Sufa (hebräisch סופה; arabisch صوفة; deutsch Sturm) ist ein 1974 gegründeter und 1982 an seinen heutigen Standort verlegter Kibbuz der Regionalverwaltung Eschkol in Israels Südbezirk mit 227 Einwohnern (Stand: Oktober 2023).“We Are One”: Greater Hartford Hosts Open Their Home to Sufa SurvivorsEvacuated Southern Residents Find Temporary New Home As War Continues to Rage On
Lage und Geschichte Sufa wurde 1974 im Norden der von Israel im Sechstagekrieg besetzten Sinai-Halbinsel gegründet und lag etwa zwei Kilometer östlich der Stadt Jamit. Seinen Namen erhielt der Kibbuz aufgrund der teils heftigen Sandstürme, welche die Gegend heimsuchten. Nach dem Friedensabkommen mit Ägypten und dem Rückzug aus dem Sinai wurde der Kibbuz Sufa 1982 in der Nähe der Grenzen zu Ägypten und Gaza im Südwesten Israels neu errichtet.Kibbutz Sufa, Visit a Kibbutz in Israel Südlich von Sufa befindet sich, getrennt durch die Nationalstraße 240, der ebenfalls 1982 neu errichtete Kibbuz Cholit, während sich nördlich angrenzend der seit 1949 bestehende Kibbuz Nir Jitzchak befindet. Östlich der Siedlungen verläuft die Nationalstraße 232 von der ägyptischen Grenze bis südlich der Stadt Aschdod. Sufa befindet sich rund zwei Kilometer östlich der Sperranlagen um den Gazastreifen an der Grünen Linie, auf Höhe der palästinensischen Stadt Rafah. Da viele Einwohner im Bildungs- oder Landwirtschaftssektor tätig sind, befand sich die Region stets in einer prekären wirtschaftlichen Lage und war fast vollständig von der Landwirtschaft abhängig.Tiny Kibbutz Holit, a desert oasis gutted on Oct. 7, competes for attention – and donations
Ein auf Höhe von Sufa befindlicher Grenzübergang nach Gaza, in Palästina als al-Awdah bezeichnet, war einer der kleinsten Übergänge nach Gaza und diente als Umschlagplatz für grundlegende Baumaterialien wie Kies. Mitte Juni 2007 begann Israel als Reaktion auf die Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen, die Einfuhr von Baumaterialien zu verhindern, da ein Großteil davon als Güter mit doppeltem Verwendungszweck eingestuft wurden. Der Übergang wurde im September 2008 vollständig geschlossen, ehe im Dezember 2008 der Gazakrieg ausbrach.The seven border crossings of GazaEntrance of construction materials to the Gaza Strip
Während der Operation Protective Edge kam es am Morgen des 17. Juli 2014 bei Sufa zu einem groß angelegten Infiltrationsversuch von 13 bewaffneten Kämpfern der Hamas, welche durch einen Tunnel etwa 250 Meter auf israelisches Gebiet vordrangen. Die Angreifer wurden jedoch im offenen Gelände vom israelischen Militär aufgeklärt und durch Luftangriffe zur Flucht gezwungen, wobei das Militär angab, den Tunnel zerstört und die darin befindlichen Angreifer neutralisiert zu haben. Laut Militärangaben hätten die Bewaffneten offenbar geplant, den Kibbuz Sufa anzugreifen und dabei Zivilisten zu töten oder zu entführen.Tunnel infiltration thwarted near Kibbutz Sufa5 of the Scariest Moments from the 2014 Israel-Gaza Conflict 2016 wurden innerhalb eines Monats zwei weitere Tunnel entdeckt, die von Gaza aus in den Bereich von Sufa und Cholit geführt haben sollen. Ob diese Tunnel neu gegraben wurden, oder noch aus der Zeit des Krieges von 2014 stammten, wurde nicht bekanntgegeben. Generalmajor Eyal Zamir, Kommandeur des Südkommandos der israelischen Streitkräfte, erließ daraufhin einen Befehl, mit dem das umliegende Gebiet – insbesondere das Gebiet um den Kibbuz Sufa – zur militärischen Sperrzone erklärt wurde.IAF strikes targets in Gaza as troops shelled near borderIDF destroys Gaza tunnel that led into Israel
Am 1. Februar 2018 genehmigte das israelische Verteidigungsministerium ein vom Kibbuz Sufa aus geleitetes und als Mechina bezeichnetes Vorbereitungsprogramm für den Militärdienst, als eines von bis dahin 56 derartigen Programmen landesweit. Benannt wurde es nach dem Soldaten Hadar Goldin, der während der Operation Protective Edge in Rafah getötet und von der Hamas verschleppt wurde.Pre-army program named for slain soldier gets final OK Die Rückführung seiner Leiche nach Israel erfolgte erst am 9. November 2025.‘Bring your sons from afar’: The decade-long operation to return Hadar Goldin’s body
Während der Grenzproteste an der Gaza-Grenze 2018–2019 wurden Brandballons und -drachen von Gaza aus nach Südisrael gestartet, welche in Gebieten der südlichen Grenzgemeinden zahlreiche Brände und Schäden in Millionenhöhe verursachten. Am 10. August 2018 landete ein rund vier Meter langer Drache in der Nähe des Kibbuz Sufa auf Stromleitungen, wodurch ein Stromausfall im Kibbuz und in der Umgebung verursacht wurde.Huge incendiary kite from Gaza lands on kibbutz power lines
Am 7. Oktober 2023 ab 6:29 Uhr kam es zum Terrorangriff der Hamas auf Israel, wobei unter anderem rund 50 schwerbewaffnete Terroristen der Hamas und des Islamischen Dschihad nach Durchbrechen der Grenzanlagen auf Sufa und den naheliegenden IDF-Posten vordrangen. Die Angreifer konnten über die Westseite in den Kibbuz eindringen und besetzten auch einen Großteil des IDF-Postens, scheiterten jedoch aufgrund des Widerstandes der zivilen Bereitschaftseinheit des Kibbuz und der israelischen Streitkräfte an einer vollständigen Einnahme beider Ziele. In den Kampfhandlungen, die bis gegen 18:30 Uhr andauerten, wurden zwei Mitglieder der Bereitschaftseinheit und ein Zivilist des Kibbuz sowie 13 israelische Soldaten getötet und 43 weitere Soldaten verwundet. Am Morgen des 8. Oktober wurden die Bewohner des Kibbuz Sufa von lokalen Rettungskräften evakuiert. In den folgenden Tagen durchkämmten israelische Streitkräfte weiterhin die Gegend um Sufa, vor allem die Obstgärten im Norden, wo mehrere Terroristen getötet oder gefangen genommen wurden. Bei Verhören gefasster Terroristen stellte sich später heraus, dass sie den Befehl erhalten hatten, Zivilisten aus dem Kibbuz nach Gaza zu entführen.Outnumbered and unprotected, Kibbutz Sufa was left to fight Hamas alone on Oct. 7IDF reinforcements prevented 'more severe disaster' on Kibbutz Sufa, Oct. 7 probe finds
Der für den Angriff auf den Kibbuz Sufa verantwortliche Iman Zareb, ein hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihad, wurde nach israelischen Armeeangaben am 4. Mai 2024 bei einem Luftangriff in Rafah getötet.Islamic Jihad commander who led Oct. 7 assault on Sufa killed in Rafah strike — IDF Der für den Angriff auf den IDF-Posten Sufa verantwortliche Kompaniechef der Hamas-Eliteeinheit Nuchba, Mohammad al-Qadi, wurde nach israelischen Armeeangaben am 2. September 2026 bei einem Luftangriff in Chan Yunis getötet.IDF says it killed a Hamas commander who led Oct. 7 assault on border post
Einzelnachweise
Kategorie:Kibbuz Kategorie:Scha’ar HaNegev Kategorie:Gemeindegründung 1982