Philosophy of a Knife (Originaltitel: Filossofija noscha, , wiss. Transliteration ) ist ein russischer Pseudo-Dokumentarfilm von Andrey Iskanov über die japanische Einheit 731. Aufgrund der Darstellung extremer Gewalt gilt er eher als Splatterfilm mit Exploitationelementen denn als wirklicher Dokumentarfilm.

Handlung miniatur|Gedenkplakette der tatsächlichen Einheit mit Schilderung ihrer Verbrechen Der Film wurde in zwei je zweistündigen Teilen veröffentlicht. Der DVD-Veröffentlichung ist ein Statement des Regisseurs vorangestellt, in dem er angibt, der Film versuche nicht historische Fakten zu recherchieren, sondern in erster Linie die Sichtweise des Regisseurs auszudrücken. Dabei versuche er die Philosophie eines japanischen Assistenten der Einheit 731 nachzuzeichnen, ohne Emotionen.

Er besteht aus Archivaufnahmen aus und vor dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere aus Russland, aber auch Passagen aus Leni Riefenstahls Film Triumph des Willens sowie nicht näher benannte Zwillingsexperimente wurden übernommen, ohne dass das Material kenntlich gemacht wurde. Daneben gibt es neu inszenierte lange Folterszenen aus dem bekannt gewordenen Repertoire der berüchtigten geheimen Einheit 731, die grausame Menschenexperimente mit biologischen und chemischen Waffen an koreanischen und sowjetischen Kriegsgefangenen sowie Zivilisten durchführte. Der Film soll auf zwei Augenzeugenberichten beruhen: Anatoly Protasov, ein Mediziner und Übersetzer, der angeblich in der Nähe der Einheit gewohnt und im Prozess als Übersetzer fungiert haben soll, schildert die Vorgänge. Die Interviews mit ihm sind in Farbaufnahmen gedreht, der Rest des Films ist in Schwarz-Weiß gehalten. Die zweite Quelle ist eine namenlose Krankenschwester, die eine angebliche Liebesbeziehung zu einem der Insassen hatte. Dieser Subplot wird in den Film eingearbeitet.

Im Film werden einige Experimente gezeigt, die in derben Splattereffekten nachgedreht wurden, darunter eine Infizierung mit Syphilis durch eine mit vorgehaltener Waffe erzwungene Vergewaltigung und ein Experiment in einer Dekompressionskammer. Einer Kriegsgefangenen werden bei vollem Bewusstsein alle Zähne gezogen, um ihre Schmerzresistenz zu testen. Weitere Grausamkeiten, die nachgestellt wurden, sind Amputationen und Vivisektionen, Unterkühlungsexperimente, Experimente mit Elektrischem Strom sowie die Auswirkung von Milzbrandbomben.

Soundtrack Die französische Schauspielerin Manoush sprach die Stimme der Krankenschwester aus dem Off, die als Zeitzeugin diente. Zusammen mit der Band Cyanide Savior schrieb sie den Song Dead Before Born, der im Abspann des ersten Teils vorkommt. Außerdem enthält der Film eine Musik von Alexander Schewtschenko, darunter auch den Industrial-Song Forgive Me, der Teil 2 abschließt. Eine Auswahl von Titeln mit dem Titel Choice Cuts from Philosophy of a Knife wurde 2018 von Spikerot Records als limitierte Doppel-Vinyl-Ausgabe mit Bonus-CD veröffentlicht.

Veröffentlichung Der Film wurde beim Sitges-Filmfestival 2008 uraufgeführt. Er wurde von Stephen Biro (Unearthed Films) auf DVD veröffentlicht. In Deutschland erschien 2024 eine von Astro Records & Filmworks veröffentlichte synchronisierte Fassung auf DVD und Blu-Ray, der von der Juristenkommission der SPIO geprüft wurde. Sie enthät außerdem Iskanovs Film Visions of Suffering.

Rezeption Durch die extremen Splatterszenen sowie die lange Laufzeit ist der Film vor allem für Splatterfans interessant, zumal die dargereichten Fakten eher mit Vorsicht zu genießen sind. So wird der Bruch des Japanisch-Sowjetischen Neutralitätspakts in dem Film Japan zur Last gelegt.

Es handelt sich nicht um das erste Mal, dass die Einheit 731 Gegenstand eines Splattefilms war. Die Filmreihe Men Behind the Sun, die 1988 ihren Anfang nahm, zeigte eine Spielfilmhandlung mit ähnlichen Experimenten, die auch eher auf den Exploitationcharakter ausgelegt sind. Demenstrpechend wurde der Film von der Filmkritik kaum beachtet. Auf Dreadcentral veröffentlichte Scott A. Johnson einen deutlichen Verriss, der sich über die dilettantischen Schauspielleistungen und die schlechten, wenn auch derben Effekte lustig machte. Sein Fazit: „Als Kritiker versucht man, zu jedem Film ein paar positive Dinge zu finden. Philosophy of a Knife verdient Lob dafür, dass es dem Arthouse-Möchtegern gelungen ist, der mieseste Haufen sich selbstbefriedigender, pedantischer und boshafter Scheiße zu sein, den ich je das Unglück hatte, mir anzusehen. Wir alle wissen, dass Kriege passieren und dass es im Krieg keine Engel gibt. Der Zweck dieses Films scheint jedoch darin bestanden zu haben, die Japaner als Monster darzustellen, um noch mehr Wut und Hass auf Ereignisse zu schüren, die mehr als sechs Jahrzehnte zurückliegen. Das Einzige, was ihm dabei gelingt, ist jedoch, dem Publikum das Gefühl zu geben, um vier Stunden seines Lebens betrogen worden zu sein.“

Insbesondere eine Szene, bei der eine Kakerlake in die Vagina eines der Opfer eingeschoben wurde, die im Anschluss aus dem Mund der Frau herauskrabbelte, nachdem ihr die Gesichtshaut entfernt wurde, lasse an dem Willen der Filmemacher (und dem Wissen um die menschliche Anatomie) einen Dokumentarfilm abzuliefern, extrem zweifeln, so Rob Hunter in seinem Review für die Seite Film School Rejects. Er sah den Film in einer Linie mit anderen schlechten Filmen wie denen von Uwe Boll oder Jason Friedberg/Aaron Seltzer.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2008 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Splatterfilm Kategorie:Independent-Film Kategorie:Russischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Vergewaltigung im Film Kategorie:Zweiter Weltkrieg im Film