The Victoriaville Tape ist ein Musikalbum von Peter Kowald und William Parker. Die am 19. Mai 2002 live auf dem Festival International de Musique Actuelle de Victoriaville entstandenen Aufnahmen erschienen am 10. Juni 2003 auf Les Disques Victo.

Hintergrund Dieses Livealbum, das 2002 live beim Musikfestival in Victoriaville aufgenommen wurde, ist dem Bassisten Peter Kowald gewidmet, der vier Monate nach diesem Auftritt verstarb. Sein musikalischer Partner ist der Bassist William Parker, mit dem er gelegentlich arbeitete (seit die beiden 1984 das Sound Unity Festival organisiert hatten). Der kanadische Rundfunk übertrug dieses Konzert nicht, aber der Techniker am Mischpult ließ vorsichtshalber ein Band mitlaufen, und die Verhandlungen über die Veröffentlichung dieser Aufnahme liefen bereits, als Kowald plötzlich starb.

Titelliste Peter Kowald & William Parker: The Victoriaville Tape (Les Disques Victo – VICTO CD 088) Arrival 15:57 Conversation 41:23 Departure 5:31 Farewell 6:51

Die Kompositionen stammen von Peter Kowald und William Parker.

Rezeption mini|William Parker im club W71, Weikersheim (2019) Dies seien improvisierte Duette der wohl beiden bedeutendsten Avantgarde-Jazz-Bassisten der letzten 20 Jahre, meinte Max Level (KFJC) 2006 in seiner Rezension. Die hier enthaltenen Stücke würden das gesamte Klangspektrum abdecken, das man auf einem Kontrabass erzeugen kann, ohne das Instrument dabei tatsächlich zu beschädigen. Fingersatz, Zupfen, Streichen, sanftes Schlagen des Instruments mit dem Bogen, Saitenklappern – all das wäre hier zu hören. Beide Musiker seien hier ununterbrochen beschäftigt, und der Klangstrom reiße so gut wie nie ab. Die Titel 1 und 2 würden nahtlos ineinander übergehen und insgesamt fast eine Stunde unglaublicher Virtuosität auf den Bässen bieten. Dies sei spannendes (wenn auch ein wenig anstrengendes) Material.

François Couture hingegen verlieh dem Album in Allmusic Sterne und schrieb, auch wenn man den Mitschnitt als „Abschiedsgruß“ betrachten könnte, handle es sich bei „The Victoriaville Tape“ insgesamt um ein eher durchschnittliches Werk außergewöhnlicher Musiker. In „Arrival“ und „Conversation“ gebe es Momente, in denen der Klang der beiden Bässe erdrückend klaustrophobisch wirke, „jeder Spieler in seiner eigenen Welt gefangen, ohne den anderen zu berühren“. Dennoch würde diese Platte einen gewissen Zauber bergen, besonders in den letzten Minuten. Die beiden kürzeren Stücke, die das Set abschließen, seien schlichtweg fabelhaft. „Departure“ schwinge auf eine rauschhafte Weise mit, wohltuend schön „nach dem gewaltigen, hyperaktiven Monster, das ihm vorausging“. Dieser erfrischende Moment der Ruhe eröffne neue Wege der Kommunikation zwischen den Bassisten für die Zugabe „Farewell“. Man wünsche sich, das Konzert hätte genau an diesem Punkt begonnen, aber auch so sei „The Victoriaville Tape“ ein solides Album und, den Umständen entsprechend, ein wertvolles Dokument.

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 2003 Kategorie:Livealbum Kategorie:Peter Kowald Kategorie:William Parker (Musiker)