Die mexikanisch-österreichischen Beziehungen sind das zwischenstaatliche Verhältnis zwischen Mexiko und Österreich. Beide Länder pflegen traditionell enge und partnerschaftliche Beziehungen die seit 1842, beinahe ununterbrochen, bestehen. Seit der Entdeckung Amerikas hatte Österreich einen besonderen Einfluss auf die Mexikanische Geschichte. So erfolgte die Spanische Eroberung Mexikos im 16. Jahrhundert, während der Herrschaft des österreichischen Hauses Habsburg (Casa de Austria) über Spanien. Das heutige Mexiko stand darauf ab 1535 als Vizekönigreich Neuspanien bis 1700 unter habsburgischer Herrschaft. Im Jahr 1864 wurde der österreichische Erzherzog Maximilian zum Kaiser von Mexiko ernannt. Nach nur wenigen Jahren als Kaiser wurde Maximilian jedoch bereits 1867 abgesetzt und hingerichtet. In diesem Zusammenhang wurden die diplomatischen Beziehungen zwischen Mexiko und Österreich-Ungarn unterbrochen und erst wieder 1901 aufgenommen. Heute arbeiten Mexiko und Österreich sowohl in der Außenpolitik als auch auf wirtschaftlicher Ebene eng zusammen. Beide Staaten sind Mitglieder in der WTO und in der OECD.

Geschichte Mexiko unter den Habsburgern (16. und 17. Jahrhundert) Mit der Eroberung des Aztekenreiches kam das Gebiet des heutigen Mexikos in den Einflussbereich Spaniens, das damals unter der Herrschaft des österreichischen Hauses Habsburg stand. Während der Regierungszeit Karls V. wurde im Jahr 1535 das Vizekönigreich Neuspanien gegründet, womit der Grundstein für das riesige Weltreich der spanischen Habsburgermonarchie gelegt wurde, das auch als Casa de Austria bekannt ist. Als König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches regierte Karl zu dieser Zeit sowohl über Mexiko als auch über Österreich.

Die Herrschaft der spanischen Habsburger über Mexiko endete mit dem Tod Karls II. im November 1700. Sein Nachfolger wurde Philipp V. aus dem französischen Hause Bourbon.

Spanischer Erbfolgekrieg (18. Jahrhundert) Der Dynastiewechsel in Spanien führte zu erheblichen politischen Spannungen zwischen der Habsburgermonarchie und Frankreich. Karl II., der letzte spanische König der Habsburger, verstarb ohne Nachkommen, was den Nachfolgestreit auslöste. Die österreichische Linie der Habsburger erhob Anspruch auf den spanischen Thron, um sowohl die spanische Krone als auch das riesige Kolonialreich Spaniens zu sichern. Die Erbfolgestreitigkeiten zwischen den Bourbonen und den Habsburgern führten 1701 zum Ausbruch des Spanischen Erbfolgekrieges. Während des Krieges stand das Vizekönigreich Neuspanien auf Seiten des bourbonischen Königs Philipp, und damit mit den österreichischen Habsburgern im Krieg. Obwohl Kampfhandlungen auch außerhalb Europas stattfanden, etwa in der Karibik und Nordamerika, blieb das Gebiet Mexikos von direkten Kämpfen verschont. Der Erbfolgekrieg endete im Jahr 1714 mit dem Frieden von Utrecht, in diesem konnten sich die Bourbonen gegen die Habsburger durchsetzen und behielten die Herrschaft über Spanien und sein Kolonialreich.

19. Jahrhundert mini|Kaiser Maximilian I. von Mexiko Im Vizekönigreich Neuspanien brach 1810 der Mexikanische Unabhängigkeitskrieg aus, dieser endete 1821 mit der Unabhängigkeit Mexikos. Das Kaisertum Österreich unterzeichnete mit Mexiko am 30. Juli 1842 einen Freundschafts- und Handelsvertrag, in diesem zugleich von österreichischer Seite die mexikanische Unabhängigkeit offiziell anerkannt wurde. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen erfolgte 1864.

Die Franzosen besetzten im Juni 1863 Mexiko-Stadt und richteten eine konservative Junta als Regierung ein. Napoleon III. verfolgte das Ziel, Mexiko zu einer abhängigen Monarchie zu machen. Auf dessen Betreiben wurde der österreichische Erzherzog Maximilian die Kaiserkrone angeboten, die er trotz Bedenken seiner Familie am 10. April 1864 annahm. Die Mexikaner sahen ihren neuen Kaiser jedoch als eine Marionette der Franzosen. Im Mai 1867 wurde Maximilian I. schließlich entmachtet, zum Tode verurteilt und am 19. Juni von einem Erschießungskommando hingerichtet. Als Reaktion darauf brach Österreich-Ungarn die diplomatischen Beziehungen zu Mexiko ab, die erst im Jahr 1901 wieder aufgenommen wurden.

Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts Nach dem Zerfall der Doppelmonarchie am Ende des Ersten Weltkrieges im November 1918 wurden die diplomatischen Beziehungen zu Mexiko von der Ersten Republik Österreich fortgeführt. Während der Zwischenkriegszeit waren beide Länder Mitglied des Völkerbundes. Als es im März 1938 zum Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich kam, war Mexiko weltweit das einzige Land, das schriftlich vor dem Völkerbund dagegen protestierte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nahm Mexiko etwa 1.500 vom Nazi-Regime verfolgte Österreicher auf.

Nach 1945 Mit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1945 wurden die Beziehungen zu Mexiko durch die Zweite Republik Österreich wieder aufgenommen. Auf multilateraler Ebene erhielt Österreich bei der Unterzeichnung des Staatsvertrages von 1955 Unterstützung durch Mexiko. Beide Staaten führen seither freundschaftliche Beziehungen. Der mexikanische Präsident Luis Echeverría Álvarez besuchte 1974 im Rahmen seiner Europareise Salzburg. Als erstes österreichisches Staatsoberhaupt stattete Bundespräsident Heinz Fischer Mexiko im Jahr 2005 einen Besuch ab. Im Jahr 2006 erwiderte der damalige Präsident Vicente Fox diesen Besuch mit einem Staatsbesuch in Österreich. 2011 wurde in Querétaro das Colegio Austriaco Mexicano eröffnet.

Wirtschaftsbeziehungen Mexiko ist mit einem Handelsvolumen von 2,3 Mrd. (Stand 2025) der größte Handelspartner für Österreich in Lateinamerika. Hinsichtlich der Exporte führt Mexiko in Lateinamerika mit einem Wert von 1,75 Mrd. Euro (Stand 2025) auf dem österreichischen Absatzmarkt, gefolgt von Brasilien mit 1,1 Mrd. Euro. Auch bei den österreichischen Importen aus Lateinamerika führte Mexiko im Jahr 2025 mit 533 Mio. Euro, danach kamen Chile mit 344 Mio. Euro und Brasilien mit 326 Mio. Euro.

Kulturbeziehungen Die kurze Regentschaft des österreichischen Kaisers Maximilian I. von Mexiko, hat in der mexikanischen Kultur bis heute Spuren hinterlassen. Beispielhaft dafür ist das Schloss Chapultepec, einst eine Ruine aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, das von Maximilian als kaiserliche Residenz gewählt wurde und das er im europäischen Stil restaurieren ließ. Nach der Absetzung Maximilians diente das Schloss den Präsidenten Mexikos als Regierungssitz. Seit 1944 beherbergt es das Museo Nacional de Historia.

Diplomatische Standorte Mexiko hat eine Botschaft in Wien und Honorarkonsulate in Innsbruck, Krems und Salzburg. Österreich hat eine Botschaft in Mexiko-Stadt und Honorarkonsulate in Cancún, Guadalajara, Monterrey und Tijuana.

Siehe auch Liste der österreichischen Botschafter in Mexiko Mexikoplatz

Literatur Arnold Blumberg: The Diplomacy of the Mexican Empire, 1863–1867. Reprinted edition. Krieger, Malabar FL 1987, ISBN 0-89874-931-X. Raymond Jonas: Habsburgs on the Rio Grande: The Rise and Fall of the Second Mexican Empire. Harvard University Press, Cambridge 2024, ISBN 978-0-674-25857-0.

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Einzelnachweise