thumb|200px Hernán Larraín Fernández (* 21. September 1947 in Santiago) ist ein chilenischer Rechtsanwalt, Hochschullehrer und Politiker der Unión Demócrata Independiente (UDI).
Von 2018 bis 2022 war er während der zweiten Regierung von Präsident Sebastián Piñera Minister für Justiz und Menschenrechte. Innerhalb der UDI bekleidete er mehrere Führungsämter und war von 2006 bis 2008 sowie von 2015 bis 2017 Vorsitzender der Partei.
Von 1994 bis 2010 gehörte Larraín als Vertreter des 11. Senatswahlkreises in der Región del Maule dem chilenischen Senat an. Von 2004 bis 2005 war er Präsident des Senats.
Larraín ist mit Magdalena Matte verheiratet, einer chilenischen Bauingenieurin, Unternehmerin und Politikerin. Das Paar hat sechs Kinder, darunter den Filmregisseur Pablo Larraín. Larraín ist baskischer Abstammung. Er ist außerdem Mitglied des in Washington, D.C. ansässigen Thinktanks Inter-American Dialogue.
Biografie Familie und Ausbildung Hernán Larraín wurde am 21. September 1947 in Santiago als Sohn von Hernán Crescente Larraín Ríos und María Eliana Fernández Beraud geboren.
Er ist mit Magdalena Matte Lecaros verheiratet, einer Bauingenieurin der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile (PUC), die während der ersten Regierung von Präsident Sebastián Piñera Ministerin für Wohnungsbau und Stadtentwicklung war. Das Paar hat sechs Kinder. Zu ihnen gehören Hernán, ein Rechtsanwalt und ehemaliger Vorsitzender der Partei Evópoli, sowie der Filmregisseur Pablo Larraín.
Larraín absolvierte seine Schulbildung am Saint George’s College in Santiago. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften an der PUC und erwarb einen Abschluss in Rechtswissenschaften mit einer Abschlussarbeit unter dem Titel Hacia una institucionalidad universitaria („Auf dem Weg zu einer universitären Institutionalisierung“). 1971 wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Im selben Jahr erhielt er ein Stipendium der Ford Foundation, um an der London School of Economics einen Master of Laws (LL.M.) zu absolvieren.
Berufliche und akademische Laufbahn Larraín begann seine berufliche Laufbahn an der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile. Zwischen 1971 und 1984 war er dort als Assistenzprofessor in den Bereichen Zivilrecht und Rechtsphilosophie tätig. Nach Abschluss seines Aufbaustudiums wurde er ordentlicher Professor für Einführung in die Rechtswissenschaft. 1973 wurde er Mitglied des akademischen Koordinierungsrats der Universität.
Von 1974 bis 1976 war er Direktor für Studien und Planung und bekleidete gleichzeitig bis 1979 das Amt des Vizerektors für Kommunikation. Im selben Jahr wechselte er in das akademische Vizerektorat, dem er bis April 1986 angehörte.
Parallel dazu wurde Larraín 1975 zum Mitglied des Nationalen Fernsehrats ernannt, dem er sieben Jahre lang angehörte. Während dieser Zeit gründete er mit Teleduc eines der bekanntesten Bildungsprogramme von Canal 13.
1986 arbeitete Larraín als Redakteur der Rubrik Reportajes der Tageszeitung El Mercurio in Santiago. Von 1987 bis 1991 war er Geschäftsführer der Fundación Andes. 1989 wurde er für eine dreijährige Amtszeit Mitglied des Obersten Rates der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile.
Gleichzeitig gehörte er dem Redaktionsrat der Editorial Gabriela Mistral an und gründete die Revista Universitaria, die er sechs Jahre lang leitete. Außerdem war er als Kolumnist und Mitarbeiter für El Mercurio, Revista Ercilla und Diario Financiero tätig.
Seit März 2013 gehört er erneut dem Lehrkörper der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile an.
Politische Laufbahn Larraíns politisches Engagement begann während seiner Studienzeit. Von 1969 bis 1970 war er Präsident der Studentenvereinigung der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile (FEUC). 1970 reiste er nach New York, um an einem Kongress lateinamerikanischer Studentenführer teilzunehmen. 1974 nahm er in Miami am Latin American Scholarship Program of American Universities (LAPSAU) teil.
Er gehörte der gremialistischen Bewegung an und trat nach der Ermordung des Senators Jaime Guzmán im Jahr 1991 offiziell der Unión Demócrata Independiente (UDI) bei. Im selben Jahr war er kurzzeitig Vorsitzender des sogenannten Congreso Doctrinario der Partei und wurde anschließend stellvertretender Parteivorsitzender, ein Amt, das er bis 1997 ausübte.
Von 1994 bis 2010 gehörte Larraín als Vertreter des 11. Senatswahlkreises in der Región del Maule dem Senat an. Von 2004 bis 2005 amtierte er als Präsident des Senats.
Am 1. Juli 2006 wählte ihn der Generalrat der UDI für die Amtszeit 2006 bis 2008 zum Vorsitzenden der Partei. Vom 11. April 2015 bis zum 7. Januar 2017 übernahm er erneut den Parteivorsitz.
Am 11. März 2018 ernannte Präsident Sebastián Piñera Larraín zum Minister für Justiz und Menschenrechte. Dieses Amt übte er bis zum Ende der zweiten Regierung Piñera am 11. März 2022 aus.
Im Januar 2023 wurde Larraín gemäß dem Gesetz Nr. 21.533 vom Senat zum Mitglied der Expertenkommission ernannt, die einen Vorentwurf für eine neue chilenische Verfassung ausarbeiten sollte, der anschließend dem Verfassungsrat vorgelegt wurde.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Justizminister (Chile) Kategorie:Senator (Chile) Kategorie:Parlamentspräsident Kategorie:UDI-Mitglied (Chile) Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:Rechtsanwalt (Chile) Kategorie:Hochschullehrer (Päpstliche Katholische Universität von Chile) Kategorie:Absolvent der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile Kategorie:Chilene Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann