mini|Das im Landhaus in der Inneren Altstadt befindliche Stadtmuseum hält eine große Sammlung zur Stadtgeschichte für Besucher und Forscher bereit. mini|Im Stadtarchiv in der Albertstadt befinden sich Urkunden zur Stadtgeschichte vom 13. bis ins 21. Jahrhundert.

Die Geschichte Dresdens beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte der obersächsischen Gebiete entlang der Elbe lange vor der urkundlichen Ersterwähnung Dresdens im Jahr 1206. Erste Besiedlungen der Gegend datieren aus dem Jahr 5500 v. Chr., die Gründung der heutigen Stadt erfolgte vermutlichNach Reinhard Spehrs These von einer königlichen Gründung Dresdens nach einem königlichen Hoftag Friedrich Barbarossas 1173 in Oberhermsdorf (bei Wilsdruff). In: Reinhard Spehr, Herbert Boswank: Dresden: Stadtgründung im Dunkel der Geschichte, Verlag D. J. M., Dresden 2000, ISBN 3-9803091-1-8, S. 290. 1173 oder kurz darauf. Zeugnisse dieser frühen Phase der Besiedlung sind im Stadtmuseum und im Stadtarchiv zu sehen.

Vorgeschichte Das Elbtal bot ab etwa 5500 v. Chr. gute Siedlungsbedingungen auf den linkselbischen Lößhängen. Die nördlich der Elbe gelegenen Sandflächen, die Abdachung des Erzgebirges oder der durch die Elbe und zufließende Gewässer häufig überschwemmte Auwald der Elbe boten wahrscheinlich schlechtere Bedingungen.

mini|Das Neolithikum im Dresdner Raum mini|Modell einer stichbandkeramischen Siedlung und Kreisgrabenanlage in Dresden-Nickern; Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz Die dauerhafte Besiedlung des Elbkessels erfolgte in der Jungsteinzeit durch Einwanderer der Linearbandkeramischen Kultur. Erste Funde stammen aus einer Grabung bei Dresden-Mockritz. Eine bandkeramische Scherbe wird auf ca. 5500 v. Chr. datiert. Jüngere Siedlungsspuren der bandkeramischen Kultur (5500–4500 v. Chr.) wurden ebenso hauptsächlich an den linkselbischen Lößhängen, aber auch auf dem Taschenberg (heutiger Standort des Dresdner Schlosses) und vereinzelt an anderen Stellen des Elbtals sowie im Bereich des heutigen Cottas gefunden.Patricia de Vries: Das pulsierende Leben im Elbtal. In: Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, ISBN 3-910008-72-0.Als Rodungsinseln im Waldmeer wurden diese frühen Siedlungsplätze einmal bildhaft charakterisiert. siehe Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 24.

Eine Regionalisierung der vom Pariser Becken bis zu den Karpaten verwandten Bandkeramiker zur Stichbandkeramik im Raum vom Harz bis weit ins „Böhmische“ ist besonders gut in Prohlis zu erkennen. Die Kreisgrabenanlagen in Nickern aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. sind die ersten Monumentalbauten im heutigen Stadtgebiet.

Der Übergang zur Trichterbecherkultur (friedlich und allmählich oder unterdrückend oder verdrängend) ist noch ungeklärt, aber auch hier gibt es Zeichen der Besiedlung.In Kaitz hat man Ähnlichkeiten zur Jordansmühler Kultur gefunden, dort auch Funde der Schnurkeramik, siehe

Schnurkeramik ist in der Dresdner Heide und in StriesenStriesen-Ost, www.dresden.de, abgerufen am 14. Dezember 2013. gefunden worden.

Die Aunjetitzer Kultur (frühe Bronzezeit) ist im Elbtal durch das Depot von Prohlis belegt,Charakteristische Keramik der Aunjetitzer Kultur ist in Kauscha gefunden worden, siehe Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 21; Steinkistengräber in Kaitz, S. 38–40; in Gostritz eine Grabgruppe, siehe ; weiterhin Aunjetitzer Grabfunde von Dresden-Nickern. ebenso durch den ältesten Fund des bedeutenden Depots von Dobritz.

mini|Lausitzer Kultur am Pfaffenstein Für die späte Bronzezeit, hier die Lausitzer Kultur (1300–780 v. Chr.), und den Übergang zur Eisenzeit steht die bereits stadtähnliche SiedlungJudith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 24. auf der Heidenschanze. Das gesamte Elbtal erlebte die für lange Zeit stärkste Besiedlung.

Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. soll die Billendorfer Kultur in Stetzsch ihre Spuren hinterlassen haben; danach die Jastorf-Kultur.„Ob Sachsen in der Eisenzeit keltisch oder germanisch besiedelt war, lässt sich nicht eindeutig sagen … Die Landschaft am Oberlauf der Elbe … war vor 2500 bis 2000 Jahren dünn besiedelt. Die hier lebende Bevölkerung hatte Gemeinsamkeiten mit den Germanen im Norden und enge Kontakte zu den Kelten im Süden. Ihr Alltagsleben unterschied sich nur wenig von der im Böhmischen um Lovosice lebenden keltisch geprägten Bevölkerungsgruppe. Die Bestattung der Verstorben{en} erfolgte allerdings einheitlich nach dem Vorbild der Nachbarn im Norden.“ aus:

Forschungsergebnisse von 2010 verorten die Siedlung Lupfurdum, die Ptolemäus um das Jahr 150 n. Chr. in seinem Atlas Geographia in Elbnähe verzeichnet hatte und deren Name auf eine Furt hinweist, im Raum Dresden.Andreas Kleineberg, Christian Marx, Eberhard Knobloch, Dieter Lelgemann: Germania und die Insel Thule. Die Entschlüsselung von Ptolemaios’ „Atlas der Oikumene“. Wissenschaftl. Buchgesell., Darmstadt 2011. Zu dieser Zeit sollen nach römischen Quellen die Semnonen oder die Hermunduren hier gelebt haben.z. B. Benjamin Gottfried Weinart: Topographische Geschichte der Stadt Dresden: und der um dieselbe herum liegenden Gegenden. Dresden 1777, S. 6–8 ().

„In der Völkerwanderungszeit waren die Siedlungen meist sehr kurzlebig, so dass nur wenige archäologisch fassbare Spuren hinterlassen worden sind.“Zwei Gräber in Nickern wurden den Langobarden zugeordnet.

Am Ende des 6. Jahrhunderts siedelten sich slawische Gruppen aus Böhmen kommend entlang der Elbe an.Prager Typus in Dresden-Stetzsch, siehe Judith Oexle (Hrsg.), Landesamt für Archäologie Dresden: Dresden 8000. Dresden, 2006, S. 55–57 und Hans K. Schulze: Siedlung, Wirtschaft und Verfassung im Mittelalter: ausgewählte Aufsätze zur Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands. Band 5 von Quellen und Forschungen zur Geschichte Sachsen-Anhalts, Köln Weimar 2006, S. 57 ().

Frühgeschichte mini|Dresden im 5. und 6. Jahrhundert Der Name Dresden ist slawischen Ursprungs und geht auf die rechtselbische westslawische Siedlung zurück, deren Name vom slawischen Wort drežga „Sumpfwald“ abstammt und somit Sumpf- oder Auenwaldbewohner bedeutet. Auf Sorbisch heißt die Stadt bis heute ().

In Urkunden des 10. und 11. Jahrhunderts wird das Gebiet des Dresdner Elbtalkessels als pagus Nisan bezeichnet. Seine slawischen Bewohner nannten sich offenbar Nisani, was so viel wie ‚die Leute in der Niederung‘ heißt. Zahlreiche Slawische Burgwälle in dieser Landschaft weisen auf die ehemalige Existenz von Supanien hin. In um 1140 teilweise auf das 11. Jahrhundert gefertigten Urkunden werden für das westlichste Gebiet von Nisan die frühdeutschen Burgwarde Bresnice (Briesnitz), Woz (wohl Niederwartha) und Bvistrizi (wohl Coschütz oder Plauen) erwähnt. Unter der Voraussetzung eines frühdeutschen Burgwards Dohna lag das Gebiet der hochmittelalterlichen Stadtgründung Dresdene in einer Lücke im Burgwardnetz. Es wird der Verfall und die völlige Einebnung von zwei Burgwällen für den zentralen Bereich von Nisan im Einzugsbereich des Kaitzbaches zwischen den Burganlagen in Coschütz und in Lockwitz vermutet.

Der Taschenberg und eine vermutete frühstädtische Kaufmannssiedlung auf dem linken Elbufer bildeten wohl die frühesten Ursprünge auf dem Gebiet der hochmittelalterlichen Stadtgründung. Ostra (Ostrow), Poppitz, Fischersdorf, die Siedlung im Bereich Frauenkirche und der Elbberg waren wahrscheinlich ebenfalls bereits vor der Entstehung der Stadt bewohnt, wurden allerdings anfangs bei der Stadtplanung ausgespart.

Die günstige Verkehrslage am Elbübergang war bereits durch eine slawische Schiffer- und Fischersiedlung markiert. Hier war die natürliche Verbindung von Franken nach Bautzen. Sitz des Markgrafen und Bischofs war allerdings das strategisch günstiger gelegene Meißen mit seinem an der Elbe emporragenden Felsen.

1144 gibt es mit Naundorf und Gohlis den ersten Nachweis wettinischer Herrschaft noch ganz im Westen der Dresdner Elbtalweitung durch eine Königsurkunde. Die urkundlich ab 1156 nachweisbare Burggrafschaft Dohna hingegen war bestimmend für das Gebiet Dresdens, übertragene Hoheitsrechte an Konrad den Großen von Wettin gingen wieder verlustig. Aus diesem Grund und der archäologischen Grabungstätigkeit ist es nahezu ausgeschlossen, dass um diese Zeit im Bereich des linkselbischen Dresdens eine wettinische Burg bestanden hat oder gebaut wurde. Allerdings ist eine Erstbebauung für 1170/1180 anzunehmen, wie die archäologischen Funde und die dendrochronologische Bestimmung des verwendeten Holzes für dessen Fällzeit ergab. Ab dem beginnenden 13. Jahrhundert wurden einige der errichteten Holzbauten durch Steinbauten ersetzt und waren um 1230 schließlich endgültig beseitigt. Dieses erste Kastell diente wohl dem Schutz des Brückenbaus über die Elbe, wettinische Bautätigkeit sei erst nach Übergabe der Reichspfandschaft des Gaues Nisan an Markgraf Dietrich anzunehmen.Norbert Oelsner: Die Dresdner Burg im Mittelalter. In: Geschichte der Stadt Dresden – Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges. Theiss, Stuttgart 2005, S. 121–149, hier: S. 121, 123, 128–130, ISBN 3-8062-1906-0.

mini|Schlusszeilen der Urkunde vom 31. März 1206 mit der ersten Nennung des Namens Dresden Dass auf dem linkselbischen Ufer bereits 1206 eine markgräfliche Burg bestanden haben könnte, sollte auch aus der Ortsangabe am Ende des Vertrags vom 31. März 1206 folgen. In einem Fischerdorf dieses Namens dürfte kein Vertragsabschluss zustande gekommen sein. In der Urkunde vom 31. März 1206 (zugleich erstmalige Erwähnung Dresdens),Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae II 1, S. 70–72 Nr. 74, hier S. 72 Zeile 10. (Online), vgl. auch Vgl. auch: Eckhart Leisering (Bearb.), Veröffentlichungen des Sächsischen Staatsarchivs, Reihe B: Kleine Schriften, Band 3: Acta sunt hec Dresdene … – Die Ersterwähnung Dresdens in der Urkunde vom 31. März 1206, Herausgegeben vom Sächsischen Staatsarchiv in Kommission bei mdv Mitteldeutscher Verlag Halle/Saale, 2005, ISBN 3-89812-320-0 (Text und Übersetzung der Urkunde S. 10–14). auch in einer Urkunde von 1215, lautet die Schlussformel:

Die Schlussformel am 21. Januar 1216 lautet demgegenüber bereits: