Ober-Lais ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis. In der Gemarkung von Ober-Lais liegt die Siedlung Unter-Lais.
Geographische Lage Der Ort liegt in der nördlichen Wetterau. Ober-Lais ist der östlichste Stadtteil von Nidda. Durch das Dorf fließt der Laisbach. Nördlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3185.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Lais erfolgte zwischen den Jahren 750 und 802 in der Zeit der beiden ersten fuldischen Äbte Sturmius und Baugulf von Fulda als Leinzaha.Edmund Ernst Stengel: Urkundenbuch des Klosters Fulda. 1. Die Zeit der Äbte Sturmi und Baugulf, Marburg 1958. = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10,1., S. 452, Nr. 384. Der Ortsname bedeutet „das Wasser an der Leite (Berglehne)“.
Die Unterscheidung Ober-Lais ist urkundlich am 5. Januar 1279 belegt.Ludwig Baur, Hessische Urkunden Bd. 1, Nr. 239, S. 169. Bereits ein Jahr zuvor, am 3. Januar 1278 wird „Niedern Leysa“ (Unter-Lais) genannt.Friedrich Battenberg: Isenburger Urkunden, Regesten zu Urkundenbeständen und Kopiaren der fürstlichen Archive in Birstein und Büdingen 947–1500, Bd. 1–3 = Repertorien des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt 21, Darmstadt, Marburg 1976, Nr. 150, S. 43 f.
Graf Berthold II. von Nidda übertrug 1187 den Johannitern in Nidda Güter und den kleinen Zehnten in „Leizaha.“Karl Christian Eigenbrodt, Urkunden. in: AHG 2, Darmstadt 1841, S. 117–139, S. 117–122, Nr. 32
Die Johanniter-Kirche in Unter-Lais wurde schon um 1200 errichtet. Wegen Baufälligkeit wurde 1971 der barocke Choranbau abgerissen. Die Kirche gehörte im Mittelalter zum Bistum Mainz, Archidiakonat St. Mariengreden, bis 1313 dem Landkapitel Södel, ab dem 1315 Dekanat Friedberg, Sendbezirk Wallernhausen und Kirchspiel Wallernhausen.G. Kleinfeldt, H. Weirich: Die mittelalterliche Kirchenorganisation im oberhessisch-nassauischen Raum, 1937. S. 35.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ober-Lais:
und zu Unter-Lais:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ober-Lais angehört(e):
vor 1450: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda, Amt Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Nidda ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt Nidda ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Nidda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ober-Lais 681 Einwohner. Darunter waren 3 (0,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 111 Einwohner unter 18 Jahren, 267 waren zwischen 18 und 49, 162 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 261 Haushalten. Davon 48 Singlehaushalte, 87 Paare ohne Kinder und 102 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 48 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 162 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung • 1791: 142 Einwohner • 1800: 331 Einwohner (mit Hof Unterlais) • 1806: 523 Einwohner, 75 Häuser (mit Hof Unterlais) • 1829: 498 Einwohner, 84 Häuser • 1867: 439 Einwohner, 95 bewohnte Gebäude • 1875: 436 Einwohner, 97 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 485 evangelische (= 99,18 %), vier katholische (= 0,82 %) Einwohner • 1961: 628 evangelische (= 95,44 %), 30 katholische (= 4,56 %) Einwohner
Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Ober-Lais
Infrastruktur mini|Schule in Ober-Lais
Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher. Im Ort gibt es ein Bürgerhaus die Hoheberg-Schule, eine Grundschule. einen Sportplatz
Persönlichkeiten Ottfried Dascher (1936–2025) deutscher Historiker und Archivar geboren in Ober-Lais
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Literatur
Weblinks
Stadtteil Ober-Lais. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Nidda) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1970 Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert