Schwickartshausen ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis. Der Ort liegt in der nördlichen Wetterau, südöstlich von Nidda.
Geschichte mini|hochkant|Evangelische Pfarrkirche
Ortsgeschichte Wahrscheinlich wurde der Ort schon von den Franken gegründet. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung werden Schwickartshausen und Burkhards in einer Urkunde der Abtei Fulda über die Gründung der Pfarrei Crainfeld aus dem Jahr 1011. Schwickartshausen wird dort als Swigershusum erwähnt.Heinrich Meyer zu Ermgassen, Codex Eberhardi. Band 1, Marburg 1995–2007, S. 326. Eine lange Zeit geläufige Datierung in das Jahr 1020 beruht auf keiner Verfälschung des Urkundentexts im Codex Eberhardi. Die Fälschungen des Mönchs Eberhard werden heute als „eher geringfügig“ erachtet.Heinrich Meyer zu Ermgassen, Codex Eberhardi. Band 1, S. X.
Die genauere Jahresangabe 1011 konnte anhand einer Publikation aus dem Jahr 1607 des aus Nidda stammenden Johannes Pistorius der Jüngere erschlossen werden, der die wenige Jahre später im Dreißigjährigen Krieg vernichtete Originalurkunde noch einsehen konnte.Johannes Pistorius: Rerum Germanicum veteres iam primum publicati scriptores aliquot insignes medii ævi ad Carolum V (Frankfurt am Main, 1583–1607), VI, S. 536 f, V. Auch dieser Text war undatiert.vgl. Werner Wagner: Die Dörfer und Städte des 1972 aufgelösten Landkreises Büdingen und die Ersterwähnung jedes einzelnen Ortes. In: Büdinger Geschichtsblätter XXII, 2011, S. 225 ff, S. 239. Im Text ergibt sich das Datum aus der Angabe, dass zum Zeitpunkt der Beurkundung Erkanbald als Erzbischof von Mainz und zugleich als Abt von Fulda amtierte, während der im selben Jahr zum Abt gewählte Branthoh noch Propst war. Hierfür kommt nur das Jahr 1011 in Frage.Franz Staab: Echte Termineiurkunden aus dem Früheren Mittelalter und Fälschungen Eberhards von Fulda, in: Monumenta Germaniae Historica Schriften 33/III (Hannover 1989-Publikation Fälschungen im Mittelalter, München 1986) sowie 1000 Jahre Schwickartshausen, 1011 bis 2011, Unser liebenswertes Dorf und seine Geschichte, Schwickartshausen 2011, Festschrift, ISBN 978-3-9809805-5-5, (S. 9 ff). Erkanbald musste seinen Versuch, auch das Amt des Abtes in Fulda zu behalten, noch 1011 aufgeben.Josef Leinweber: Die Fuldaer Äbte und Bischöfe. Frankfurt am Main 1989, S. 36 ff.
Die mitten im Dorf stehende evangelische Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Kirchturm ist im romanischen Stil erbaut.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Schwickartshausen:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Schwickartshausen im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Nidda eingegliedert. Für Schwickartshausen wurde, wie für die übrigen Stadtteile von Nidda, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Schwickartshausen angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Lißberg ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Amt Lißberg (Söhne der Margarethe von der Saale) ab 1584: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Lißberg 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt,Oberfürstentum Hessen, Amt Lißberg 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Amt Nidda und Lißberg ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Oberhessen, Amt Lißberg, Unteramt Lißberg ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Lißberg ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Ortenberg) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Nidda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Schwickartshausen 243 Einwohner. Darunter waren 9 (3,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 99 waren zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 105 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 36 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In nnn Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in nnn Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerzahlen • 1791: 256 Einwohner • 1800: 256 Einwohner • 1806: 253 Einwohner, 46 Häuser • 1829: 287 Einwohner, 54 Häuser • 1867: 281 Einwohner, 54 bewohnte Gebäude • 1875: 272 Einwohner, 51 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 324 evangelische, 2 katholische Einwohner • 1961: 249 evangelische (= 96,89 %), 5 katholische (= 1,95 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteherin ist Doris Kuhl (Stand April 2024).
Kulturdenkmäler Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Schwickartshausen
Infrastruktur Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher. Im Ort gibt es einen Kindergarten.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Lißberg anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Literatur
Weblinks
Stadtteil Schwickartshausen. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Nidda) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Wetteraukreis) Kategorie:Ersterwähnung 1011 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971