. Dies entspricht dem Zeitraum 3950 bis 3851 vor heute oder dem Intervall 3632 bis 3546 Radiokohlenstoffjahre.
Zeitalter/Epoche mini|300px|Keramikgefäße aus der Frühbronzezeit, 2000 v. Chr.
Subboreal (3710 bis 450 v. Chr.). Frühbronzezeit in Mitteleuropa (ab 2300/2200 v. Chr. bis 1600 v. Chr.) – Bz A2 (2000 bis 1600 v. Chr.). Echte Bronze setzt sich jetzt bei Waffen und Geräten durch. In Leubingen (Thüringen) wird ein Fürst bestattet. Die hölzerne Grabkammer wurde mit dendrochronologischen Methoden auf 1942 ± 10 Jahre v. Chr. datiert. Die Grabbeigaben sind typisch für die frühbronzezeitliche Aunjetitzer Kultur. Einsetzen der Bronzezeit im Norden Chinas. Mittlere Bronzezeit (2000 bis 1700/1600 v. Chr.) in Griechenland. Das Mittelhelladikum beginnt im heutigen GriechenlandHermann Bengtson: Griechische Geschichte von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit. C.H.Beck, 1977, ISBN 3-406-06660-7, S. 20.
Ereignisse/Entwicklungen mini|250px|Eierschalenkeramik aus der Longshan-Kultur
20. Jahrhundert v. Chr.: Aufblühen der Wessex-Kultur im Süden Englands. Sie zeichnet sich durch reichhaltige Grabbeigaben in Grabhügeln aus. Sie ist ferner die Trägerkultur für den weiteren Ausbau von Stonehenge. Allmähliches zu Ende gehen der Longshan-Kultur in China (Beginn ca. 3200 v. Chr., endgültiges Verschwinden 1850 v. Chr.). Die Arier dringen über den Hindukusch in den Nordwesten Indiens ein. Bauern und Hirten wandern von Äthiopien nach Süden und lassen sich in Kenia nieder. In Palästina etablieren sich die Hebräer, die Vorfahren der Israeliten. Die Vorfahren der italischen Völker erscheinen auf der Italienischen Halbinsel. Im östlichen Mittelmeer entwickelt sich zwischen der Ägäis, der Levante und Zypern ein reger Handel mit Barren von Kupfer und Zinn. Um 2000 bis 1900 v. Chr., teils jedoch vermutlich schon ab 2200 v. Chr.: Indogermanische Gruppen wandern, möglicherweise in mehreren Schüben, nach Griechenland ein. 2000 bis 1800 v. Chr.: In Syrien erlebt die Stadt Ebla eine neue Blütezeit. Ugarit in Syrien und Kreta treiben Handel miteinander. 2000 bis 1700 v. Chr.: Auf den Kykladen entstehen größere städtische Ansiedlungen, die oft befestigt sind. Handelsbeziehungen bestehen mit Griechenland und der anatolischen Küste und die Metallurgie entwickelt sich. mini|400px|Alter Orient um 2000 v. Chr.: Mittleres ReichBader (2015) stellt die Frühzeit und das Alte Reich (etwa 3000–2200 v. Chr.) korrespondierend der Frühen Bronzezeit in den vorderasiatischen Kulturen gegenüber, das Mittlere Reich (etwa 2000–1650 v. Chr.) als Mittlere Bronzezeit und das Neue Reich (etwa 1550–1070 v. Chr.) als Späte Bronzezeit bezeichnen. Siehe auch Bettina Bader: Egypt and the Mediterranean in the Bronze Age: The Archaeological Evidence. Egyptian Archaeology, August 2015, doi:10.1093/oxfordhb/9780199935413.013.35, S. 11. in 11. Dynastie; Elam dominiert in Sumer
Die indogermanischen Hethiter, die ab 2500 v. Chr. über den Kaukasus (möglicherweise aber auch aus dem Balkan über den Bosporus) nach Kleinasien eingewandert waren, etablieren sich im östlichen Anatolien neben den Hattiern, einem Amalgam der ortsansässigen Bevölkerungen, und den Hurritern und absorbieren allmählich die nichtindogermanische, hattische Bevölkerung. Die ursprünglich eine agglutinierende Sprache sprechenden und matriarchalisch organisierten Hurriter waren ab 2500 v. Chr. aus dem Kaukasus eingewandert und hatten kleinere Königreiche in Syrien und in Palästina gegründet. Unter mesopotamischem Einfluss übernahmen sie aber die Keilschrift und mit ihr das Akkadische. Die Luwier entwickeln eine eigene Hieroglyphenschrift, bestehend aus mehr als 400 Zeichen. Diese wird dann ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. auf Monumentalinschriften und Siegeln verwendet. Mittelminoische Phase auf Kreta. Mittels Segelschiffen besteht ein reger Handelsaustausch mit Ägypten. Handelsgüter sind Steinvasen, Elfenbein, ägyptische Siegel gegen kretische Töpferwaren, Kupfer, Zinn, Leinen, Wolle, Holz etc. Regelmäßiger Handel wurde auch mit den Kykladen (Thera, Melos und Kea) und Ägina (und von dort weiter mit Attika und Thessalien) betrieben. Auf Kythira bestand sogar eine minoische Kolonie, über die der Handel mit dem Peloponnes (Lerna und Agios Stefanos) ablief. Um 2000 v. Chr.: Überbleibsel der Indus-Kultur (Cemetery-H-Kultur, die letzte Phase von Harappa 3C) vermengen sich mit autochthonen Völkern. Hieraus entsteht die Vedische Tradition des Hinduismus, die um 1500 v. Chr. einsetzt (frühvedische Zeit). Die Ausbreitungswelle der Austronesier von Taiwan (ab 4000 v. Chr.) in Richtung Philippinen (Nordphilippinen um 3000 v. Chr.) erreicht schließlich den indonesischen Archipel (Sulawesi, Borneo, Timor). Indoiranische Stämme lassen sich in Baktrien nieder. Aus dem Iran stammende Keramik wird erstmals im Gangesbecken angetroffen. Vermutliche Gründung des Judentums durch den Patriarchen Abraham. 1996 v. Chr.: Es gelingt Išbi-Erra, dem Begründer der Dynastie von Isin, die in den Ruinen der Stadt Ur zurückgelassene elamitische Garnison zu vertreiben. Um 1995 v. Chr.: Bilalama, König des altbabylonischen Stadtstaates Ešnunna, führt mehrere Feldzüge gegen die Amurriter. 1994/1938 v. Chr.: Mentuhotep IV. wird von seiner Palastwache ermordet. Der ägyptische Pharao Amenemhet I. gründet nach bürgerkriegsartigen Wirren die 12. Dynastie.
mini|300px|Die ägyptische Grenzfestung Buhen am 2. Nilkatarakt
1974 bis 1965 v. Chr., auch 1918 bis 1909 v. Chr.: Sesostris I. regiert zusammen mit seinem Vater Amenemhet I. Die Koregentschaft wurde eingeführt, um eine problemlosere Thronfolge zu ermöglichen. 1974 bis 1935 v. Chr.: Der altassyrische König Ērišum I. unterhält ein weites Handelsnetz, vor allem mit Kaniš in Anatolien. 1973 bis 1766 v. Chr.: Lebensdauer des Patriarchen Regu (auch Re'u), Vater von Serug, gemäß dem Jüdischen Kalender. 1957 v. Chr.: Sesostris I. erobert Unternubien. Er dringt bis an den 2. Katarakt vor. Die Südgrenze des Mittleren Reiches verläuft jetzt bei Abu Simbel und wird durch verschiedene Festungen wie beispielsweise Buhen abgesichert. 1941 bis 1741 v. Chr.: Lebenszeit des Patriarchen Serug, Vater von Nahor, gemäß dem Jüdischen Kalender. 1934 v. Chr.: Laut der irischen Mythologie (Annalen der vier Meister) wird Sláine mac Dela Hochkönig Irlands. Er stirbt aber bereits 1933 v. Chr. Ihm folgt sein Bruder Rudraige mac Dela. 1914 bis 1879/1876 v. Chr.: Unter dem Pharao Amenemhet II. unterhält Ägypten Handelsbeziehungen mit Kreta und dem Libanon. 1911 bis 1792 v. Chr.: Lebensdauer des Patriarchen Nahor, Vater von Terach, gemäß dem Jüdischen Kalender.
Naturereignisse und -katastrophen mini|Rekonstruktion des Treffens der 5 hellen Planeten am Morgenhimmel des 27. Februar 1953 v. Chr. 27. Februar 1953 v. Chr.: Konjunktion sämtlicher, mit bloßem Auge sichtbarer Planeten (mit einer Streubreite von nur 4,3°). 20. Jahrhundert v. Chr.: GRIP-Daten verweisen auf eine trockene, warme Phase, die bereits im vorangegangenen 21. Jahrhundert v. Chr. eingesetzt hatte. Die δ18O-Werte erreichen ein zwischenzeitliches Maximum von −34,7 ‰. In den Alpen herrscht nach Bircher (1986) die Warmphase H6h1.
Erfindungen und Entdeckungen 20. Jahrhundert v. Chr.: Auf Kreta werden die Kretischen Hieroglyphen entwickeltCarl Waldman und Catherine Mason: Encyclopedia of European peoples, Band 1. Infobase Publishing, 2006, ISBN 0-8160-4964-5, S. 523. Um 2000 v. Chr.: Erste Belege für Zahnheilkunde in China. Die von der Sintaschta-Kultur erfundenen, zweirädrigen, wesentlich leichteren Streitwägen mit Speichenrädern und Felgen werden erstmals in Mesopotamien in kriegerischen Auseinandersetzungen genutzt. Die sich ausbreitenden Arier bringen sie nach Indien. Zusammen mit dem Pferd werden sie in Anatolien von den Hethitern eingeführt. Das Krankheitsbild der Schizophrenie wird erstmals beschrieben (in Vorläufertexten des Papyrus Ebers). Glas findet stärkere Verwendung. Auf Kreta kommt die Töpferscheibe zum Einsatz. Die Cemetery-H-Kultur (Phase Harappa 3C) liefert den ersten sicheren Nachweis für Feuerbestattung. Diese Praxis, die im Hinduismus fortgeführt wurde, ist jedoch schon aus der Schönfelder Kultur bekannt. Beginn der Metallverarbeitung in Peru. In den peruanischen Anden wird der Maisanbau intensiviert, gleichzeitig tritt Keramik erstmals in Erscheinung. In Korea wird relativ spät der aus China stammende Hirseanbau eingeführt. Um 1950 v. Chr.: Eine Kupferstange aus Nippur definiert die sumerische Elle als 51,72 Zentimeter. Um 1900 v. Chr.: In Guatemala wird von der Mokaya-Kultur erstmals Kakao domestiziert.
Fundstätten 20. Jahrhundert v. Chr.: Kolona auf Ägina: Dieses für seine Zeit politisch modern organisierte und bedeutende Handelszentrum ist von mächtigen Befestigungen umgürtet. Die aus den Kykladen stammenden Vasen werden hier zum griechischen Festland weitergeleitet. In der Stadt werden neben Keramik auch Steinmühlen hergestellt. Diese lokalen Erzeugnisse werden nach Attika, Böotien, der Argolis und Euböa exportiert. Erwähnenswert ist der Fund eines kompliziert aufgebauten Hochofens zur Metallverarbeitung und die Kennzeichnung der Keramik. Gwisho in Sambia: Die ansässigen Jäger-Sammler benützen Grabstöcke zum Freilegen von Wurzeln und Knollen. Sie kennen Pfeile aus Holz, deren Spitzen aus mit Gift durchtränktem Schilfrohr bestehen. Grab 108 von Roonka Flat in Australien: Beisetzung eines erwachsenen Aborigines und eines Kindes. Die Kleidung besteht aus zusammengehefteten Fellen, deren Ränder von Vogelfedern verziert werden. Die Beigesetzten tragen Anhängerschmuck aus Knochen und Halsbänder, ferner sind Ockerspuren erkennbar. Der Schädel des Erwachsenen wird von einem Stirnband geschmückt, welches zwei Reihen von aufgereihten und durchbohrten Wallabyzähnen aufweist.
Bauwerke mini|300px|Die Pyramide des Amenemhet I.
Ab 2000 bis 1800 v. Chr.: In Byblos entsteht der Obeliskentempel. Ab 2000 bis 1700 v. Chr.: Auf Kreta werden die ersten minoischen Paläste gegründet (Knossos, Phaistos, Malia, Agia Triada und Kato Zakros). Aus ehemaligen dörflichen Ansiedlungen gehen erste städtische Zentren hervor. Um 1986 bis 1795 v. Chr.: Unter der 12. Dynastie werden in Beni Hasan Felsgräber ausgehoben. 1984 bis 1975 v. Chr.: Tempelbau für die Göttin Ištar durch den altassyrischen König Ilu-šūma. 1974 bis 1965 v. Chr., auch 1918 bis 1909 v. Chr.: Bei el-Lischt zwischen Dahschur und Meidum wird für Amenemhet I. seine Pyramide errichtet. Gleichzeitig entsteht an der Grenze zwischen Unter- und Oberägypten mit Itj-Taui eine neue Hauptstadt. 1974 bis 1935 v. Chr.: Der altassyrische König Ērišum I. lässt in Aššur für den Stadtgott Aššur einen Tempel erbauen. Ferner wird ein Gebäude mit zwei Braukesseln errichtet.
mini|300px|Die Weiße Kapelle des Sesostris I.
1972 v. Chr.: Unter Sesostris I. entsteht in Heliopolis ein Tempel, an dessen Eingangspylon sich der älteste erhaltene Obelisk Ägyptens befindet. 1965 bis 1950 v. Chr.: Für den Pharao Sesostris I. wird in el-Lischt die Sesostris-I.-Pyramide angelegt. 1945 v. Chr.: Zum Sedfest wird für Sesostris I. in der Tempelanlage von Karnak die Weiße Kapelle erstellt.
Kunstwerke mini|250px|Mit stilisiertem Jaguardesign verzierte Kürbisflasche aus Huaca Prieta
Um 2000 v. Chr.: Während der Jōmon-Zeit (Jōmon V) wird in Kurokoma ein Dogū geschaffen, das jetzt im Nationalmuseum Tokio aufbewahrt wird. Um 2000 bis 1900 v. Chr.: In Mohenjo-Daro (Indus-Kultur) entsteht der Torso des so genannten Priesterkönigs, der jetzt im National Museum of Pakistan in Karatschi ausgestellt ist. Erwähnenswert sind auch die Kupferstatuette der Tänzerin sowie der Torso eines Tänzers, der die späteren Shivadarstellungen (Nataraja) vorwegnimmt. 1985 bis 1795 v. Chr.: