Wilhelm Koppelmann (* 8. Februar 1860 in Schüttorf als Franz Wilhelm Bernhard Moritz Koppelmann; † 4. August 1934 in Münster) war ein deutscher Theologe und Hochschullehrer.

Leben Koppelmann wurde 1860 als Sohn der Eheleute Johann Christian Friedrich Ludwig Koppelmann (1823–1889) und dessen Ehefrau Helene Schlicker (1832–1917) geboren. Sein Vater war Pastor und Konsistorialrat in Schüttorf. Nachdem er die Schule seiner Heimatgemeinde absolviert hatte, besuchte er das Gymnasium in Lingen, wo er 1879 das Abitur bestand. Anschließend nahm er an der Universität Tübingen das Studium der Philosophie, Philologie und evangelischen Theologie auf. Während seiner Tübinger Jahre wurde er im Wintersemester 1879/1880 Mitglied der schwarzen Verbindung Derendingia Tübingen (seit 1897 Tübinger Burschenschaft Derendingia in der DB).Willy Nolte (Hrsg.): Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934. Berlin 1934, S. 262.Mitglieder-Verzeichnis der Burschenschaft Derendingia zu Tübingen. 1967, Stammrollen-Nr. 52. Zu seinen Confüxen gehörte der spätere Pfarrer und Politiker Richard Oertel. Ab 1881 setzte er das Studium an der Universität Berlin fort. 1884 legte er in Göttingen das Staatsexamen ab. In Tübingen promovierte er zum Dr. phil. und erwarb dort mit einer religionsphilosophischen Arbeit über Immanuel Kant und die Grundlagen der christlichen Religion das Lic. Theol.

1887 trat er in den höheren Schuldienst ein. Nach Stationen als Gymnasiallehrer in Lippstadt und Leer, siedelte er als Oberlehrer nach Münster über. Während seiner Lehrtätigkeit widmete er sich vermehrt der wissenschaftlichen Forschung und Publikation. Koppelmann habilitierte sich 1905 mit einer Arbeit über Kritik des sittlichen Bewußtseins und wirkte anschließend als Dozent an der 1902 gegründeten Universität Münster. 1914 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Schuldienst aus. Nach Kriegsausbruch meldete sich Koppelmann als Freiwilliger und nahm im Rang eines Hauptmanns d. R. in der Heeresverwaltung in Belgien am Ersten Weltkrieg teil. Sein ältester Sohn Hans fiel 1914 bei Ypern. Nach dem Weggang Erich Bechers erhielt Wilhelm Koppelmann 1916 die Ernennung zum außerordentlichen Honorarprofessor. 1918 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Honorarprofessor in Münster.

Bei den ersten freien Wahlen 1919 wurde Koppelmann als Kandidat der Deutschen Demokratischen Partei in die Stadtverordnetenversammlung von Münster gewählt. Aufgrund zunehmender Arbeitsbelastung legte er das Mandat am 31. Mai 1922 nieder. Sein Nachfolger wurde Friedrich Schimpf.Norbert Korfmacher: Mitgliederverzeichnis der Stadtverordnetenversammlung Münster 1919 bis 1933. Stand: 21. März 2010. S. 22 u. 44.

Aus seiner ersten Ehe mit Friederike Crigee (1861–1909) stammten drei Kinder, unter anderem der Linguist Heinrich Koppelmann (1894–1972). Koppelmann starb 1934 in Münster und wurde dort beigesetzt.

Schriften (Auswahl) Der Erlösungs- und Heilsgedanke von freisinnig-protestantischem Standpunkt aus. Bohn, Haarlem 1925. Was wissen wir von der menschlichen Seele? Velhagen & Klasing, Bielefeld 1922. Das Wesen des Christentums. Eine religionsphilosophische Untersuchung. Reuther & Reichard, Berlin 1922. Weltanschauungsfragen. Grundlinien einer Lebensphilosophie. Reuther & Reichard, Berlin 1920; 2. Auflage 1922. Untersuchungen zur Logik der Gegenwart. Teil 1: Zur Lehre vom Denken und Erkennen. Reuther & Reichard, Berlin 1913; Teil 2: Formale Logik. Reuther & Reichard, Berlin 1918. Kritik des sittlichen Bewusstseins vom philosophischen und historischen Standpunkt. Reuther & Reichard, Berlin 1904. 20. Versammlung westfälischer Religionslehrer. In: ZevRU, 18. Jg., Frankfurt am Main, 1906/07, S. 41–43. Versuch einer Darstellung der Sittenlehre Jesu auf Grund der synoptischen Evangelien für die Prima. In: Jahresbericht des Realgymnasiums zu Lippstadt, Nr. 38. Lippstadt 1894. Einige Mitteilungen über Schulandachten und Schulgottesdienst. In: ZevRU, 4. Jg., Frankfurt am Main, 1893, S. 177–186. Kants Lehre vom kategorischen Imperativ, 1888.

Literatur Norbert Korfmacher: Mitgliederverzeichnis der Stadtverordnetenversammlung Münster 1919 bis 1933. Stand: 21. März 2010. S. 22 u. 44. Johannes Müller-Salo u. Reinold Schmücker (Hrsg.): Pietät und Weltbezug. Universitätsphilosophie in Münster, Leiden 2020. Markus Rohmann: Evangelische Religionslehrer am Gymnasium: Entstehung eies Berufs, Inauguraldissertation, 2018.

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Einzelnachweise

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