mini|Katholische Kirche St. Joseph in Recklinghausen-Süd St. Joseph in Recklinghausen-Süd nordwestlich von Dortmund in Nordrhein-Westfalen ist eine römisch-katholische Filialkirche der Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen). Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Joseph, des Ziehvaters von Jesus, und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das Gotteshaus ist ein zeltartiger Zentralbau im Stil der Moderne und hat 450 Sitzplätze.

Geschichte Für die nahegelegenen Schachtanlagen „König Ludwig“ und „General Blumenthal“ entstand in den Jahren nach 1890 im Stadtteil Grullbad in Recklinghausen-Süd eine Wohnsiedlung für Bergarbeiter. Weil die Bevölkerungszahl in den Jahren 1890 bis 1909 von 1.200 auf 3.500 stark anstieg, gründeten die Katholiken 1910 einen Kirchenbauverein.

Nach der Abtrennung des Seelsorgebezirks von der Mutterpfarrei St. Marien (Recklinghausen) erfolgte 1912 die Errichtung eines selbstständigen Pfarrrektorats und 1917 die Erhebung zur eigenständigen Pfarrei St. Joseph.

Baubeschreibung Als Nachfolger von zwei Notkirchen entstand 1969–1971 am selben Platz das Gotteshaus St. Joseph nach den Plänen der Architekten Friedhelm Ganteführer und Friedhelm Hannes aus Recklinghausen und wurde am 2. Oktober 1971 eingeweiht.

St. Joseph ist ein moderner Zentralbau auf sechseckigem Grundriss und mit niedrigen Außenwänden unter einem Zeltdach. Diese Konstruktion passt sich an den optischen Eindruck der Umgebung an, weil das Baugrundstück auf einer Grünfläche in einem Waldgebiet liegt. Zur Kirche gehört eine Altarinsel aber kein Glockenturm. Die angebaute eingeschossige Sakristei im Süden ist ebenfalls sechseckig und hat ein Flachdach. Das Gotteshaus besitzt ein Skelett aus Stahlbeton mit roter Ziegelmauerung sowie Dächer aus Faserzementplatten.

Zu den Gebäuden der Gemeinde St. Joseph gehören das Pfarrhaus von 1912, das Pfarrheim von 1976, der Kindergarten von 1959 sowie das ehemalige Schwesternhaus von 1938.

Strukturentwicklungen Am 30. Mai 2010 wurden in Recklinghausen die Gemeinden St. Joseph, St. Marien und Heilig Kreuz in die Großpfarrei St. Antonius (Recklinghausen) eingegliedert.

Ende 2028 werden sich die Pfarreien St. Antonius, Liebfrauen und St. Peter in Recklinghausen sowie St. Martinus (Westerholt) und St. Antonius (Herten) zusammenschließen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Recklinghausen-Herten“.

Glocken Die Gemeinde St. Joseph besitzt die folgenden drei Kirchenglocken, die aber wegen eines fehlenden Glockenturms nur gelagert werden:

Glocke 1: Ø 80 cm; Gießerei: unbekannt; Gussjahr: 1908 Glocke 2: Ø 45 cm; Gießerei: unbekannt; Gussjahr: 1912 Glocke 3: Ø 25 cm; Gießerei: unbekannt; Gussjahr: 1926.

Orgel Die Firma Gebrüder Stockmann (Werl) baute 1996 für die Kirche St. Joseph in Recklinghausen-Süd eine Pfeifenorgel mit 39 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Das Instrument wurde am 8. September 1996 im Rahmen eines Konzerts eingeweiht.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster. Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg. Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab, Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Joseph (Recklinghausen) Website des Kreisdekanats Recklinghausen

Einzelnachweise

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