Visvaldis Melderis (* ; † 14. Juli 1944 bei Opotschka) war ein lettischer Basketball- und Fußballspieler sowie Leichtathlet. Mit der Lettischen Basketballnationalmannschaft gewann Melderis 1935 die Europameisterschaft in der Schweiz und nahm ein Jahr später an den Olympischen Spielen in Berlin teil.

Karriere und Leben Visvaldis Melderis wurde im Jahr 1915 als Sohn des Grundschullehrers Pēteris Melderis und seiner Ehefrau Margrieta in Jelgava geboren. Neben Visvaldis wuchsen in der Familie die drei weiteren Söhne Aleksandrs (1909–1986), Jānis (1910–1990) und Leonīds (1912–?) auf. Während des Ersten Weltkriegs floh die Familie im Jahr 1915 in das Russische Kaiserreich, zunächst nach Tula und später nach Kiew. Im Jahr 1920 kehrte die Familie nach Lettland zurück. Er besuchte danach die 2. Mittelschule von Jelgava, die später in ein Gymnasium umgewandelt wurde. An der Universität Lettlands studierte Melderis Agronomie und Landwirtschaft. Nachdem die Landwirtschaftliche Fakultät von der Universität Lettlands abgetrennt worden war, setzte er sein Studium ab 1939 an der Landwirtschaftsakademie Jelgava fort. Melderis war Mitglied der Studentenverbindung Beveronija. Sein Studium setzte Melderis auch während der sowjetischen und der deutschen Besatzungszeit fort.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Melderis in die 19. Division der Lettischen Legion eingezogen. Am 14. Juli 1944 fiel er im Alter von 29 Jahren während der Rückzugskämpfe in der Nähe von Opotschka in der Sowjetunion.

Basketball Um das Jahr 1930 begann Melderis am 2. Staatlichen Gymnasium von Jelgava auch aktiv Basketball zu spielen. Melderis gilt als einer der bedeutendsten Basketballspieler in der Zwischenkriegszeit in Lettland. Mit dem ASK Riga wurde Melderis zweimal lettischer Meister (1939 und 1940). Sein Debüt in einem offiziellen Länderspiel gab Melderis am 12. Januar 1936 in Kaunas gegen Litauen. Lettland gewann mit 33:10. Mit 35 Länderspielen bestritt Melderis mehr Länderspiele für die lettische Basketballnationalmannschaft als jeder andere Spieler Lettlands vor dem Zweiten Weltkrieg. Mit 276 Punkten gehörte er zu den beiden erfolgreichsten Punktesammlern der Nationalmannschaft während der Zwischenkriegszeit. Melderis gehörte zum Kader bei der siegreichen Basketball-Europameisterschaft 1935 in der Schweiz. Melderis vertrat Lettland auch bei den Olympischen Sommerspielen 1936 im Basketball in Berlin. Zudem nahm er an der Europameisterschaft 1937 und 1939 teil. Bei der Europameisterschaft 1939 gewann Melderis mit Lettland die Silbermedaille. Von 1938 bis 1940 war Melderis Mannschaftskapitän der Basketballnationalmannschaft. Sein letztes Länderspiel bestritt Melderis am 17. Februar 1940 in Tallinn gegen Estland. Melderis gehörte zusammen mit Maksis Kazāks zu den beiden lettischen Basketballspielern, die im Sommer 1939 gemeinsam mit dem Nationaltrainer Voldemārs Baumanis ihre Basketballkenntnisse in einem Basketball-Trainingslager der Long Island University in New York, unter der Leitung des Trainers Clair Bee vertieften. Melderis verfasste Beiträge über Probleme und Entwicklungen des Basketballsports, unter anderem in der Zeitschrift „Atpūta“. Nach der von der Sowjetunion durchgeführten Besetzung Lettlands wurde Melderis zusammen mit anderen Basketballspielern von ASK Riga in die nach sowjetischem Vorbild gegründete Basketballmannschaft des militärischen Sportvereins RDKA aufgenommen. (Рижский Дом Красной Армии“ – Haus der Roten Armee in Riga) Mit dieser Mannschaft wurde er 1941 Meister der Lettische Sozialistische Sowjetrepublik (LSSR) und nahm an Spielen gegen Mannschaften anderer Sowjetrepubliken teil.

Nach der Wiederherstellung der lettischen Unabhängigkeit 1990 wurde das Team von 1935 in die „Hall of Fame“ des Lettischen Basketballverbands (LBS) aufgenommen. Am 19. November 2012 fand in Riga die Premiere des Spielfilms „Sapņu komanda 1935“ (deutsch: „Traumteam 1935“) von Regisseur Aigars Grauba statt, der dem lettischen Basketball-Team von 1935 und ihrem historischen Erfolg gewidmet ist. Die Rolle von Visvaldis Melderis wurde darin vom Schauspieler Mārtiņš Počs verkörpert.

Leichtathletik Melderis belegte bei lettischen Leichtathletik-Meisterschaften 1933 den 3. Platz im Kugelstoßen.

Fußball Bereits im Alter von 14 Jahren spielte Melderis beim ASK Jelgava. Mit dem Verein gewann er später den Meistertitel der Provinz Semgallen. Er spielte bis 1936 weiterhin Fußball und widmete sich danach vollständig dem Basketball. Für den ASK Riga bestritt er 1935 mindestens zwei Spiele in der Virslīga, der höchsten lettischen Fußballliga.

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