mini|hochkant|Zdenka Ticharich (1943) Zdenka Ticharich (* 26. September 1900 in Budapest, Königreich Ungarn; † 15. Februar 1979 in Budapest) war eine ungarische Pianistin und Komponistin, die auch als Hochschullehrerin wirkte.
Leben Zdenka Ticharich spielte bereits als kleines Kind im Alter von drei Jahren erste Melodien auf dem Klavier. Zu dieser Zeit entdeckte der Pianist Theodor Leschetitzky ihr absolutes Gehör und ihre besonderen musikalischen Fähigkeiten. Ab vier Jahren bekam sie als reguläre Schülerin Klavierunterricht am Nationalen Konservatorium (Nemzeti Zenede) in Budapest bei István Tomka. Im Jahr 1915 erhielt sie dort ein mit 200 Kronen dotiertes Franz-Liszt-Stipendium, das von Géza Zichy ins Leben gerufen wurde. Im selben Jahr bat sie István Kerner, den Dirigenten des Budapester Philharmonischen Orchesters, ihre selbst geschriebene Sinfonie mit dem Orchester aufzuführen, was dieser auch tat und für sie ihr erster großer Erfolg als Komponistin war.
Weiterhin studierte sie Klavier in Wien am Conservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde bei Emil Sauer und bei Ferruccio Busoni sowie Komposition an der Akademischen Hochschule für Musik in Berlin bei Franz Schreker.
mini|hochkant|links|Porträt von Zdenka Ticharich, 1921, Gemälde von József Rippl-Rónai Mit 17 Jahren begann sie Konzertreisen zu unternehmen, die sie in verschiedene europäische Hauptstädte wie Berlin, London und Paris sowie in die USA führten, wo sie insgesamt mehr als hundert Konzerte gab. Bei ihrem ersten Komponistenabend in Paris saßen Maurice Ravel und Darius Milhaud im Publikum. Die Kritiken in den Zeitungen fielen positiv aus. Sie beeindruckte den Schweizer Komponisten Arthur Honegger, der in Paris lebte und ihr ein Stück widmete. In Budapest war der große Saal des Vigadó und der Musikhochschule Schauplatz zahlreicher ihrer Solo- und Orchesterkonzerte. Sie konzertierte des Öfteren zusammen mit Ernő Dohnányi. Ihre Orchesterkonzerte wurden von bekannten Dirigenten geleitet, darunter Ferdinand Löwe, Artúr Nikisch, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter und Ernest Ansermet. Weiterhin trat sie häufig im Ungarischen Rundfunk auf und Aufnahmen von ihr finden sich im Archiv des Senders.
Ab 1947 unterrichtete sie auf Anraten von Zoltán Kodály Klavier an der Franz-Liszt-Musikakademie und übte diese Tätigkeit bis 1969 aus.
Sie erhielt 1965 die Auszeichnung Szocialista Kultúráért und 1969 Oktatásügy Kiváló Dolgozója.
Kompositionen Sie komponierte Klavierstücke, Quartette, Lieder, Kammer- und Ballettmusik, Opern sowie Orchesterwerke.
Literatur
Einzelnachweise
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