Martha Kleedörfer (* 5. November 1998 in Würzburg) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke). Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 wurde sie ins Landesparlament gewählt.

Leben Ausbildung Kleedörfer wuchs als jüngste Tochter einer alleinerziehenden Kinderarzthelferin auf. Nach ihrem Abitur am Hermann-Staudinger-Gymnasium in Erlenbach am Main zog sie 2017 nach Berlin, um dort an der Freien Universität Politikwissenschaft zu studieren. Sie war als Freiberuflerin für verschiedene Büros der Bundestagsfraktion der Linken tätig.

Politik mini|Martha Kleedörfer (4. v. re.) als Mitglied des Geschäftsführenden Landesvorstands von Die Linke Berlin 2016 trat Kleedörfer der Partei Die Linke bei. Parallel engagierte sie sich für den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ in Berlin 2021 im Wedding. Bei der Berliner Wahl 2021 wurde sie in die Bezirksverordnetenversammlung Mitte gewählt, wo sie die Funktion der wohnungspolitischen Sprecherin ihrer Fraktion übernahm. 2021 wurde sie zudem zur Co-Vorsitzenden des Bezirksverbandes Mitte gewählt.

Kleedörfer wurde Mai 2025 beim Landesparteitag der Linken als eine der vier stellvertretenden Vorsitzenden in den Landesvorstand gewählt.

Der Bezirksverband Mitte der Linken nominierte Kleedörfer für die Wahl zum Abgeordnetenhaus 2026 im Wahlkreis Mitte 6 sowie auf den ersten Platz der Bezirksliste. Kleedörfer gewann mit 46,2 Prozent das Direktmandat und zog ins Parlament ein.

Privat 2025 wurde sie Mutter.

Politische Positionen Nahostkonflikt Martha Kleedörfer engagiert sich parteiintern unter anderem in der Landesarbeitsgemeinschaft Palästinasolidarität und wird medial mit ihren propalästinensischen Positionen in Verbindung gebracht.

Mit einem umstrittenen Änderungsantrag zum Thema Antisemitismus und verschiedenen Redebeiträgen soll Kleedörfer zum Eklat auf dem Landesparteitag der Berliner Linken 2024 beigetragen haben. Der von ihr maßgebliche unterstützte Änderungsantrag strich die Formulierung, dass Linke niemals den „eliminatorischen Antisemitismus ignorieren“ dürften, der Bestandteil der Hamas sei. Auch Kritik an „sich politisch links verortenden Menschen“, die den Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 feierten, wurde durch den Änderungsantrag gestrichen. Aus Protest hiergegen verließen verschiedene Spitzenpolitiker wie Klaus Lederer und Elke Breitenbach die Partei. Im Sommer 2025 forderte Kleedörfer vor dem Hintergrund der Völkermordvorwürfe an den Palästinensern die vor dem Roten Rathaus gehisste Flagge Israels, die dort aus Solidarität mit den Opfern des Hamas-Massakers vom 7. Oktober 2023 hing, wieder abzunehmen. Bei einem Berlin-Besuch des Bürgermeisters der israelischen Stadt Bat Jam, Tzvika Brot, bezeichnete Kleedörfer diesen als „Faschisten“.

Den Vorwurf, Kleedörfer und ihre Partei seien antisemitisch, wies sie zurück und bezeichnete die Debatte als „Ablenkungsstrategie“, um nicht über die Gewalt gegen Palästinenser in Gaza und der Westbank sprechen zu müssen.

Enteignungen Kleedörfer spricht sich wiederholt für die Enteignung vermögender Personen und von Großunternehmen wie Axel Springer oder Deutsche Wohnen aus. Über den Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens Vonovia sagte Kleedörfer, Die Linke werde ihm und Friedrich Merz „[...] alles wegnehmen, was ihm lieb ist: Seine Immobilien, sein Auto, seine Spielzeuge.“

Weblinks Website von Martha Kleedörfer

Einzelnachweise

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