Alfred Wolff (* 30. März 1850 in Straßburg; † 9. April 1916 in Straßburg) war ein französischstämmiger deutscher Dermatologe und Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Straßburg im Elsaß.
Leben Wolff besuchte in seiner Heimatstadt Straßburg das Gymnasium und studierte dann Medizin an den Universitäten Paris, Berlin, Wien und zuletzt wieder in Straßburg. 1875 legte er das Staatsexamen ab und promovierte noch im selben Jahr über die Verwendung von Natriumsilikat bei der Behandlung der Blennorrhoe bzw. der Gonorrhoe (Tripper).»De l'emploi du silicate de soude dans le traitement de la blennorrhagie«. Med. Diss. Uni Straßburg 1875
Von 1874 bis 1879 war er als Assistent von Professor Wieger an der Hautklinik der ab 1871 deutsch(sprachig)en Kaiser-Wilhelms-Universität Straßburg tätig. Dort habilitierte er sich 1880 als Privatdozent für Medizin. Nach dem Tod Wiegers 1886 wurde er zum außerordentlichen Professor ernannt und übernahm gleichzeitig die Direktion der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Zum 25. Mārz 1913 wurde seine außerordentliche Professur zur ordentlichen und Wolff wurde somit zu einem von insgesamt 4 ordentlichen Professoren für Dermatologie während der Zeit des deutschen Kaiserreichs.
1895 erhielt er einen Ruf an die Universität Leipzig, welchen er jedoch ablehnte.
Wolff war auswärtiges bzw. Ehrenmitglied verschiedener dermatologischer Gesellschaften, so der in Wien, Paris, St. Petersburg und Rom. Zwischen 1896 und 1901 war er Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und leitete als solcher den Dermatologen-Kongress in Straßburg.
Im Jahre 1912 wurde er zum Vorsitzenden der neugegründeten Straßburger dermatologischen Gesellschaft gewählt.
Wirken Eines der größten Ziele Wolffs bestand darin, die Dermatologie zu einer gleichberechtigten und zugleich eigenständigen wissenschaftlich-medizinischen Disziplin zu erheben. Als einen ersten Schritt ist es maßgeblich ihm zu verdanken, dass die Dermatologie und Syphilidologie ab 1885 auf den jährlichen Versammlungen deutscher Naturforscher und Ärzte ihre eigentlichen spezialisierten „Sektionen“ erhielten.
Ein spezielles Interesse galt der Behandlung der Geschlechtskrankheiten, wie es sich schon in seiner Promotion manifestierte. Er führte 1885 bernsteinsaures Quecksilber in die Therapie der Syphilis ein. Dieses wurde noch bis Ende der 1910er Jahre erfolgreich in der Medizin eingesetzt.Victor Mentberger. Alfred Wolff † (Nachruf). In »Archiv für Dermatologie und Syphilis« 122.1916, S. 874–876
Zu seiner Zeit erlangten vor allem seine Arbeiten über die hereditäre Syphilis und die Übertragung derselben durch Eltern eine Bedeutung. Er war einer der wenigen, die sich gegen das Collessche Gesetz wandten, und betonte immer wieder, dass die Mutter eines syphilitischen Kindes stets krank, latent syphilitisch, sei.
Er schrieb des Weiteren über Psoriasis, wo er zunächst einen Pilz als Erreger vermutete, diese Ansicht dann aber aufgab.
Werke
Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten für Ärzte und Studirende]. Stuttgart : Enke 1. Aufl. 1893 Digitalisat Hathitrust Harvard = [0uUoAAAAYAAJ Google Books] 2. Aufl. 1914/17 in 2 Bd. mitbearbeitet von Paul Mulzer Bd. 1 Google Books Stanford, Digitalisat Hathitrust Harvard = Google Books Bd. 2 Google Books Stanford
Weblinks
Dieser Artikel beruht im Wesentlichen auf Victor Mentberger. Alfred Wolff † (Nachruf). In »Archiv für Dermatologie und Syphilis« 122.1916, S. 874–876
Einzelnachweise
Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Dermatologe Kategorie:Venerologe Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1916 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Universität Straßburg)