mini|Jaime Mañalich
Jaime José Mañalich Muxi (* 7. Juni 1954 in Santiago) ist ein chilenischer Arzt und Nephrologe sowie Politiker. Er war während der ersten Regierung von Präsident Sebastián Piñera von 2010 bis 2014 Gesundheitsminister Chiles und übernahm das Amt im Juni 2019 während Piñeras zweiter Regierung erneut. Im Juni 2020 wurde er vor dem Hintergrund der Kritik an seinem Umgang mit der COVID-19-Pandemie in Chile durch Enrique Paris abgelöst.
Im Januar 2023 trat Mañalich offiziell der Partei Amarillos por Chile bei.
Biografie Familie und Ausbildung Mañalich wurde am 7. Juni 1954 in Santiago als ältester Sohn von Jaime Ramón Mañalich Fajardo und Monserrat Muxi Segura geboren. Seine Eltern waren spanisch-katalanische Einwanderer, die infolge des Spanischen Bürgerkriegs nach Chile gekommen waren.
Seine Grundschulbildung absolvierte er an der Escuela N.º 48 in Ñuñoa, anschließend besuchte er das Liceo Experimental Manuel de Salas, ebenfalls in Ñuñoa. 1972 begann er sein Medizinstudium an der Universidad de Chile. Dort besuchte er Lehrveranstaltungen gemeinsam mit der späteren Präsidentin Michelle Bachelet, die zu dieser Zeit als linke Studentenführerin politisch aktiv war.La Tercera, Santiago, 21. Februar 2010, S. 7. Mañalich schloss sein Medizinstudium ab und spezialisierte sich auf Nephrologie.
Seit 1979 ist er mit der Lehrerin María Cristina Raffo verheiratet. Das Paar hat drei Söhne: Juan Pablo, Rechtsanwalt und Hochschullehrer für Strafrecht an der Universidad de Chile; Felipe, einen Werbefachmann, der elf Auszeichnungen beim Cannes Lions International Festival of Creativity erhielt; und Francisco Javier, einen Musiker, der sich auf Viola da gamba und Gesang spezialisiert hat.
Persönliches Im Alter von acht Jahren wurde Mañalich von einem Auto angefahren. Infolge des Unfalls verlor er eine Niere und seine Milz. Er ist außerdem Pate eines Kindes der Politikerin Karla Rubilar, die während der zweiten Regierung Piñera gemeinsam mit ihm der Regierung angehörte.
Mañalich gilt als Fußballbegeisterter. Sein Lieblingsverein ist der FC Barcelona, dessen Spiele und Entwicklung er nach Angaben aus seinem persönlichen Umfeld aufmerksam verfolgt. Er ist zudem ein aktiver Nutzer von Twitter; zu seinen bevorzugten Freizeitbeschäftigungen gehört das Lesen.
Berufliche Laufbahn Mañalich begann seine berufliche Laufbahn am Hospital José Joaquín Aguirre in Santiago, wo er 15 Jahre lang tätig war. Später absolvierte er an der McMaster University in Kanada ein Masterstudium in Health Research Methodology. Nach eigenen Angaben in einem Interview aus dem Jahr 2012 verfügt er außerdem über Abschlüsse im Bereich der klinischen Epidemiologie.
1995 wurde er medizinischer Direktor der Clínica Las Condes. An dieser Einrichtung war Sebastián Piñera bis 2009 als Direktor tätig und bis Anfang 2010 Anteilseigner.La Tercera, Santiago, 10. Februar 2010, S. 17. Mañalich war zudem persönlicher Arzt der Familie Piñera. Während seiner Tätigkeit in der Klinik erhielt diese eine Akkreditierung durch die Joint Commission International (JCI).
2007 beteiligte sich Mañalich an einem Forschungsprojekt der Fundación Expansiva und der Universidad Diego Portales gemeinsam mit der School of Public Health der Universidad de Chile. Dabei war er mit der Analyse der Umsetzung der Gesundheitsreform in Chile befasst. Außerdem war er als Hochschullehrer an der Universidad de los Andes tätig.
Im Oktober 2017 übernahm Mañalich die Position des Generaldirektors der Clínica Las Condes. Im März 2018 wurde er Mitglied des Verwaltungsrats der Fundación Teletón.
Politische Laufbahn Während der ersten Regierung von Präsident Sebastián Piñera war Mañalich von 2010 bis 2014 Gesundheitsminister Chiles.
Im Juni 2019 kehrte er während Piñeras zweiter Amtszeit an die Spitze des Gesundheitsministeriums zurück. Er trat die Nachfolge von Emilio Santelices an. Seine zweite Amtszeit fiel ab 2020 in die COVID-19-Pandemie in Chile. Im Zuge der Kritik an seinem Umgang mit der Pandemie schied Mañalich im Juni 2020 aus dem Amt aus. Am 13. Juni 2020 übernahm Enrique Paris das Gesundheitsministerium.
Im Januar 2023 trat Mañalich der Partei Amarillos por Chile bei.
Einzelnachweise
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