mini|hochkant|Kardinal oão Cosme da Cunha mini|hochkant|Kardinalswappen João Cosme da Cunha (* 27. September 1715 in Lissabon; † 31. Januar 1783 ebenda) war ein portugiesischer Kardinal, Erzbischof von Évora und Großinquisitor von Portugal.

Leben Cunha war ein Sohn des Carlos Manuel da Cunha e Távora, Conde de São Vicente, und der Isabel de Noronha. Er studierte Rechtswissenschaften in Lissabon und trat 1738 den Regularkanonikern des heiligen Augustinus in der Reformierten Kongregation vom Heiligen Kreuz von Coimbra bei, wobei er den Ordensnamen Frei João de Nossa Senhora da Porta annahm. Am 15. Mai 1740 empfing er die Diakonatsweihe, eine Woche später die Priesterweihe.

Am 28. März 1746 wurde er zum Titularbischof von Olympus sowie zum Koadjutor des Bischofs von Leiria mit Nachfolgerecht ernannt; bereits am 8. April 1746 folgte er dem verstorbenen Álvaro de Abranches e Noronha im Bistum nach. Die Bischofsweihe empfing er am 29. Juni 1746 in der Patriarchalbasilika von Lissabon von Kardinal Tomás de Almeida, Patriarch von Lissabon; Mitkonsekratoren waren José Dantas Barbosa, Titularerzbischof von Lacedemonia, und João da Cruz, ehemaliger Bischof von São Sebastião do Rio de Janeiro. Nach dem Erdbeben von Lissabon 1755 soll er barfuß, mit einem Strick um den Hals und einem Kruzifix in der Hand, durch die Trümmer der Stadt gezogen sein und Buße von den Lebenden sowie Fürbitte für die Toten gefordert haben.

1759 wurde er vom König für das Erzbistum Évora ausgewählt, als Nachfolger von Miguel de Távora, und 1760 vom Papst bestätigt; er residierte jedoch weiterhin in Lissabon, auf Wunsch des späteren Marquês de Pombal, seines Förderers, seit er als Bischof von Leiria in einem Hirtenbrief den Jesuiten Mitwisserschaft am Attentat auf den König vom 3. September 1758 vorgeworfen hatte. Trotz mäßiger intellektueller Begabung und einfacher Bildung verstand er es, beim König und bei Pombal in Gunst zu stehen, und behielt jahrelang großen Einfluss am Hof. Pombal ernannte ihn zum Inspektor beim Wiederaufbau der Hauptstadt; 1768 wurde er zudem mit dem Vorsitz der neu geschaffenen Real Mesa Censória betraut.

1760 wurde er zudem Staatsrat und Regedor der Casa da Suplicação; in dieser Funktion billigte er die Verbannung der unehelichen Halbbrüder des Königs, der sogenannten „Meninos de Palhavã“, nach Buçaco. 1768 billigte er die Inhaftierung ohne Gerichtsverfahren des Bischofs von Coimbra, Miguel da Anunciação, der erst 1777 wieder freigelassen wurde.

Am 6. Februar 1770 wurde er zum Großinquisitor von Portugal ernannt, ein Amt, das er bis zu seinem Tod 1783 innehatte. Am 6. August 1770 erhob ihn Clemens XIV. auf Betreiben Pombals in den Kardinalsrang; eine Titelkirche erhielt er nie, da er zeitlebens in Portugal blieb. Am Konklave 1774–1775, aus dem Pius VI. als Papst hervorging, nahm er nicht teil. 1772 wurde er zudem zum beratenden Minister ernannt, ein Amt, das er bis zum Ende von Pombals Regierungszeit 1777 innehatte.

Cunha starb am 31. Januar 1783 in Lissabon.

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