mini|Schloss Sörgenloch im Juli 2010 Das Schloss Sörgenloch ist ein denkmalgeschütztes Herrenhaus in der rheinland-pfälzischen Ortsgemeinde Sörgenloch.
Namensherkunft Das Schloss Sörgenloch erhielt seinen Namen aufgrund der Ortschaft Sörgenloch. Der Name des Ortes wiederum leitet sich von der Bezeichnung „Saligenloh“ ab, die aus der Römerzeit stammt und sich aus dem lateinischen Wort „salis“ (deutsch: Weide) und dem altdeutschen Wort „loh“ (Wald) zusammensetzt und somit ein Gebiet an einem „Weidenwald“ beschreibt. Durch verschiedene Namensänderungen über „Sulegloch“, „Sulgeloch“, „Surgeloch“ und „Sorgeloch“ erhielt der Ort und damit auch das dort stehende Schloss schließlich seinen heutigen Namen „Sörgenloch“.
Lage Das Schloss Sörgenloch befindet sich in der Schlossgasse 9 im Osten des alten Ortskerns von Sörgenloch. Zwei Radwege, der Selztal-Radweg und der Rheinhessen-Radweg, sowie mehrere Wander- und Rundwege, darunter der Rheinterrassenweg, die Hiwweltour Zornheimer Berg, der Rundwanderweg Sörgenloch, der Rheinhessenweg und der Jakobsweg Rheinhessen, führen entlang des Schlosses Sörgenloch.
Geschichte Die Geschichte des Schlosses Sörgenloch geht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Zur damaligen Zeit befand sich Sörgenloch im Besitz des Mainzer Stift St. Alban vor Mainz und bestand lediglich aus einem Gutshof, der das Kloster mit Lebensmitteln und Geld versorgte, und einigen Wohnhäusern. In dieser Zeit wurde auch Schloss Sörgenloch erbaut, was sich durch Funde von Münzen und Gefäßen aus der Eisenzeit nachweisen lässt und die Existenz von Römern und Kelten in dieser Gegend belegt.
Im 18. Jahrhundert wurde das heutige Schloss Sörgenloch durch Gelder, die über den Ort Sörgenloch als Wallfahrtsort erworben wurden, von der Familie Köth-Wanscheid, die zu der Zeit die Herrschaft über den Ort besaß, von einem Gutshaus zu einem Schloss ausgebaut. Das heute noch erhaltene Herrenhaus erhielt seine klassizistischen Formen bei Umbauten ab 1806 und um 1860. Der unter dem Herrenhaus liegende tonnengewölbte Keller wird auf einen früheren Erbauungszeitpunkt datiert.
Heutzutage ist von dem Schloss das Herrenhaus erhalten geblieben. Ein katholisches Pfarrhaus in der Schlossgasse 14 gehörte ebenfalls zum Schloss, wird heute allerdings als eigenständig betrachtet. Bis 2019 beherbergte es ein Hotel mit Restaurantbetrieb, danach wurde es zum Verkauf angeboten. Der neue Besitzer des Anwesens plante den Umbau des Schlosses Sörgenloch zu einem Altenheim für Senioren, die an Demenz erkrankt sind, sowie Einrichtungen für Betreutes Wohnen inklusive einem Café und einem Bed and Breakfast für Angehörige und weitere Gäste. 2022 wurde mit den Umbaumaßnahmen begonnen, das Altenheim wurde im Sommer 2023 eröffnet.
Baubeschreibung Das Herrenhaus von Schloss Sörgenloch ist ein zweigeschossiger, verputzter Massivbau mit Fachwerkteilen auf annähernd rechteckigem Grundriss und einem Krüppelwalmdach. Die dem Tal zugewandte Hauptfassade ist fünfachsig gegliedert. In ihrer Mittelachse befindet sich der Eingang mit einem darüberliegenden Balkon. Die Mittelachse wird im Dach durch eine breite Gaube mit flachem Dreiecksgiebel fortgeführt. An der Fassade befindet sich zudem eine Figurennische oberhalb des Balkons, die heute leer ist. Es ist nicht näher bekannt, welche Figur sich einst darin befand. Der Bau ist insgesamt schlicht gestaltet und weist eine regelmäßige Fassadengliederung auf.
Neben dem Herrenhaus sind neben der Hoftoranlage aus Backstein mit reich skulptierter Bekrönung noch Teile der Einfriedungsmauer aus Kalkbruchstein erhalten.
Einzelnachweise
Kategorie:Herrenhaus in Rheinland-Pfalz Kategorie:Schloss im Landkreis Mainz-Bingen Schloss Kategorie:Klassizistisch überarbeitetes Bauwerk Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Rheinland-Pfalz