rahmenlos|rechts Die Wassermühle Wienhausen, Mühlenstraße 3/5, direkt am historischen Kloster Wienhausen im Mühlenkomplex am Mühlenkanal und an der Aller, in der niedersächsischen Gemeinde Wienhausen, im Landkreis Celle, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Aktuell (2026) wird sie zum Wohnen sowie als Werkstatt und Atelier genutzt.
Die Gebäude stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Wienhausen).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Geschichte und Beschreibung Direkt neben dem ehemaligen Zisterzienserinnenkloster aus dem 13. Jahrhundert befindet sich die Anlage der Wassermühle. Bereits 1351 wurde eine Wassermühle erwähnt, heute bestehend aus zwei sich gegenüberliegenden Mühlengebäuden des 16. und 19. Jahrhunderts, dem Stauwehr mit entsprechender Mühlentechnik sowie dem Mühlkanal mit Ober- und Unterwasser. Die Mühlengebäude sind die einzigen erhaltenen Gebäude, die zum Bestand des einstigen herzoglichen Jagdschlosses gehörten, welches im Kern auf eine Wasserburg zurückging. Bis zur Reformation gehörte die Mühle zum Kloster. mini|hochkant|Die jüngere Mühle (2018) mini|hochkant|Vorne: Jüngere Mühle; hinten: ältere Mühle von 1591 (2018) mini|hochkant|Mühlenkanal mit Wehr; links: ältere Mühle, rechts: jüngere Mühle (2005) Ende des 18. Jahrhunderts entstand am linken südlichen Ufer des Mühlenkanals als Getreidemühle das zweigeschossige (Südseite eingeschossig), giebelständige, jüngere Mühlengebäude in symmetrischem Fachwerk mit Ausfachungen in Stein und zweifeldigen Streben, mit hohlpfannenngedecktem Satteldach. Davor steht ein kleiner Vorbau zum Mühlengraben.Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen Die Roggenmühle hatte drei Mühlsteine aus Kalksandstein.
1902 erwarb die Staugenossenschaft Ottensen-Schwachhausen beide Mühlen. 1906 wurde ein Turbinenhaus angebaut, 1908 das Wasserrad und die Kreissäge stillgelegt und die Turbine eingebaut sowie 1913 um einen 40-PS-Dieselmotor ergänzt. Bis 1956 wurde hier Strom erzeugt. Bis 1962 wurde noch Getreide gemahlen. Das Gebäude wurde 1973 privatisiert und dann saniert und umgebaut zum Wohnhaus und für eine Werkstatt. Seit 1982 erzeugt eine neue Turbine wieder Strom.Niedersächsische Mühlenstraße: Schild an der Mühle.
Das nördliche, ältere Mühlengebäude wurde 1591 gebaut zur Zeit von Herzog Wilhelm d. J. von Braunschweig-Lüneburg; sie steht südöstlich vom Kloster am Mühlenkanal, westlich der ehemaligen Jagdschlossanlage der Celler Herzöge. Ein Wappenstein mit den Initialen E(renstus) A(ugustus) R(ex) verweist auf die Erbauung. Es war von 1968 bis 2003 das Rathaus der Gemeinde und ist seit 2011 das heutige Kulturhaus Wienhausen (weiteres siehe dort).Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Das unterschlächtige Wasserrad, mit dem die Getreidemühle und das Sägewerk betrieben wurden, ist heute nicht mehr erhalten.
Der Mühlenkanal und das Wehr mit der Unterteilung in Ober- und Unterwasser bestand wohl bereits seit dem 11. JahrhundertBeschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… An der Erhaltung der Mühlenanlage besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte, als Zeugnis- und Schauwert für Bau- und Kunstgeschichte sowie für Wirtschafts- und Technikgeschichte, wie auch aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Ortsbild ein öffentliches Interesse.“
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Einzelnachweise
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