Geiß-Nidda ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.
Geographische Lage Der Ort liegt in der nördlichen Wetterau. Geiß-Nidda liegt im südwestlichen Teil von Nidda.
Geschichte mini|Evangelische Kirche Geiß-Nidda mini|Jüdischer Friedhof
Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Geiß-Nidda erfolgte im Jahr 1232 unter dem Namen Gisnith bzw. de Ginsheide.Albert Huyskens, Quellenstudien zur Geschichte der hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen, Wunder-Protokoll 12. Becker, Krankheit und Wunderheilung, Wunder-Protokoll 12, S. 173 Von 1317 stammt eine Erwähnung als Gysneit und im 15. Jahrhundert wurde Geiß-Nidda als Gysniyde erwähnt.
Die Kirche wurde im 13./14. Jahrhundert erbaut.
Die Gemeinde Geiß-Nidda beabsichtigte 1485, Mitmärker im Markwald Berstadt zu werden. Doch dies gelang nicht, ein weiterer Versuch scheiterte 1530. Heute ist lediglich die Besitzerfamilie des Schleifelder Hofs Mitmärker im Markwald Berstadt.Ingo Kattenberg, Markwald Berstadt, Göttingen 1994, S. 28.
Früher wurde bei Geiß-Nidda Braunkohle abgebaut, die zum Salzsieden in Bad Salzhausen benötigt wurde.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Geiß-Nidda:
Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Geiß-Nidda angehört(e):
vor 1206: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Nidda ab 1206: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Nidda, Gericht Nidda 1450–1495: Erbstreit zwischen der Landgrafschaft Hessen und den Grafen von Hohenlohe ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Nidda, Gericht Nidda 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg) ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda, Gericht Nidda 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Amt Nidda und Lißberg, Gericht Nidda ab 1806: Großherzogtum Hessen,Infolge der Rheinbundakte. FürstentumOberhessen, Amt und (seit 1803) Gericht Nidda ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Nidda ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk NiddaTrennung zwischen Justiz (Landgericht Nidda) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Nidda ab 1874: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland,Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen, Stadt NiddaAm 1. Dezember 1970 als Ortsbezirk zur Stadt Nidda. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Stadt Nidda
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Geiß-Nidda 960 Einwohner. Darunter waren 27 (2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 165 Einwohner unter 18 Jahren, 387 waren zwischen 18 und 49, 222 zwischen 50 und 64 und 186 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 435 Haushalten. Davon 144 Singlehaushalte, 129 Paare ohne Kinder und 105 Paare mit Kindern, sowie 51 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 81 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 300 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung • 1791: 337 Einwohner • 1800: 293 Einwohner • 1806: 444 Einwohner, 91 Häuser • 1829: 605 Einwohner, 106 Häuser • 1867: 661 Einwohner, 141 bewohnte Gebäude • 1875: 642 Einwohner, 141 bewohnte Gebäude
Historische Religionszugehörigkeit • 1829: 591 evangelische (= 98,01 %), 12 jüdische (= 1,99 %) Einwohner • 1961: 720 evangelische (= 89,00 %), 89 katholische (= 11,00 %) Einwohner
Politik Ortsvorsteher ist Jörg Lind (Stand 2021).
Sehenswürdigkeiten Die Kirche ist eine frühgotische Dorfbasilika des 13. Jahrhunderts mit romanischem Westturm und hochgotischem Fünfachtelschluss (14. Jahrhundert). Oberhalb des Dorfes liegt ein umfriedeter jüdischer Friedhof mit einigen noch erhaltenen Gräbern.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Geiß-Nidda
Infrastruktur Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Verkehrsgesellschaft Oberhessen sicher. An weiteren Einrichtungen finden sich ein Bürgerhaus, drei Kinderspielplätze und ein Kindergarten.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Die Zugehörigkeit des Amtes Nidda anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: , und
Literatur Ottfried Dascher, Geiß-Nidda : zur Verfassungsgeschichte eines Dorfes. In: Hundert Jahre Historische Kommission für Hessen 1897–1997 / hrsg. von Walter Heinemeyer, Marburg 1997, S. 323–333.
Weblinks
Stadtteil Geiß-Nidda. In: Webauftritt der Stadt Nidda.
Kategorie:Ort im Wetteraukreis Kategorie:Geographie (Nidda) Geissnidda Kategorie:Ersterwähnung 1226 Kategorie:Gemeindeauflösung 1970