alternativtext=Logo der Sportfreunde Vorst (SF Vorst)|mini|Wappen des Vereins der Sportfreunde 1945 Vorst e.V. Der Verein der Sportfreunde 1945 Vorst e.V., kurz SF Vorst, ist ein Sportverein aus Vorst, einem Stadtteil von Kaarst im Rhein-Kreis Neuss. Er wurde am 20. Oktober 1945 als Sportfreunde 1945 Büttgen-Vorst gegründet und ist seither vor allem im Fußball aktiv; zeitweise bestanden eine Tischtennis- sowie eine Aikido-Abteilung. Die erste Herrenmannschaft spielte in ihrer Geschichte abwechselnd in der höchsten und der zweithöchsten Spielklasse des Fußballkreises, in der Saison 2026/27 in der Kreisliga A Grevenbroich-Neuss. Seit Dezember 2014 trägt der Verein seine Heimspiele im Sportpark Vorst aus. Mit 699 Mitgliedern war er 2023 der größte reine Fußballverein in Kaarst. BasisdatenNameVerein der Sportfreunde 1945 Vorst e.V.SitzKaarst-Vorst, Rhein-Kreis NeussGründung20. Oktober 1945FarbenSchwarz-WeißVereinsregisterAmtsgericht Neuss, VR 1105AbteilungenFußballSpielstätteSportpark Vorst (seit 2014)SpielklasseKreisliga A Grevenbroich-Neuss (Saison 2026/27)Belege für die Basisdaten: Name, Sitz und Vereinsregister; Gründung; Farben; Abteilungen; Spielklasse.

Geschichte

Gründung und Nachkriegsjahre (1945–1949) Pläne für einen Fußballverein in Vorst gab es bereits 1936. Zu den Initiatoren gehörten Matthias Hannen, Heinrich Vogt, Heinrich Tillmann, Heinrich Kindler, Josef Hannen und Peter Maaßen; der Zweite Weltkrieg beendete das Vorhaben. Im Herbst 1945 griff vor allem Heinrich Vogt die Idee wieder auf. Am 14. Oktober 1945 verloren Vorster Spieler ein inoffizielles Freundschaftsspiel gegen die zweite Mannschaft des VfR Büttgen mit 0:2.

Am 20. Oktober 1945 kamen 24 aktive und 11 passive Fußballfreunde im Lokal von Matthias Hannen an der Wattmannstraße zu der von Vogt einberufenen Gründungsversammlung zusammen. Sie gründeten die Sportfreunde 1945 Büttgen-Vorst und wählten Heinrich Hütz zum ersten Vorsitzenden; Vogt wurde Spielführer der ersten Mannschaft. Als Leitgedanken gab sich der Verein „Sportsgeist und äußerste Disziplin“, als Spielkleidung weiße Hemden mit schwarzem Kragen und schwarze Hosen. Das erste offizielle Freundschaftsspiel am folgenden Tag beim SV Schiefbahn endete 1:8. Kurz darauf zählte der Verein 80 Mitglieder. Das erste Meisterschaftsspiel bestritt die Mannschaft am 16. Dezember 1945 in Uedesheim. Bald kamen eine A-Jugend, eine zweite Mannschaft und eine Alte-Herren-Mannschaft hinzu.

Einen eigenen Platz besaß der Verein zunächst nicht; er wich auf die Sportplätze in Büttgen und Kaarst aus. Als Hosen dienten schwarz gefärbte amerikanische Mehlsäcke, die Trikots nähten Frauen aus dem Ort. Zu Auswärtsspielen fuhr die Mannschaft mit Pferdekarren, auf dem Anhänger eines Lastwagens oder in einem Auto mit Holzvergaser.

Am 1. April 1947 überließ die Gemeinde Büttgen dem Verein fünf Morgen (12.500 Quadratmeter) im Vorster Gemeindewald. Mitglieder rodeten das Gelände mit Unterstützung aus dem Dorf, entfernten Baumwurzeln und füllten Bombentrichter auf. Am 20. Juni 1948, dem Tag der Währungsreform, übergab Gemeindedirektor Reuber den Platz mit einem Volksfest seiner Bestimmung; der Verein verband die Einweihung mit einer Sportwoche. Im selben Sommer wurde die erste Mannschaft Vizemeister der 2. Kreisklasse.

Zwischen 1. und 2. Kreisklasse (1950–1979) Höchste Spielklasse auf Kreisebene war die 1. Kreisklasse, die später Kreisliga A hieß; die 2. Kreisklasse entsprach der späteren Kreisliga B. Am 24. Juni 1950 wurde die erste Mannschaft Meister der 2. Kreisklasse und stieg auf, 1951 aber direkt wieder ab. Im August 1952 wurde am Platz ein Sporthaus fertiggestellt. 1958 gewann die C-Jugend als erste Mannschaft des Vereins eine Gruppenmeisterschaft, in der Saison 1958/59 stieg die erste Mannschaft erneut in die 1. Kreisklasse auf.

Am 31. Juli 1960 weihte Kaplan Brenner den umgebauten, 105 mal 70 Meter großen Platz ein, der nun einen Belag aus roter Asche hatte. In der Saison 1960/61 erreichte die erste Mannschaft mit Platz drei ihre bis dahin beste Platzierung. Im August 1961 verpflichtete der Verein Gerd Schönknecht, zuvor 161-facher Oberliga-Spieler des Meidericher SV, als Spielertrainer. Nach einer Relegationsniederlage stieg die Mannschaft 1964 ab. Am 26. März 1966 weihte der Verein ein nach Plänen von Paul Nilges errichtetes Umkleidegebäude mit Duschen und Schiedsrichterraum ein; bis dahin hatten die Spieler zum Umziehen rund zwei Kilometer laufen müssen.

Am 16. November 1967 starb der 21-jährige Spieler Klaus Fiedler an einer Kopfverletzung, die er sich elf Tage zuvor in einem Punktspiel gegen den TuS Reuschenberg zugezogen hatte. 1968 kehrte die erste Mannschaft als Meister in die 1. Kreisklasse zurück und erreichte ein Jahr später das Kreispokalfinale, das sie gegen die Holzheimer SG mit 1:4 verlor. Die 1969 genehmigte Flutlichtanlage ging am 18. April 1973 mit einem Freundschaftsspiel gegen den VfR Büttgen in Betrieb.

Nach dem Abstieg 1971 spielte die erste Mannschaft zwölf Jahre lang in der 2. Kreisklasse. Unter Trainer Fritz Beyer gehörte sie ab 1975 zur Spitzengruppe, ohne aufzusteigen. Im Kreispokal 1977 schaltete sie zwei Mannschaften aus der 1. Kreisklasse aus und unterlag erst dem Landesligisten TSV Bayer Dormagen vor mehr als 300 Zuschauern mit 1:3. Im Zuge der kommunalen Neugliederung, durch die Büttgen-Vorst zur Stadt Kaarst kam, scheiterte der Versuch der Büttgener und Vorster Vereine, eine gemeinsame Sportgemeinschaft zu bilden; eine Fusion mit dem VfR Büttgen lehnten die Sportfreunde ab. In den 1970er Jahren hatte der Verein zwischen 250 und 300 Mitglieder. Im Oktober 1976 waren es nach einem Bericht der Westdeutschen Zeitung rund 300, darunter 100 fördernde, was etwa zehn Prozent der rund 3600 Einwohner von Vorst entsprach.

Wechselnde Spielklassen und Aufstieg 1999 (1980–1999) Zu Beginn der 1980er Jahre war die Mitgliederzahl auf 264 gesunken, der Verein stellte nur noch vier Jugendmannschaften. Im September 1982 beantragte er die Umbenennung in Verein der Sportfreunde 1945 Vorst e. V. Unter Trainer Wilfried Vogt stieg die erste Mannschaft im Mai 1983 nach 15 Jahren wieder in die 1. Kreisklasse auf, 1984 aber erneut ab. Am 15. November 1983 starb Heinrich Vogt, der die Jugendabteilung seit der Gründung 38 Jahre lang geleitet hatte. Im Kreispokal gewann die erste Mannschaft am 6. Mai 1986 nach 0:3-Rückstand mit 4:3 gegen den Landesligisten TuS Grevenbroich.

1987 trat Hanns Goertz nach 26 Jahren als Vorsitzender ab und wurde Ehrenvorsitzender; Nachfolger wurde Willi Unterberg. Unter Trainer Friedhelm Krahwinkel wurde die erste Mannschaft 1988 Meister und stieg in die Kreisliga A auf, 1990 nach zwei Jahren aber wieder ab. Im selben Jahr wurde die A-Jugend erstmals seit 25 Jahren Gruppenmeister. Im Oktober 1990 gründete sich eine Damenmannschaft, die bei der Sportwoche 1991 ihr erstes Spiel bestritt. 1992 erschien erstmals die Vereinszeitschrift Sportfreunde aktuell.

Zum 50-jährigen Bestehen 1995 spielte die Traditionsmannschaft von Fortuna Düsseldorf im Vorster Wald, zum anschließenden Jubiläumsfest kamen rund 1.500 Besucher. Kurz darauf übergab Willi Unterberg den Vorsitz an Wilfried Vogt. In den Spielzeiten 1995/96 und 1997/98 verpasste die erste Mannschaft den Aufstieg jeweils als Tabellenzweiter aufgrund der Torbilanz. Unter Trainer Roger Steinbach gelang 1999 der Aufstieg in die Kreisliga A, gesichert am vorletzten Spieltag durch einen 1:0-Sieg beim BV Wevelinghoven II. Im selben Jahr wurde die Mädchenmannschaft ungeschlagen Meister, mit 154 Toren in 17 Spielen.

Kreisliga A, Abstieg und neuer Standort (2000–2014) In den ersten Jahren in der Kreisliga A kamen bis zu 300 Zuschauer zu den Heimspielen. 2003 übernahm mit Gaby Vollmer erstmals eine Frau die Jugendleitung, die sie sechs Jahre innehatte. Im selben Jahr richtete der Verein mit Gästen aus dem französischen Mèze sein erstes internationales Jugendturnier aus. 2004 stieg die erste Mannschaft nach fünf Jahren in die Kreisliga B ab. Die Damenmannschaft wurde zur Saison 2008/09 wegen Spielerinnenmangels abgemeldet.

Erfolgreich war in dieser Zeit vor allem die Jugend. Die E1 gewann in der Saison 2007/08 Gruppenmeisterschaft, Stadtpokal und Kreispokal und wiederholte dies ein Jahr später; 2008 stieg die A-Jugend in die Leistungsklasse auf. Für seine Jugendarbeit erhielt der Verein den Sepp-Herberger-Preis. Mit zwölf Jugendmannschaften hatte er so viele wie nie zuvor, die Mitgliederzahl verdoppelte sich binnen zwei Jahren auf 452.

Seit Ende der 1990er Jahre diskutierten Verein und Stadt über eine neue Spielstätte. 2008 kündigte die Stadt an, drei Kunstrasenplätze bauen zu wollen, darunter einen in Vorst. Anfang der 2010er Jahre sank die Mitgliederzahl auf 367, weil viele Eltern ihre Kinder nicht mehr auf dem Ascheplatz spielen lassen wollten. Im Oktober 2011 erklärte sich der Verein bereit, sich an den Kosten zu beteiligen. Am 11. April 2013 beschloss der Bau- und Umweltausschuss der Stadt, den Sportplatz am Georg-Büchner-Gymnasium samt Kleinfeld für fast 1,4 Millionen Euro in eine Kunstrasenanlage umzubauen und ein Funktionsgebäude nach Plänen des Architekten Jakob Post zu errichten. Die Sportfreunde übernahmen den Innenausbau in Eigenleistung sowie einen Teil der mit 776.000 Euro veranschlagten Baukosten des Gebäudes.

Im November 2013 gab Wilfried Vogt den Vorsitz nach 18 Jahren an Michael Börgers ab und wurde Ehrenvorsitzender. Im selben Monat gründete der Verein eine Aikido-Abteilung. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2014. Am 5. Dezember 2014 zogen die Mitglieder mit einem Fackelzug vom Waldstadion zum neuen Sportpark, den Franz-Josef Moormann, damaliger Bürgermeister der Stadt Kaarst, an den Verein übergab; der Verein hatte zu diesem Zeitpunkt 380 Mitglieder.

Im Sportpark (seit 2015) In der Saison 2015/16 wurde die erste Mannschaft unter Trainer Roger Steinbach mit elf Punkten Vorsprung und 113:21 Toren Meister der Kreisliga B und stieg in die Kreisliga A auf; auch die zweite Mannschaft stieg auf. 2016 richtete der Verein im Sportpark alle Kreispokalendspiele und den Kreisjugendtag aus. Nach dem Umzug wuchs die Mitgliederzahl von rund 350 auf mehr als 600.

Die geplante Feier zum 75-jährigen Bestehen fiel auf Grund der weltweiten COVID-19-Pandemie aus. Am 28. August 2021 spielte die Alte-Herren-Mannschaft vor 1.000 Zuschauern gegen die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach und verlor 3:15. Das 75-jährige Bestehen feierte der Verein im dritten Anlauf im September 2022 im Vorster Schützenzelt. Zu diesem Zeitpunkt hatte er 723 Mitglieder, rund doppelt so viele wie vor dem Umzug.

Im Juli 2020 beschloss der Vorstand erstmals ein Jugendkonzept mit Leistungs- und Breitensportmannschaften. Noch im selben Jahr stiegen die U17 und die U13 in die Leistungsklasse auf; im Dezember 2021 spielten erstmals drei Jugendteams des Vereins in dieser Klasse. Im Juni 2024 stieg die B1-Jugend als Sieger ihrer Qualifikationsgruppe in die Sonderliga auf. Ein Jahr später gewann die C-Jugend ihre Gruppe in der Qualifikation zur Sonderliga 2025/26.

2022 stieg die erste Mannschaft in die Kreisliga B ab. Unter dem neuen Trainer Björn Haas gelang in der Saison 2022/23 der direkte Wiederaufstieg. Die Mannschaft wurde in Gruppe 1 der Kreisliga B Vizemeister, zwei Punkte hinter Germania Grefrath und zwei Punkte vor der SG Orken/Noithausen. In 32 Ligaspielen erzielte sie 181 Tore bei 28 Gegentoren; Daniel Markwica traf 44-mal.