Carl Ulrich Ferdinand Ebeling (geboren am 16. Mai 1816 in Harzburg; gestorben am 9. Juni 1890 in Braunschweig) war ein deutscher Architekt und Eisenbahnbaumeister, der im 19. Jahrhundert mit den Architekten Heinrich Blumenstengel, Carl Heinrich Frühling und Carl Theodor Ottmer in beruflicher Beziehung stand. Er war insbesondere für die Hochbauten und den Ausbau der Herzoglich Braunschweigischen Eisenbahnlinien zuständig.

Leben Ebeling war ein Sohn des Administrators der Harzburger Sägemühlen Carl Heinrich Friedrich Ebeling. Er besuchte das Gymnasium in Blankenburg und begann im April 1833 ein Vorstudium der Bauwissenschaft am Collegium Carolinum (Matrikelnummer 2353).Matrikel der Studenten (1745–1900/01). In: Peter Düsterdieck (Hrsg.): Die Matrikel des Collegium Carolinum und der Technischen Hochschule Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, 1745–1900 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Band 9). August Lax, Hildesheim 1983, S. 35 (leopard.tu-braunschweig.de PDF – „Ebeling, Carl Ulrich Ferdinand, Harzburg, 16/10; V: E., Sägemühlen-Admlnistrator zu H.; F: Bauwissenschaft“). Die parallel dazu stattfindende praktische Ausbildung erhielt er durch den Stadtbaumeister J. C. H. Köllsch, der dieses Amt von 1833 bis 1855 innehatte. Von November 1835 bis März 1837 absolvierte Ebeling ein Architekturstudium an der Universität München. Er kehrte in den Harz zurück und wurde Bauaspirant des Baukonduktors Carl Heinrich Frühling (1807–1893) in Blankenburg und war an der Bauausführung der von Heinrich Blumenstengel entworfenen Kirche in Börnecke beteiligt. Er war von 1838 bis 1841 technischer Gehilfe Blumenstengels bei der Errichtung der neuen Infanteriekaserne am Fallersleber Tor nach den Plänen von Carl Theodor Ottmer. Die Wintermonate, in denen die Bautätigkeit ruhte, verbrachte er damit, unter der Leitung Friedrich Ludwig Haarmanns an der Herzoglichen Baugewerkschule Holzminden Unterricht zu erteilen.

mini|Ehemaliger Bahnhof Braunschweig Von April 1842 bis August 1844 arbeitete er unter der Oberleitung von Blumenstengel an den Bahnhofshochbauten der Braunschweiger Ostbahn (zwischen Oschersleben und Wolfenbüttel) und bestand am 7. Juli 1843 die Elevenprüfung (1. Staatsexamen). Sie erstellten die Pläne für die Betriebs- und Empfangsgebäude der Bahnhöfe in Jerxheim, Neuwegersleben, Oschersleben und Schöppenstedt, wobei Ebeling für den Bahnhof Oschersleben die Planung überwiegend eigenständig ausführte.Falko Rost: Eisenbahnbaumeister Carl Ebeling. In: Gerd Biegel, Angela Klein (Hrsg.): Carl Theodor Ottmer, 1800–1843. Braunschweigischer Hofbaumeister – europäischer Architekt. Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig 2000, ISBN 3-927939-48-X, S. 241–249.

mini|Bahnhof Elberfeld um 1865 Ebeling ging daraufhin mit dem Kreisbaumeister W. Märtens (1797–1871) zur Eisenbahndirektion Elberfeld, um dort mit diesem am Bau der Eisenbahnlinie Elberfeld–Dortmund zu arbeiten. Hier errichtete er im Auftrag der Bergisch-Märkischen Eisenbahngesellschaft nach eigenen Plänen die Empfangsgebäude der Bahnhöfe in Barmen, Elberfeld (Bahnhof Döppersberg) und Schwelm.

Mit Bestehen des 2. Staatsexamens (Baukondukteurprüfung) am 24. April 1847, trat er im November in den braunschweigischen Staatsdienst ein. Bis Dezember 1849 war er im Baukreis Holzminden Gehilfe des Kreisbaumeisters Haarmann, wobei er 1848 vorübergehend beurlaubt wurde, um die Gebäude für die Bergisch-Märkische Eisenbahn zu vollenden. Anschließend war er mit der Ausführung von Bauten für den Braunschweiger Bahnhof betraut. Bis August 1851 wurden die Güterschuppen, die Werkstattgebäude und eine Okerbrücke errichtet.

Am 1. Januar 1858 wurde er zum Eisenbahnbaumeister der Eisenbahn- und Postdirektion ernannt und ab 1860 unter dem Bahndirektor Albert Steigerthal (1804–1883) fest in der Hauptgruppe I der Herzoglichen Ober-Betriebsinspektion (Eisenbahnbetrieb und -bau) eingesetzt. In den Jahren 1862 bis 1865 war ihm Wilhelm Krahe als Assistent unterstellt. 1871 wurde er Beamter der Braunschweigischen Eisenbahngesellschaft und wurde 1877 in den Ruhestand versetzt. Ebeling war mit einer Betty († um 1920) verheiratet, die sehr viel jünger als er gewesen sein muss, und hatte mit dieser einen Sohn Wilhelm Ebeling (* 23. Juli 1871). Er wohnte zuletzt in der Wilhelmithorpromenade Nr. 33, während seine Witwe mehrmals umzog und noch bis 1920 in den Adressbüchern verzeichnet ist und zuletzt mehrere Jahre im Sandweg 10 wohnte.Braunschweigisches Adreßbuch für das Jahr 1920. 106. Ausgabe, Joh. Heinr. Meyer, Braunschweig 1920, doi:10.24355/dbbs.084-201405121220-0, S. 107 ( – „Betty, Wwe. d. Eisenb.-Baumeisters, Sandweg 10.I“).

Werke (Auswahl) 1852–1853: Braunschweiger Bahnhof, Direktionsgebäude einschließlich Erweiterung 1865 1852–1855: Bahnhof Wolfenbüttel, Neubau von Empfangs- und Nebengebäuden 1855–1856: Oberleitung für die Hochbauten der Süd-Bahn (von Börßum nach Kreiensen) bis 1858: Empfangs- und Nebengebäude für Börßum, Salzgitter und Seesen (Planung und Bau) 1856–1860: Hochbauten für die Schöninger Bahn (von Jerxheim nach Helmstedt, Planung und Ausführung) Empfangs- und Nebengebäude für Helmstedt und Schöningen 1862–1872: Oberleitung für die Hochbauten für mehrere Strecken des Eisenbahnnetzes (Holzmindener Bahn, Jerxheim-Börßumer Bahn, Braunschweig-Helmstedter Bahn)

mini|Villa am Löwenwall Nr. 8 Privathäuser Entwurf für den Aus- und Erweiterungsbau am Schloss Ilsenburg für Botho zu Stolberg-Wernigerode (Bothobau, Ausgeführt 1860 von Carl Frühling) 1864: Villa am Löwenwall Nr. 8 1870: Umbau am Haus Petritorwall Nr. 27 (nicht mehr vorhanden)

Literatur Falko Rost: Eisenbahnbaumeister Carl Ebeling. In: Gerd Biegel, Angela Klein (Hrsg.): Carl Theodor Ottmer, 1800–1843. Braunschweigischer Hofbaumeister – europäischer Architekt. Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig 2000, ISBN 3-927939-48-X, S. 241–249.

Einzelnachweise

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