Das Hermann-Hesse-Gymnasium ist ein öffentliches Gymnasium im Berliner Ortsteil Kreuzberg des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Die Schule befindet sich an der Böckhstraße 16 im Graefekiez und wird als gebundene Ganztagsschule geführt. Die historische Schulanlage entstand 1891 und 1892 nach Entwürfen der Architekten Hermann Blankenstein und Karl Frobenius und steht unter Denkmalschutz.

Geschichte Das heutige Hermann-Hesse-Gymnasium geht auf mehrere ältere Bildungseinrichtungen zurück. Zu den Vorgängerschulen gehörten die Elisabeth-Schule und die Lutherschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die beiden Schulen zusammengeführt. Der Schulbetrieb wurde 1945 als Oberschule für Mädchen wieder aufgenommen. 1955 erhielt die Schule den Namen „Hermann-Hesse-Schule“.

1964 erfolgte der Umzug an den heutigen Standort in der Böckhstraße 16. Das dortige Schulgebäude war ursprünglich als Gemeindeschule errichtet worden. Die historische Anlage entstand 1891 und 1892 als 163. und 192. Gemeindeschule nach Entwürfen von Hermann Blankenstein und Karl Frobenius. Die Anlage wurde als Schulgebäude mit Lehrerwohnhaus und Turnhalle konzipiert. Die ursprüngliche Turnhalle wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1957 und 1958 durch einen Neubau ersetzt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Schulanlage mehrfach umgebaut und erweitert. Dazu gehören unter anderem Umbauten in den Jahren 1963, 1974 und 1975, 1977 und 1981. In den 1980er Jahren entstand an der Böckhstraße 36 ein weiterer Unterrichtsbau.

Seit den 2010er Jahren wurde der Schulstandort schrittweise saniert. Das Hauptgebäude wurde zwischen 2017 und 2019 umfassend modernisiert. Die Maßnahmen umfassten unter anderem die Sanierung der Gebäudehülle, die Verbesserung der Barrierefreiheit und die Modernisierung von Fachräumen. Im August 2019 wurde das sanierte Hauptgebäude wieder eröffnet.

Standort und Architektur Der Schulstandort erstreckt sich zwischen der Böckh- und der Dieffenbachstraße. Die denkmalgeschützte Gesamtanlage umfasst das Schulhauptgebäude an der Böckhstraße 16, das ehemalige Lehrerwohnhaus in der Dieffenbachstraße 51 sowie die Sporthallen.

Das Schulgebäude wurde 1891 und 1892 nach Entwürfen von Hermann Blankenstein und Karl Frobenius errichtet. Der dreiflügelige Klassentrakt liegt auf einem langgestreckten Grundstück im Blockinneren. Die Anlage ist durch Backsteinfassaden, eine symmetrische Gliederung und Rundbogenfenster geprägt. Die Aula befindet sich hinter dem Mittelrisalit des Hauptgebäudes. Die neue Mensa wurde durch eine Tieferlegung des Kellergeschosses geschaffen und ist über einen neuen Freibereich mit Stufenanlage zugänglich.

Das ehemalige Lehrerwohnhaus an der Dieffenbachstraße ist ebenfalls Bestandteil der denkmalgeschützten Gesamtanlage. Die ursprüngliche Turnhalle an der Böckhstraße wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. An ihrer Stelle entstand 1957 und 1958 eine zweigeschossige Doppelturnhalle in Stahlbetonbauweise, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht.

Die Denkmaldatenbank des Landes Berlin führt die Anlage unter der Bezeichnung „163. und 192. Gemeindeschule“ als Gesamtanlage. Zum Denkmal gehören Schulgebäude, Lehrerwohnhaus und Turnhalle.

Schulprofil Das Hermann-Hesse-Gymnasium ist eine gebundene Ganztagsschule. Zum Schulkonzept gehören neben dem regulären Unterricht auch Selbstlernzeiten und Formen selbstständigen Arbeitens. Die Schule arbeitet unter anderem mit Profilkursen und projektorientierten Lernformen.

Das Unterrichtsangebot umfasst neben den klassischen Fächern unter anderem die Fremdsprachen Englisch, Französisch, Latein und Italienisch. Im naturwissenschaftlichen Bereich werden Mathematik, Informatik, Biologie, Chemie und Physik unterrichtet.

Ein Schwerpunkt der Schule liegt im Bereich der MINT-Fächer. Das Hermann-Hesse-Gymnasium wurde als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. Zum MINT-Bereich gehören unter anderem Angebote in Mathematik, Informatik und den Naturwissenschaften sowie die Teilnahme an Wettbewerben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf kultureller Bildung und Medienbildung. Zum schulischen Angebot gehören unter anderem Musik, Kunst, Darstellendes Spiel, Film und ein Makerspace.

Die Schule ist außerdem im Bereich der Mehrsprachigkeit aktiv und führt ein entsprechendes Gütesiegel.

Außerschulische Angebote Zum schulischen Leben gehören unter anderem musikalische und theatralische Angebote sowie weitere kulturelle und sportliche Aktivitäten. Zu den regelmäßig angebotenen Bereichen gehören unter anderem Chor, Darstellendes Spiel, Schach und Angebote zur Nachhaltigkeit.

Das Hermann-Hesse-Gymnasium beteiligt sich außerdem am Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Schule gehört dem Netzwerk seit 2005 an. Im Rahmen dieses Programms finden Projekte und Veranstaltungen zur Auseinandersetzung mit Rassismus, Diskriminierung und gesellschaftlicher Teilhabe statt.

Auszeichnungen und Programme „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ seit 2005 „MINT-freundliche Schule“ seit 2015 Referenzschule für kulturelle Bildung seit 2021 Gütesiegel „Mehrsprachige Schule“ seit 2025 „Exzellente Digitale Schule“

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Hermann Hesse als Namensgeber HermannHesseGymnasium HermannHesseGymnasium Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1955 Kategorie:Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage Kategorie:Ganztagsschule HermannHesseGymnasium HermannHesseGymnasium Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren