Syradis war von 1220 bis 1234 Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Aegidii in Münster.

Herkunft Nach Wilhelm Kohl ist ihre Herkunft ungeklärt. Er weist allerdings darauf hin, dass der Name Syradis im südlichen Westfalen im 13. Jahrhundert gelegentlich vorkam.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 276 Die ältere Geschichtsschreibung zur Grafschaft Arnsberg identifizierte Syradis dagegen mit einer Tochter Graf Gottfrieds II. von Arnsberg. Johann Suibert Seibertz verweist auf eine von Joseph Niesert veröffentlichte Urkunde und führt aus, dass sie Äbtissin des Klosters St. Aegidii in Münster gewesen sei und 1227 in einer Bestätigungsurkunde Bischof Ludolfs von Holte über eine Übertragung Gottfrieds II. an das Kloster erscheine.Johann Suibert Seibertz: Diplomatische Familiengeschichte der alten Grafen von Westfalen zu Werl und Arnsberg. Arnsberg, 1845 S. 141

Auch Michael Gosmann führt Syradis in seiner genealogischen Tafel des Arnsberger Grafenhauses als Tochter Gottfrieds II. auf. Ob sie aus dessen erster Ehe mit Elisabeth oder aus der zweiten Ehe mit Agnes von Rüdenberg stammte, wird dort nicht angegeben. Nach dieser Rekonstruktion gehörte sie zu einer großen Geschwistergruppe. Zu ihren Geschwistern zählten unter anderem Graf Gottfried III., Bertha, Äbtissin von Essen, Irmgard, Prämonstratenserin im Kloster Oelinghausen, Ida, Äbtissin des Stift Herford, Sophie, die Bernhard III. zur Lippe heiratete, sowie Heinrich, der als Geistlicher des Deutschen Ordens dem Domkapitel in Riga angehörte.Michael Gosmann: Die Grafen von Arnsberg und ihre Grafschaft: Auf dem Weg zur Landesherrschaft. In: Harm Klueting (Hrsg.): Das Herzogtum Westfalen. Bd. 1 Münster. 2009 S. 173

Zeit als Äbtissin Falls die Zuordnung zum Arnsberger Grafenhaus zutrifft, folgte Syradis in St. Aegidii mit Ermgardis von Arnsberg einer Verwandten im Äbtissinnenamt nach. Ihre Herkunft passt zu Kohls allgemeiner Feststellung, dass die ersten Äbtissinnen von St. Aegidii bis 1339 ausnahmslos hochadeligen Geschlechtern entstammten.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 105f.

Als Äbtissin wird Syradis mehrfach urkundlich erwähnt: am 27. Mai 1220 sowie in den Jahren 1227, 1229, 1230, 1231, 1233 und 1234. Kohl, S. 276. Die Urkunde vom 27. Mai 1220 zeigt außerdem, dass Syradis gemeinsam mit dem Konvent handelte. Kohl hebt dies im Zusammenhang mit der Entwicklung der Klosterverfassung hervor, da ihre Vorgängerin Ermgardis 1209 noch allein ohne ausdrückliche Nennung des Konvents geurkundet hatte.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 104 Sie wird auch neben einigen leitenden männlichen Geistlichen des Klosters erwähnt. 1220 erscheint Crisantus in einer Urkunde Syradis‘ als cenobii procurator. 1229 handelte Magister Arnoldus als procurator im Namen der Äbtissin; 1230 erscheint er in einer Urkunde Syradis‘ als ecclesie provisor.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 374

Im Nekrolog des Stifts Borghorst erscheint Syradis mehrfach. Ein Eintrag zum 24. Mai nennt eine „Syradis abbatissa monasterii s. Egidii in Monasterio“, ein weiterer zum 10. November erinnert an die „pie memorie Syradis abbatisse s. Egidii in Monasterio“.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 376

Einzelnachweise

Literatur Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 276

Kategorie:Äbtissin Kategorie:Zisterzienserin Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Cuyk (Linie Arnsberg) Kategorie:Person des Christentums (Münster) Kategorie:Geboren im 12. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 13. Jahrhundert Kategorie:Frau