Als Eurozone (amtlich auch Euro-Währungsgebiet oder Euroraum) wird die Gruppe der EU-Staaten bezeichnet, die den Euro als offizielle Währung besitzen. Die Eurozone besteht seit dem Beitritt Bulgariens am 1. Januar 2026 aus 21 EU-Staaten und wird deswegen als Euro-21 bezeichnet. mini|hochkant=1.4|
Die 21 Staaten der Eurozone sind:
Polen, Rumänien, Schweden, Tschechien und Ungarn sind verpflichtet, den Euro einzuführen, sobald sie die vereinbarten Konvergenzkriterien erreichen. Dänemark kann hingegen den Euro einführen, muss es jedoch nicht, das heißt, es hat de jure eine Ausstiegsoption.
Für die Geldpolitik der Eurozone ist die Europäische Zentralbank zuständig und verantwortlich. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten der Eurozone bildet sie das Eurosystem. Im Rahmen der Euro-Gruppe stimmen die Staaten der Eurozone ihre Steuer- und Wirtschaftspolitik untereinander ab, allerdings ohne formale Entscheidungsbefugnis.
Begriffsverwendung und Abgrenzung zur Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion mini|Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt ist die länderübergreifende Währungsbehörde der Eurozone (Neubau, seit 2015 EZB-Hauptsitz) In den Gründungsverträgen der Europäischen Union kommt der Begriff Eurozone selbst nicht vor; ihre Mitglieder werden nur als „Mitgliedstaaten, deren Währung der Euro ist“ (ff. AEU-Vertrag) bezeichnet. Auch das Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union gebraucht den Begriff nicht, sondern nutzt stattdessen Euro-Währungsgebiet oder Euroraum, um „die am Euro teilnehmenden Länder als Ganzes“ zu bezeichnen. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich im Deutschen jedoch die Bezeichnung Eurozone etabliert.Vgl. EUabc.com: Eurozone.
Synonym dazu wird bisweilen der Ausdruck Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) verwendet. Allerdings kennzeichnet dieser Ausdruck einen Politikbereich der EU allgemein. Mitglieder der EWWU sind formal alle EU-Mitgliedstaaten, wobei diejenigen Länder, die den Euro nicht eingeführt haben, im Vertragstext als „Mitgliedstaaten, für die eine Ausnahmeregelung gilt“ (ff. AEU-Vertrag) bezeichnet werden.
Bisweilen wird Eurozone auch im weiteren Sinn für alle Staaten verwendet, die den Euro nutzen, auch wenn sie keine EU-Mitglieder sind. Diese haben entweder ein Währungsabkommen mit der, den Euro einseitig als Währung eingeführt oder den Kurs ihrer Währung an die Leitwährung Euro gekoppelt.
Eurozone im engeren Sinn Der Euroraum Im engeren Sinn umfasst die Eurozone diejenigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die den Euro als Währung eingeführt haben. Dafür mussten sie die EU-Konvergenzkriterien erfüllen, die die Eurozone wirtschaftspolitisch harmonisieren sollen. Diese Kriterien erfüllten am 1. Januar 1999, als der Euro als Buchgeld eingeführt wurde, elf der damals fünfzehn Mitgliedstaaten (EU-15). Griechenland gab 2000 an, die Kriterien ebenfalls zu erfüllen, und trat der Eurozone am 1. Januar 2001 bei. Euroeinführung mit Euromünzen und Eurobanknoten als offizielle Währung am 1. Januar 2002 in den zwölf Staaten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und SpanienEZB: Erste Bargeldumstellung (2002) am 1. Januar 2007 in SlowenienEZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Slowenien am 1. Januar 2008 in MaltaEZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Malta und in der Republik ZypernEZB: Die Euro-Bargeldumstellung in der Republik Zypern am 1. Januar 2009 in der SlowakeiEZB: Die Euro-Bargeldumstellung in der Slowakei am 1. Januar 2011 in EstlandEZB: Die Euro-Bargeldumstellung in Estland am 1. Januar 2014 in Lettland am 1. Januar 2015 in Litauen am 1. Januar 2023 in Kroatien am 1. Januar 2026 in Bulgarien
Es gibt einige kleine Gebiete der Mitgliedstaaten, die den Euro nicht oder nur eingeschränkt gebrauchen. Im Dorf Büsingen, einer deutschen Exklave in der Schweiz, ist der Euro offizielle Währung, aber der Schweizer Franken wird verwendet.
Die Gemeinde Campione d’Italia (2,6 km²) ist eine italienische Exklave in der Schweiz. Der Schweizer Franken ist die amtliche Währung.
Keines der Außengebiete der Niederlande (ehemalige Niederländische Antillen) verwendet den Euro, sondern den US-Dollar oder daran gebundene lokale Währungen. Einige französische Außengebiete im Pazifik nutzen den CFP-Franc; dieser ist fest an den Euro gebunden.
Mitglieder
Als Bezeichnung Euro Area für statistische Bemessungen sind amtlich:Glossary:Euro area enlargements, Eurostat, epp.eurostat.ec.europa.eu. EA-11: Erstländer 1999/2000 (AT, BE, DE, ES, FI, FR, IE, IT, LU, NL, PT) EA-12: Erstländer 2001 und bei der Bargeldeinführung 2002 (EA-11 + GR) EA-13: ab 2007 (EA-12 + SI) EA-15: ab 2008 (EA-13 + CY, MT) EA-16: ab 2009 (EA-15 + SK) EA-17: ab 2011 (EA-16 + EE) EA-18: ab 2014 (EA-17 + LV) EA-19: ab 2015 (EA-18 + LT) EA-20: ab 2023 (EA-19 + HR) EA-21: ab 2026 (EA-20 + BG) Es ist auch Euro-11 usw. üblich, von 2023 bis 2025 Euro-20, seit 2026 Euro-21
+ Euro-21 Land Einführung EinwohnerBevölkerung am 1. Januar (seit 2008), Eurostat, epp.eurostat.ec.europa.eu. Ausnahmen (BE) 1. Januar 1999 11.467.923 (2019) (BG) 1. Januar 2026 6.441.421 (2024) (DE) 1. Januar 1999 83.019.214 (2019) Büsingen am Hochrhein (faktisch) (EE) 1. Januar 2011 1.324.820 (2019) (FI) 1. Januar 1999 5.517.919 (2019) (FR) 67.028.048 (2019) 3 (GR) 1. Januar 2001 10.722.287 (2019) (IE) 1. Januar 1999 4.904.226 (2019) (IT) 60.359.546 (2019) Campione d’Italia (HR) 1. Januar 2023 3.888.529 (2021) (LV) 1. Januar 2014 1.919.968 (2019) (LT) 1. Januar 2015 2.794.184 (2019) (LU) 1. Januar 1999 613.894 (2019) (MT) 1. Januar 2008 493.559 (2019) (NL) 1. Januar 1999 17.282.163 (2019) ehemalige Niederländische Antillen:
BES-Inseln:
(AT) 8.858.775 (2019) (PT) 10.276.617 (2019) (SK) 1. Januar 2009 5.450.421 (2019) (SI) 1. Januar 2007 2.080.908 (2019) (ES) 1. Januar 1999 46.934.632 (2019) (CY) 1. Januar 2008 875.898 (2019) ca. 358 Mio.
Wirtschaft der Eurozone + Harmonisierter Verbraucherpreisindex (HICP) in der Eurozone Jahr (jeweils Mitte) Harmonisierter Verbraucherindex Steigerung auf Basis eines Euros 1998 1998 – 1,00 € 1999 1,0 % 1,01 € 2000 2,0 % 1,03 € 2001 2,8 % 1,06 € 2002 1,9 % 1,08 € 2003 1,9 % 1,10 € 2004 2,5 % 1,13 € 2005 2,0 % 1,15 € 2006 2,5 % 1,18 € 2007 1,9 % 1,20 € 2008 4,0 % 1,25 € 2009 −0,1 % 1,25 € 2010 1,5 % 1,27 € 2011 2,7 % 1,30 € 2012 2,4 % 1,34 € 2013 1,6 % 1,36 € 2014 0,5 % 1,36 € 2015 0,0 % 1,36 € 2016 0,2 % 1,36 € 2017 1,5 % 1,38 € 2018 1,8 % 1,40 € 2019 1,2 % 1,42 € 2020 0,3 % 1,43 € 2021 2,6 % 1,46 € 2022 8,4 % 1,59 € 2023 5,4 % 1,68 € 2024 2,4 % 1,72 €
Eurozone im weiteren Sinn Staaten und Gebiete außerhalb der EU, die den Euro als Währung nutzen Auch außerhalb der Europäischen Union benutzen einige Staaten den Euro als Währung. Diese meist sehr kleinen Staaten hatten teilweise zum Zeitpunkt der Euro-Einführung Abkommen mit einem EU-Mitgliedstaat über eine Währungsunion; teilweise verzichteten sie einseitig auf die Einführung einer eigenen Währung und ließen stattdessen den Euro als Fremdwährung in Umlauf bringen (sog. Euroisierung). Die Staaten, die den Euro außerhalb der EU verwenden, nehmen nicht am Eurosystem oder der Euro-Gruppe teil. Auch wird die wirtschaftliche Lage in diesen Ländern von der Europäischen Zentralbank bei der Festlegung ihrer Geldpolitik formell nicht berücksichtigt.
Mit formellen Abkommen Staat / Gebiet Einführung Abkommen Einwohner (1. Jan. 1999)1. April 2012 30. Juni 201126. Jan. 2016 85.101 (2024) 1. Jan. 1999 24. Dez. 2001, abgerufen am 15. April 201413. Okt. 2012 38.423 (2025) 1. Jan. 1999 29. Okt. 2010, abgerufen am 12. Januar 2014 10.562 (2022) 1. Jan. 1999 31. Dez. 1998, abgerufen am 12. Januar 2014 5.819 (2022) 1. Jan. 1999 29. Nov. 2000, abgerufen am 15. April 201427. März 2012 33.812 (2023) 1. Jan. 1999 29. Dez. 200017. Dez. 2009 618 (2018) Mehrere Staaten und abhängige Gebiete außerhalb der EU benutzen den Euro als ihre offizielle Währung. Für eine Einführung, die das Recht auf Prägung eigener Münzen umfasst, muss ein Abkommen mit der EU geschlossen werden.
Monaco, San Marino und Vatikanstadt Diese Länder benutzten bis zur Euroeinführung ihre eigenen Währungen, die im Verhältnis 1:1 an die Währung des jeweiligen Nachbarlandes gebunden und dort auch gleichberechtigt im Umlauf waren. San Marino und der Vatikan hatten ihre Währungen an die italienische Lira gebunden und Monaco benutzte den monegassischen Franc, der an den französischen Franc gebunden war.The euro outside the euro area
Monaco, San Marino und der Vatikan haben eine Währungsvereinbarung mit der EU, die ihnen die Nutzung und Prägung einer begrenzten Zahl von Euromünzen (mit ihren eigenen nationalen Motiven auf der Rückseite) gestattet. Ihre Münzen gelten in der gesamten Eurozone. Sie haben jedoch keine Erlaubnis, Banknoten zu drucken.
Andorra Andorra hatte bis zum 1. Januar 2002, dem Termin der Einführung des Euro-Bargeldes in der Eurozone, de facto den französischen Franc und die spanische Peseta als Zahlungsmittel, aber nie eine Vereinbarung mit Spanien oder Frankreich. Verhandlungen mit der Europäischen Union über den offiziellen Status des Euro in Andorra wurden bereits 2004 aufgenommen, es konnte aber jahrelang keine Einigung erzielt werden. Größtes Hindernis war dabei das andorranische Bankgeheimnis. Schließlich wurde am 30. Juni 2011 die Währungsvereinbarung unterzeichnet, die am 1. April 2012 in Kraft trat.. In: Amtsblatt der Europäischen Union. Reihe C. Nr. 300, 5. Oktober 2012, S. 4. Erst am 20. November 2013 wurden die im Rahmen der Währungsvereinbarung erforderlichen Dekrete zur Umsetzung europäischer Normen von der andorranischen Regierung verabschiedet. Die EU gab daraufhin Anfang Dezember 2013 grünes Licht für die Prägung andorranischer Euromünzen, deren Erstausgabe erst am 29. Dezember 2014 erfolgte. Das Prägerecht hat einen Umfang von 2,4 Millionen Euro jährlich.
Saint-Pierre und Miquelon, Mayotte Währungsvereinbarungen wurden auch für zwei französische Überseegebiete geschlossen: Saint-Pierre und Miquelon vor der Küste Kanadas und Mayotte im Indischen Ozean, die zum Zeitpunkt der Euro-Einführung nicht zur EU gehörten, durften dennoch von Anfang an den Euro als Währung benutzen. Sie dürfen jedoch keine eigenen Münzen prägen.
Da Mayotte am 31. März 2011 das 101. Département Frankreichs und am 1. Januar 2014 ein Überseegebiet der Europäischen Union wurde, ist es seitdem auch offiziell Teil der Eurozone.Agreements concerning the French territorial communities
Saint Barthélemy Die französische Insel Saint Barthélemy ist seit 1. Januar 2012 als assoziiertes überseeisches Hoheitsgebiet (ÜLG) nicht mehr Teil der Europäischen Union, behält jedoch aufgrund eines Vertrages von Frankreich mit der EU den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.
Ohne formelle Abkommen Staat / Gebiet Einführung Übernahme Einwohner 1. Jan. 2008 informell 18.195 (2020) 1. Jan. 2002 informell 1.773.971 (2022) 1. Jan. 2002 informell 623.327 (2025) Mit der Einführung des Euro in der Republik Zypern haben auch die britischen Militärbasen Akrotiri und Dekelia, die vor der Euroeinführung das Zypern-Pfund als Währung benutzten, den Euro als Währung übernommen. Die Militärbasen sind zwar Überseegebiete des Vereinigten Königreiches, waren aber nie Teil der EU, und stehen unter militärischer Jurisdiktion. Unabhängig von ihrem Rechtsstatus wurde die Euroeinführung im Einklang mit dem Rechtsstatus der Republik Zypern vollzogen. Montenegro und das Kosovo benutzen den Euro seit seiner Einführung; davor war ihre Währung jeweils die Deutsche Mark, die den Jugoslawischen Dinar ersetzt hatte. Als die D-Mark vom Euro abgelöst wurde, übernahmen sie den Euro durch einseitige Euroisierung. Eine Vereinbarung mit der EZB über die Verwendung des Euro besteht nicht.International Herald Tribune, 1. Januar 2007: Im Kosovo ist außerdem noch der Serbische Dinar im Umlauf, der in Gebieten mit überwiegend serbischer Bevölkerung verwendet wird.