Hans-Heinz Kohler (* 12. April 1912 in Swakopmund; † 5. Februar 1995 in Fürstenfeldbruck) war ein deutscher Generalarzt der Luftwaffe der Bundeswehr.

Leben Kohler, Sohn eines Rechtsanwalts, Notars und Oberregierungsrates, wurde in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika geboren, studierte von 1931 bis September 1936 Humanmedizin an den Universitäten in Würzburg, Jena, Leipzig und Berlin. 1933 machte er sein Physikum in Würzburg. Am 1. November 1934 trat er als Sanitätsoffizier-Anwärter bei der 10. Kompanie des Infanterie-Regiments 11 in Leipzig in die Reichswehr ein. Dies blieb bis April 1935 seine Stammeinheit und war anschließend bis September 1936 die Militärärztliche Akademie in Berlin. Im September 1935 trat er zur Luftwaffe über und war vom Oktober 1936 bis Juli 1937 zum Luftfahrtmedizinischen Forschungsinstitut im Reichsluftfahrtministerium in Berlin kommandiert. Am 1. Oktober 1936 wurde er Unterarzt und am 1. Oktober 1937 erfolgte die Approbation zum Arzt sowie die Ernennung in den Wehrmachts-Dienstgrad eines Assistenzarztes. Am 19. Juli 1938 erfolgte die Promotion zum Doktor der Medizin und am 1. Juli 1938 die Ernennung in den Wehrmachts-Dienstgrad Oberarzt.Bradley et al. 1998 a. a. O.Range 2013 a. a. O.

Von Oktober 1937 bis Mai 1938 war er Truppenarzt an der Flugzeugführerschule C in Stade und von Mai 1938 bis September 1939 an der Blindflugschule in Wesendorf. Von Juni 1939 bis April 1940 wurde er in Wesendorf zum Flugzeugführer ausgebildet. Von September 1939 bis April 1940 war er Truppenarzt an der Flugzeugführerschule C in Prag-Rusin, von April 1940 bis April 1941 Truppenarzt in der 1. Staffel des Kampfgeschwaders 40 in Norwegen, wo er am 1. Juli 1940 Stabsarzt wurde, von April 1941 bis Mai 1942 Führer der mit der Junkers Ju‑52 und Fieseler Fi 156 ausgestatteten Sanitäts-Flugbereitschaft 8 auf Kreta, in Norwegen und Finnland, von Mai bis Oktober 1942 Kompaniechef in der Sanitäts-Ausbildungs-Abteilung in Dresden, Schweidnitz und Saalow, von Oktober 1942 bis November 1942 Bataillonsarzt in einer Luftwaffen-Felddivision und von November 1942 bis August 1944 Kompaniechef der Sanitäts-Kompanie der Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring in Italien und Polen. Von August 1944 bis März 1945 durchlief er eine fachärztliche Ausbildung im Luftwaffen-Lazarett in Halle-Dölau, wo er Ende Januar 1945 zum Oberstabsarzt ernannt wurde und war von März bis Mai 1945 Divisionsarzt der 5. Flieger-Division. Von Mai bis Oktober 1945 war er in Kriegsgefangenschaft des Vereinigten Königreichs.

Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit von Oktober 1945 bis Februar 1946 war Kohler von März 1946 bis Februar 1956 selbständiger praktischer Arzt und Geburtshelfer in Wesendorf.

Am 1. März 1956 trat Kohler als Oberstabsarzt in die Bundeswehr ein und war zunächst bis Juni 1956 in einer Eignungsübung leitender Arzt Freiwilligenannahmewesen in München und von Juni bis September 1956 leitender Arzt Freiwilligenannahmewesen in Hannover. Von Oktober 1956 bis Juli 1958 war er leitender Arzt des Sanitätsbereichs Fürstenfeldbruck, wo er am 27. Mai 1957 Oberfeldarzt wurde, von August 1958 bis Januar 1959 Fliegerarzt der Flugzeugführerschule B in Fürstenfeldbruck, von Februar bis Juni 1959 Sanitätsstabsoffizier am Flugmedizinischen Institut der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, von Juni 1959 bis März 1963 Leitender Sanitätsoffizier am Kommando der Schulen der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, wo er am 7. November 1961 die Anerkennung als Fliegerarzt erhielt und im November 1962 Oberstarzt wurde. Von April bis September 1963 war er mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Leiters des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe beauftragt, von Oktober 1963 bis März 1968 Abteilungsleiter II an jenem Institut und von April 1968 bis Juni 1970 Abteilungsleiter Sanitätswesen im Wehrbereichskommando VI in München.

Im Juli 1970 wurde Kohler Leiter des Flugmedizinischen Instituts der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck und am 10. August 1970 zum Generalarzt ernannt. Mit Ablauf des September 1972 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Kohler war Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin und Mitglied im Kuratorium des Vereins Der Mensch und der Weltraum.

Kohler war verheiratet und hatte vier Kinder.

Auszeichnungen 1942: Frontflugspange für Transportflieger in Bronze 1943: Eisernes Kreuz I. Klasse 1972: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Siehe auch Liste der Generale der Luftwaffe der Bundeswehr

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Generalarzt (Luftwaffe der Bundeswehr) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Oberstabsarzt (Luftwaffe der Wehrmacht) Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Briten Kategorie:Militärperson (Reichswehr) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1912 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann