Korsun-Schewtschenkiwskyj ( – bis 1944 Korsun; ) ist eine Stadt in der zentralukrainischen Oblast Tscherkassy mit etwa 18.200 (2017)Städte und Siedlungen der Ukraine auf pop-stat.mashke.org Einwohnern und war bis Juli 2020 das Zentrum des gleichnamigen Rajons Korsun-Schewtschenkiwskyj.
Korsun ist eine der ältesten Städte der Ukraine und liegt am Fluss Ros etwa 70 km westlich von Tscherkassy. 230px|links|mini|Tor der Burg Korsun von 1765 mini|Poniatowski-Palast von 1789
Der Name der Stadt geht auf die antike, auf der Krim gelegene, griechisch-byzantinische Stadt Chersones (Korsun in altrussisch) zurück, aus der die ersten Bewohner der Stadt stammten. Zu Ehren des ukrainischen Nationaldichter Taras Schewtschenko wurde die Stadt 1944 in Korsun-Schewtschenkiwskyj umbenannt.
Geschichte Die Festung Korsun wurde 1032 vom Kiewer Großfürsten Jaroslaw dem Weisen gegründet und diente dem Schutz von Kiew vor Nomaden aus den südlichen Steppen. 1240 wurde die Stadt durch die Tataren unter Batu Khan zerstört. Die Stadt wurde unter der Herrschaft Polen-Litauens 1585 wieder aufgebaut und erhielt das Magdeburger Stadtrecht. Seit der Zweiten polnischen Teilung 1793 gehörte Korsun zum Russischen Reich.
Korsun war mehrfach Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen. So fand 1648 eine Schlacht des Kosakenaufstands unter Bohdan Chmelnyzkyj und im Zweiten Weltkrieg eine große Einkesselungsoperation der Roten Armee bei Korsun statt. Letzterer Operation ist das Museum zum Kessel von Korsun im Poniatowski-Palast gewidmet.
Am 14. Februar 1944 wurde Korsun durch sowjetische Truppen von der Besatzung der deutschen Wehrmacht befreit. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ist Korsun Teil der unabhängigen Ukraine.
Siehe auch: Geschichte der Ukraine, Geschichte Litauens, Geschichte Polens
Verwaltungsgliederung Am 12. Juni 2020 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Korsun-Schewtschenkiwskyj (/Korsun-Schewtschenkiwska miska hromada), zu dieser zählen auch die 8 in der untenstehenden Tabelle aufgelisteten Dörfer sowie die 2 Ansiedlungen Berljutyne und Selena Dibrowa,Кабінет Міністрів України Розпорядження від 12 червня 2020 р. № 728-р "Про визначення адміністративних центрів та затвердження територій територіальних громад Черкаської області" bis dahin bildete sie zusammen mit dem Dorf Harbusyn und Samoridnja die gleichnamige Stadtratsgemeinde Korsun-Schewtschenkiwskyj (Корсунь-Шевченківська міська рада/Korsun-Schewtschenkiwska miska rada) im Zentrum des Rajons Korsun-Schewtschenkiwskyj.
Am 17. Juli 2020 kam es im Zuge einer großen Rajonsreform zum Anschluss des Rajonsgebietes an den Rajon Tscherkassy.Верховна Рада України; Постанова від 17.07.2020 № 807-IX Про утворення та ліквідацію районів
Folgende Orte sind neben dem Hauptort Korsun-Schewtschenkiwskyj Teil der Gemeinde: Name ukrainisch transkribiert ukrainisch russisch Berljutyne Берлютине Берлютино (Berljutino) Harbusyn Гарбузин Гарбузин (Garbusin) Morynzi Моринці Моринцы (Morinzy) Nechworoschtsch Нехворощ Нехворощ Pischky Пішки Пешки (Peschki) Samoridnja Саморідня Самородня (Samorodnja) Selena Dibrowa Зелена Діброва Зелёная Диброва (Seljonaja Dibrowa) Sotnyky Сотники Сотники (Sotniki) Sytnyky Ситники Ситники (Sitniki) Wyhrajiw Виграїв Выграев (Wygrajew)
Bevölkerung Bevölkerungsentwicklung 1959 1970 1979 1989 2001 2005 2017 11.517 16.752 19.748 22.762 19.311 18.966 18.192 Quellen: 1959 webgeo.ru (russisch); 1970 webgeo.ru (russisch); 1979 webgeo.ru (russisch); 1989–2017
Söhne und Töchter der Stadt Olga Petit (1870–1966), die erste Frau, die in Frankreich als Rechtsanwältin zugelassen wurde Anatolij Chorosow (1924–2011), ukrainischer Eishockeyfunktionär
Städtepartnerschaften Gifhorn, DeutschlandStädtepartnerschaft Deutsch-Ukrainisches Forum
Sehenswürdigkeiten Korsun-Park
Weblinks
Historisch-kulturelle Website über Korsun (ukrainisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oblast Tscherkassy Kategorie:Taras Schewtschenko als Namensgeber
Kategorie:Gegründet 1032 Kategorie:Ort am Ros