Gün Tank (* 1975 in Berlin; bürgerlich Gabriele Gün Tank) ist eine deutsche Autorin, Moderatorin und frühere Integrationsbeauftragte. Tank wurde durch ihren Debütroman Die Optimistinnen. Roman unserer Mütter (2022) bekannt, welcher die Geschichte der Arbeitsmigration in die Bundesrepublik aus dem Blickwinkel migrantischer Frauen erzählt.
Leben und beruflicher Werdegang Tank wuchs in Berlin als Tochter der Sozialarbeiterin und späteren Politikerin Azize Tank auf. Sie studierte Journalismus an der Marmara-Universität in Istanbul und arbeitete anschließend bei deutschen und türkischen Medien. Vor ihrer Tätigkeit in der Berliner Bezirksverwaltung war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsabgeordneten Mechthild Rawert. Im Jahr 2007 wurde sie Integrationsbeauftragte des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Später arbeitete sie als Geschäftsleiterin der Neuen Deutschen Organisationen und wurde im Bezirk Tempelhof-Schöneberg Beauftragte für Menschen mit Behinderung.
Gesellschaftliches und kulturelles Engagement Ende der 1990er-Jahre gehörte Tank zu den Mitgründerinnen der Band Die bösen Mädchen, die politische Themen wie Fremdenfeindlichkeit aufgriff und später als Verein für inter- und soziokulturelle Jugendarbeit weitergeführt wurde. 2011 kuratierte sie die Ausstellung 22:14 ...und es kamen Frauen über die erste Generation von Arbeitsmigrantinnen in der Bundesrepublik. Für ihre literarische Arbeit erhielt sie 2015 und 2021 Arbeits- bzw. Recherchestipendien des Landes Berlin.
Literarisches Werk Tanks Roman Die Optimistinnen. Roman unserer Mütter erschien 2022 bei S. Fischer und erzählt die Geschichte der 22-jährigen Nour, die Anfang der 1970er-Jahre aus Istanbul in eine Porzellanfabrik in der Oberpfalz kommt, und von den Arbeitskämpfen migrantischer Frauen in der Bundesrepublik. Der Roman greift auch den Streik migrantischer Arbeiterinnen bei Pierburg im Jahr 1973 auf. Der Roman ist auch durch die Biografie ihrer Mutter Azize Tank angeregt, die als junge Arbeitsmigrantin in einer Porzellanfabrik tätig war und später Bundestagsabgeordnete wurde. Am 18. Januar 2024 wurde Die Optimistinnen in einer freien Bühnenfassung unter der Regie von Emel Aydoğdu am Maxim Gorki Theater in Berlin uraufgeführt. Die Inszenierung profitierte von Motiven des Romans und biografischen Erfahrungen der Darstellerinnen und übertrug die Auseinandersetzung mit migrantischer Arbeit und Arbeitskämpfen in die Gegenwart.
Weblinks Die Optimistinnen bei Perlentaucher
Einzelnachweise
Kategorie:Veranstaltungsmoderator Kategorie:Autor Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutschland) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1975 Kategorie:Frau