Günter Starke (* 19. November 1944 in Arnsdorf) ist ein deutscher Fotograf.

Leben und Werk Bereits seit der Grundschulzeit war Starke ein begeisterter Fotograf, und er erhielt dann zur Jugendweihe eine moderne Kleinbild-Kamera Werra 1 c. Er machte das Abitur und absolvierte eine Lehre als Hochspannungsmonteur. 1968 wurde er zum Wehrdienst eingezogen. Aus gesundheitlichen Gründen kam er zum Rückwärtigen Dienst der Bereitschaftspolizei, wo er als Fotolaborant arbeiten konnte. Von 1967 bis 1972 machte er an der Fachschule für Eisenbahnverkehrstechnik Dresden ein Fernstudium als Ingenieur für Starkstromtechnik. Nach dem Ende des Wehrdienstes nahm er Kontakt zu dem Dresdner Fotografen Werner Wurst auf, und er wurde Mitglied des EXAKTA-Klubs ambitionierter Amateur-Fotografen.

Starke arbeitete nach dem Studium als Ingenieur in verschiedenen Betrieben, u. a. im VEB Otto Buchwitz Starkstrom-Anlagenbau Dresden. Da er dabei auch intensiv kulturelle Arbeit leistete, wurde er Leiter des Stadtbezirkskulturhauses West in Dresden-Cotta. Nachdem er 1980 aus der SED ausgetreten war, erhielt er nur noch Hilfsjobs, u. a. in der Deutschen Fotothek in Dresden. Dort machte er 1981/82 eine Erwachsenenqualifizierung zum Facharbeiter für Fotografie.

Wegen seiner Leistungen als Fotograf wurde er 1984 Kandidat des Verbands Bildender Künstler der DDR. Seine Mentorin war Evelyn Richter. Er wurde 1989 Mitglied und gehörte dem Verband dann bis zu dessen Auflösung 1990 an.

Starke arbeitete in Dresden mit seiner Ehefrau, der Fotografin Christin Starke, als freischaffender Fotograf. Er erhielt in der DDR vor allem von volkseigenen Großbetrieben Aufträge. U. a. fotografiert er für den VEB Elektromotorenwerk Dresden Betriebsanlagen und Produkte sowie Produktionsarbeiter für die Straße der Besten, eine in den Betrieben übliche Schautafel zur Ehrung verdienter Arbeiter. Für die Ausbildungsstätte Sprengtechnik Dresden, die heutige Dresdner Sprengschule, fotografierte er unter abenteuerlichen Bedingungen sogar Sprengversuche.

Nach der deutschen Wiedervereinigung war die Auftragslage anfangs schlecht. Einzelne Auftraggeber waren u. a. die Stadt Dresden und die Verlage E. A. Seemann und Koehler & Amelang, für die Starke Sachaufnahmen für Kunstbildbände machte.

Starke und seine Frau erhielten große Hilfe von Martin Roth, der ihnen zu Aufträgen und Ausstellungen verhalf. Für eine Münchener Firma reisten sie ein Jahr lang durch Sachsen und fertigten in Kindergärten und Schulen Fotomappen mit Einzel-, Gruppen- und Passbildern. Die Auftragslage verbesserte sich dann allmählich. U. a. ließen Bauträger wie die Stesad GmbH den Zustand von Gebäuden dokumentieren.

Von 2000 bis 2012 war Starke Lehrbeauftragter für fotografisches Gestalten am ESB Mediencollege gGmbH Dresden. Er hatte seit 1985 Einzelausstellungen und war an Gruppenausstellungen beteiligt.

1990 trat Starke dem Künstlerbund Dresden bei, und 1992 wurde er in die Deutsche Gesellschaft für Photographie berufen. 2012 war er Mitbegründer des Forums für zeitgenössische Fotografie in Dresden, in dem er Ausstellungen und andere Veranstaltungen initiierte.

Starke lebte seit 1980 mit seiner Ehefrau in der Dresdner Neustadt, wo sie bis 2024 ein Foto-Studio mit einer kleinen Galerie betrieben, in der sie Ausstellungen, u. a. 2013 von Siegfried Huth, und Salons veranstalteten.

Ab 1978 bis über die Zeit der Wende und friedlichen Revolution hielt Starke in der Tradition Sozialdokumentarischer Fotografie die Menschen, Häuser, Wohnungen, Straßen, Höfe und Geschäfte der Dresdner Neustadt in schwarz-weißen Fotografien festhielt. Er gilt mit dieser Langzeit-Dokumentation als wichtigster Bildchronist der Äußeren Dresdner Neustadt.

Daneben beschäftigte er sich mit experimenteller Fotografie und entwickelte er spielerische künstlerische Konzepte mit Installations- und performativem Charakter.

Fotografien Starkes befinden sich in einer Reihe von öffentlichen und privaten Sammlungen.

Rezeption „Er fotografierte als Nachbar, als Viertelbewohner, dem deshalb die Türen geöffnet wurden. Er durfte die Menschen in ihrem persönlichen Umfeld porträtieren, inmitten der Dinge, die vom Möglichen und vom Erhofften erzählen. Die Fotografie ist dabei Mittel der Begegnung, der sozialen Interaktion.“

Museen und öffentliche Sammlungen mit Fotografien Starkes (Auswahl)

Berlin: Deutsches Historisches Museum Bonn: Haus der Geschichte Charlerois: Musée de la Photographie Dresden: Kupferstich-Kabinett Dresden: Stadtarchiv Dresden

Buchpublikationen mit Fotografien Starkes

Bild Begegnung. Fotografien von Werner Lieberknecht, Christine Starke, Günter Starke. Edition DD, Dresden, 1993 Günter Starke: Offene Türen. Wohnen und Leben in der Dresdner Neustadt 1982 bis 1996. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2016; ISBN 9783-954627325 Bernd Fischer (Hrsg.): Silber. Günter Starke. Fotografische Arbeiten 1978 bis 2014. Kunstblatt Verlag Dresden, 2016; ISBN 978-3-9815797-3-4 Starkes Viertel. Dresdens Äußere Neustadt 1979 bis 1990. WTS Pertermann, Dresden, 2010; ISBN 978-3-936104-67-7 (mit Geleitwort von Jens Wonneberger)

Einzelausstellungen (unvollständig)

1991: Dresden, Deutsches Hygienemuseum; Berlin, Deutsches Historisches Museum („Menschen und Häuser. Fotos aus Dresden“; mit Christine Starke) 1995: Weimar, Museum für Thüringer Volkskunde („… alles mein’s – Fotografien und Objekte aus dem DDR-Alltag“; mit Christine Starke) 2014: Dresden, Galerie Kunstgehäuse („Zu Hause“) 2024: Radeberg, Museum Schloss Klippenstein („Vertraute Nachbarschaft“; anlässlich des 80. Geburtstags)

Weblinks

Deutsche Fotothek Günter Starke - Suche (Arthistoricum.net.) Günter Starke - der Fotograf der Dresdner Neustadt | mdr.de Günter Starke | Kunstauktion (zwei Fotos)

Einzelnachweise

Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1944 Kategorie:Mann