Johannes „Hans“ Barth (* 17. Juli 1890 in Dresden; † 8. April 1962 in Bad Driburg) war ein deutscher Ministerialbeamter während der Zeit des Nationalsozialismus.
Werdegang Barth legte 1911 am Königlichen Gymnasium Dresden-Neustadt das Abitur ab. Anschließend studierte er zunächst Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Leipzig und München. Ab 1912 studierte er an Forstlichen Hochschule Tharandt. Von 1914 bis 1918 leistete er Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. Zwischenzeitlich legte er 1916 das Diplom-Forstexamen ab.
1920 trat Barth als Forstbeamter in den sächsischen Staatsdienst ein. Er wurde 1922 zum Oberförster und 1927 zum Forstmeister befördert. Von 1927 bis 1935 war er Vorstand des Forstamtes Adorf/Vogtl. bzw. der vereinigten Forstämter Adorf-Brambach. Zum 1. November 1932 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 1.375.971). 1935 wurde er zum Oberforstmeister befördert und war anschließend bis 1939 Dezernent für „Holzwirtschaft, Kassen- und Geschäftsführung, Haushalt, Fahrzeughaltung“ in der Sächsischen Landesforstdirektion. 1939 erfolgte seine Beförderung zum Landforstmeister. Er war von 1939 bis 1945 Referent für „Holzeinfuhr“ im Reichsforstamt.
Ab April 1941 war Barth kommissarischer Leiter der Hauptabteilung II der Reichsstelle für Holz. Im Mai 1941 wurde er zum Oberlandforstmeister befördert. Von 1941 bis 1944 war Barth Leiter der Chefgruppe „Holz- und Forstwirtschaft“ und Abteilungsleiter „Forstwirtschaft“ im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete bzw. im Wirtschaftsstab Ost. Im September 1942 wurde er zum Ministerialdirigenten ernannt. Von 1944 bis zum Kriegsende 1945 war er im Feldwirtschaftsamt beim Oberkommando der Wehrmacht tätig.
Von Juni 1945 bis März 1946 war Barth von der US-amerikanische Militärregierung interniert, unter anderem in Garmisch-Partenkirchen. In seinem Spruchkammerverfahren wurde er 1947 als „Mitläufer“ eingestuft. Ab 1947 war er wieder als Forstbeamter im Forsthaus Gradberg im Forstamt Neuenheerse tätig. Barth starb im April 1962 im Alter von 71 Jahren in Bad Driburg.
Literatur
Andreas Schulz, Dieter Zinke: Die Militärverwaltungsbeamten der deutschen Wehrmacht im Generalsrang. Verlag Veit Scherzer, Bayreuth 2015, ISBN 978-3-938845-60-8, S. 394–400. Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. München 2006, ISBN 3-89650-213-1.
Weblinks Johannes Barth auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
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