Das Verhältnis von Judentum und Halloween ist geprägt von den christlichen und keltischen Wurzeln des Festes. Als säkulares Fest wird Halloween in westlichen Ländern auch von Jüdinnen und Juden gefeiert. Hingegen wird es im orthodoxen Judentum abgelehnt.

Halloween mini|Halloweendekoration Halloween geht auf die Volksbräuche am Vorabend von Allerheiligen zurück. Im Ursprung ein keltisches Fest, welches im antiken Gallien und Britannien begangen wurde, markierte es das Ende der sommerlichen Erntezeit. In der christlichen Kirche wurde zu Beginn des 9. Jahrhunderts der Feiertag für alle Heiligen auf den 1. November gelegt. Feierlichkeiten am Vorabend waren vor allem in Irland verbreitet und gelangten durch irische Einwanderer auch in die USA. Zu den keltischen Bräuchen gehörte die Tradition, sich als Geister, Kobolde, Hexen, Feen, Elfen und andere Fabelwesen zu verkleiden. Zu Beginn der 1990er Jahre kehrte das Brauchtum als Halloween nach Europa zurück.

Halloween als säkulares Fest mini|200px|B'nai B'rith Young Women's Organization bei der Planung ihrer Halloween-Spendenveranstaltung, dem „Broomstick Ball“, 1948. mini|200px|Halloween-Party im St. Paul Jewish Educational Center, 1937. Inzwischen hat sich Halloween zu einem säkularen Fest gewandelt, ungeachtet der religiösen Ursprünge wird es von den meisten Amerikanern als nationale Tradition verstanden, der keine religiöse Bedeutung gegeben wird. Diese Sicht haben sich auch viele amerikanische Juden angeeignet und verstehen das Fest als ein rein weltliches Ereignis. Dennoch verschwindet aus rabbinischer Sicht der Ursprung eines Feiertags nicht einfach im Laufe der Zeit. Daher gilt aus dieser Perspektive Halloween weiterhin als religiöser Feiertag, der letztlich im Widerspruch zum jüdischen Gesetz steht.

Für viele jüdisch-amerikanische Eltern ist jedoch die Teilnahme am Halloween-Treiben ein harmloser Spaß für Kinder und sie lassen ihre Kinder wie auch andere Kinder verkleidet teilnehmen. Sie fassen Halloween als ein weltliches Fest auf, welches sich nicht von Thanksgiving oder dem 4. Juli unterscheidet, und für die Kinder steht der Spaß im Vordergrund.

Viele Süßigkeiten werden bereits seit längerer Zeit ganzjährig so produziert, dass sie den jüdischen Speisegesetzen entsprechen und koscher sind. So ist auch der spätere Verzehr der gesammelten Süßigkeiten für jüdische Kinder und ihre Eltern zumeist kein Problem.

Jüdische Sicht auf Halloween Orthodoxen Juden untersagt die Halacha die Teilnahme an dem Fest. Durch die Tora ist es Juden untersagt, an „Bräuchen der Heiden“, also allen nichtjüdischen Bräuchen, teilzunehmen. Dieses Verbot leitet sich aus Levitikus 18,3 ab. Jüdische Religionsgelehrte haben dieses Gebot im Laufe der Geschichte herangezogen, um Kleidungsvorschriften und zulässige Verhaltensweisen für die jüdische Gemeinschaft festzulegen. Hinzu kommt, dass es Juden auch gemäß der Zehn Gebote untersagt ist, an nicht-jüdischen oder götzendienerischen Kulten teilzunehmen. Dazu zählt schlussendlich Halloween durch seine heidnischen und auch christlichen Wurzeln. Das jüdische Fest Purim wird ähnlich wie Halloween mit Verkleidung und Süßigkeiten gefeiert, jedoch gibt es zwischen den beiden Festen wesentliche Unterschiede.

Antisemitische Übergriffe zu Halloween Zu Halloween kam es auch immer wieder zu antisemitischen Übergriffen. Jüdinnen und Juden wurden mit Eiern beworfen, in Kansas City wurde 1927 und in New York City 1960 eine Synagoge angegriffen. Nachdem sie zu Halloween im „Hecht House“, einem jüdischen Gemeindezentrum zusammengeschlagen worden waren, rächten sich 18 jüdische Jugendliche und wurden in Boston im Januar 1951 festgenommen und später wieder freigelassen. Zu der Zeit bildeten manche jüdische Jugendliche Bürgerwehren, um Synagogen zu schützen. 1983 drangen Teenager in eine Synagoge in Brooklyn ein und wurden von zwei jungen Erwachsenen zur Rede gestellt. Diesen drohte eine Anklage wegen einer Straftat, die jedoch mangels Beweisen fallen gelassen wurde. Mitte der 1980er Jahre wurden zu Halloween jüdische Friedhöfe geschändet. Auch kam es zu unpassenden Kostümen, wie der Verkleidung als Adolf Hitler oder als KZ-Häftling, oder zu antisemitischen Dekorationen. Da es in der Halloween-Nacht insgesamt zu Übergriffen, auch gegen Nichtjuden, kommt, bei denen auch Polizisten, weitere Rettungskräfte und der öffentliche Nahverkehr angegriffen werden, ist in der Zeit inzwischen ein erhöhter Polizeieinsatz in vielen Städten auch in Europa üblich.

Einzelnachweise

Kategorie:Feste und Brauchtum (Judentum) Kategorie:Halloween