Steffi ist eine ältere, zweizeilige Sommergerstensorte (Hordeum vulgare f. distichon), die vorwiegend als Braugerste zur Bierherstellung kultiviert wird. Sie wurde von der niederbayerischen Ackermann Saatzucht gezüchtet und im Jahr 1989 in Deutschland zugelassen. Die Sorte zeichnet sich historisch durch eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit und eine besondere Eignung für den globalen Brausektor aus.
Eigenschaften und Anbau Steffi gilt im Vergleich zu hochmodernen Neuzüchtungen als etwas längere Sorte (Pflanzenlänge ca. 79 cm), was zu einer höheren Lagerneigung führt, bildet mehr Protein aus, was bei Braugersten unerwünscht ist, und weist eine überdurchschnittliche Anfälligkeit gegenüber Mehltau auf. Dennoch besitzt sie eine hervorragende Ertragsstabilität auf leichten bis schweren Böden sowie in Höhenlagen und eine exzellente Kornausbildung (hoher Vollgersteanteil).
Die agronomischen Merkmale nach der Einstufung des Bundessortenamts bzw. der Züchter (Skala 1–9): Reife/Ährenschieben: mittelfrüh (Ausprägung 5) Marktwareanteil / Vollgersteanteil: hoch bis sehr hoch (Ausprägung 7–8) Rohproteingehalt: sehr niedrig bis niedrig (Ausprägung 3), was für die Braueignung vorteilhaft ist.
Brauqualität und Verwendung In der Mälzerei und Brauerei zeichnet sich Steffi durch moderate Lösungseigenschaften aus. In wissenschaftlichen Vergleichsuntersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zeigte sie unter den älteren Qualitätssorten im Vergleich zu Sorten wie Aura oder Steina überlegene Werte beim Eiweißlösungsgrad und Malzextraktgehalt. Von Brauern weltweit, wie dem Augustiner-Bräu, wird die Sorte traditionell wegen ihres positiven Einflusses auf den Biergeschmack und einer hervorragenden Schaumstabilität geschätzt.
Aufgrund des Züchtungsfortschritts wurde sie im großflächigen Erwerbsanbau weitgehend von neueren Sorten abgelöst, wird jedoch aufgrund ihrer robusten Eigenschaften weiterhin regional (teilweise auch als Herbstaussaat) als Nischen- und Spezialgerste angebaut.
Einzelnachweise
Kategorie:Gerste