Die Belagerung von Huy im Jahr 1694 war eine der wenigen Aktionen auf dem niederländischen Kriegsschauplatz des Pfälzischen Erbfolgekrieges während des Jahres 1694. Im Jahr zuvor hatten die alliierte und die französische Armee sich in der Schlacht bei Neerwinden fast gegenseitig vernichtet und infolgedessen mussten sich beide Armeen wieder aufbauen. Die Franzosen hatten sich dafür nach Flandern zurückgezogen und die Alliierten lagerten an der Maas. Der englisch-holländische König Wilhelm III. wollte aber das Jahr nicht ohne einen Erfolg verstreichen lassen und so wurde beschlossen, die französisch besetzte Festung Huy an der Maas zu erobern.
Vorgeschichte Am 8. September 1694 reiste der General Coehoorn von Gent nach Lüttich, um dort die Vorbereitungen für die Belagerung zu treffen. Am gleichen Tag marschierten die mit Cochoorn gekommenen Bataillone unter Führung des Generalmajors Schwerin von Gent gegen Huy ab. Die brandenburgische Kavallerie unter Dewitz wurde von der Hauptarmee abkommandiert, um mit den Bataillonen Schwerins und den bei Lüttich verbliebenen brandenburgischen und lüttichschen Truppen die Belagerungsarmee zu bilden. Den Oberbefehl über dieselbe erhielt der neue Oberbefehlshaber der holländischen Truppen der Herzog von Holstein-Plön. Die Aufgabe des Korps, war die schnelle Belagerung von Huy.
Zur Ablenkung marschierte die Armee unter König Wilhelm am 8. September nach Roeselare, also gegen die linke Flanke der feindlichen Stellung, um den Feind zu beschäftigen.
Verlauf Der Herzog von Holstein-Plön begann am 17. September mit der Einschließung der kleinen Festung. Dort befand sich eine Besatzung von 1300 Mann mit 18 Geschützen unter d'Reignac sowie 300 Dragoner unter d'Anvoile. Das Belagerungskorps hatte eine Stärke von 37 Bataillonen und 28 Eskadrons und besaß 88 Belagerungsgeschützen. Diese hatte am 13. Oktober Maastricht per Schiff verlassen, um nach Huy zu gekommen. Dem Magistrat von Huy gelang eine Vereinbarung, dass die Stadt von den Kampfhandlungen verschont werden sollte. Die Stadt wurde von den Alliierten besetzt.
So richtete sich das Artilleriefeuer der Kanonen unter Coehoorn ab dem 22. September gegen die Werke Fort Picard, Fort Nonge und das Kastell. Bereits am 24. September waren die Forts sturmreif geschossen und von den brandenburgischen Bataillonen binnen einer Stunde eingenommen.Geschichte des Königlich Preußischen Ersten Infanterie-Regiments seit seiner Stiftung im Jahre 1619 bis zur Gegenwart, S. 252f Am Tag darauf wurden zwei Breschen in das Kastell geschossen, worauf die verbliebene Besatzung am 27. September gegen freien Abzug kapitulierte.
Die Alliierten legen nun sechs Bataillone als Besatzung in die Stadt, jeweils zwei aus Brandenburg (Lottum und Schlabrendorf), Holland und Lüttich.
Durch die Einnahme von Huy schloss der Feldzug von 1694 immerhin mit einem kleinen Erfolg der Verbündeten von König Wilhelm ab.
Literatur Darstellungen aus der bayerischen Kriegs- und Heeresgeschichte, Band 9, S. 10f Louis von Malinowsky, Geschichte der brandenburgisch-preussischen Artillerie, Band 3, S. 157 Leopold Brock, Das brandenburgische Heer in den Kriegen von 1688 bis 1697, S. 19f Theatri Europaei Continuati, 1702, S. 601 Straehle, Lexicon der Schlachten, Treffen etc, an denen seit der Mitte des siebenzehnten Jahrhunderts kurbrandenburgische und königlich preussische Truppen Theil genommen, S. 136
Einzelnachweise Der oft genannt Beginn der Belagerung am 22. September beruht auf einem Missverständnis. Am 22. September begann der Beschuss.
Huy #1694 Kategorie:1694 Kategorie:Huy (Belgien)