Die Schlacht bei Wenden fand am 7. Januar 1601 während des Schwedisch-Polnischen Krieges (1600–1611) zwischen der Polnisch-Litauischen Union und dem Schwedischen Reich statt.
Vorgeschichte Am 24. Dezember beschloss Karl von Södermanland (Karl IX.), der als Reichsverweser Schwedens fungierte, eine Winterkampagne zu beginnen. Er selbst zog mit einer Streitmacht von etwa 7000 Mann gegen Dorpat (Tartu). Eine zweite Abteilung mit rund 3000 Soldaten wurde für Operationen im Raum Wolmar (Valmiera) und Wenden (Cēsis) vorgesehen.
Auf polnisch-litauischer Seite sammelten sich die Truppen in Wenden, allerdings nur unter erheblichen Schwierigkeiten. Der einheimische Adel, der bereits seit Jahresbeginn unter Waffen stand, entzog sich zunehmend dem Dienst, da er keine ausreichende Zahl regulärer Söldnertruppen vorfand. Zudem verließ einer der Befehlshaber, Janusz Radziwiłł, am 4. Januar das Heer, um seine Ehefrau zu besuchen. Danach verließ Fahrensbach Wenden am Morgen des 7. Januar kurz vor der Schlacht. Unmittelbar danach traf die Nachricht ein, dass sich die Schweden Wenden näherten.
Der Oberbefehlshaber der schwedischen Streitkräfte, Hans Bengtsson, hatte bei Rujen (Rūjiena) sieben Banner der finnischen Reiterei zusammengezogen. Diese wurden durch Infanterieabteilungen, sechs Geschütze sowie jene livländischen Adligen verstärkt, die die schwedische Seite unterstützten. Insgesamt verfügte seine Streitmacht über etwa 3000 Mann. Es wurde beschlossen, das noch nicht eroberte Wolmar (Valmiera) zunächst unbeachtet zu lassen. Anschließend rückte das schwedische Heer weiter vor und erreichte am 7. Januar Wenden.Stanislaw Herbst S. 61
Die Schlacht An der Spitze der schwedischen Marschkolonne ritten zwei Kavalleriefähnlein, gefolgt von der Infanterie – den Schluss bildete der Rest der Reiterei. Die Kolonne erstreckte sich über mehr als zwei Kilometer. Während ihre Spitze bereits das Schloss von Wenden erreichte, befand sich ihr Ende noch tief im Wald. Die polnisch-litauischen Truppen stießen unerwartet aus dem Schloss hervor und warfen die schwedische Vorhut zurück. Die fliehenden schwedischen Reiter gerieten in die eigene Infanterie, doch gelang es den Schweden, die entstandene Verwirrung zu überwinden und den polnischen Angriff zum Stehen zu bringen. Die im rückwärtigen Teil der Kolonne befindliche schwedische Kavallerie konnte die Unordnung in den polnisch-litauischen Reihen nicht ausnutzen, da die schwedische Infanterie ihr den Ausweg aus dem Wald versperrte.Stanislaw Herbst S. 64
Es folgte eine Kampfpause, die von beiden Seiten zur Reorganisation ihrer Truppen genutzt wurde. Die schwedischen Streitkräfte wurden wie folgt aufgestellt: Auf dem rechten Flügel standen die von Pikenieren geschützten Geschütze, im Zentrum die übrige Infanterie und auf dem linken Flügel die Kavallerie. Die Polen bezogen Stellung auf einer Anhöhe und eröffneten die zweite Phase der Schlacht mit einem Angriff der polnischen Husaren (300 bis 360 Reiter). Die schwedische Kavallerie geriet in Panik und floh, wobei sie die Infanterie ihrem Schicksal überließ.
Fahrensbach, der nach der Nachricht vom Eintreffen der Schweden bei Wenden auf das Schlachtfeld zurückkehrte, nahm sich der schwedischen Infanterie an. Währenddessen näherte sich die fliehende schwedische Reiterei einem Fluss. Unter der zusammengepferchten Menschenmenge brach das Eis ein, und zahlreiche Soldaten und Pferde ertranken. Nur etwa 300 der ursprünglich 1000 Kavalleristen erreichten das gegenüberliegende Ufer und setzten ihre Flucht bis nach Karksi fort, das rund 100 Kilometer entfernt lag. Die zurückgelassene Infanterie wurde nahezu vollständig aufgerieben.Stanislaw Herbst S. 65–66
Folgen Trotz dieses Sieges der polnisch-litauischen Truppen war die neue Winteroffensive der Schweden insgesamt ein voller Erfolg. Nach der Einnahme von Wolmar erreichten die Truppen Karls IX. die Düna. Die wenigen, um ihren Sold gebrachten Streitkräfte der polnisch-litauischen Republik zerfielen dagegen zusehends und verstreuten sich über das Land, wo sie nach Nahrung suchten und die Bevölkerung ausplünderten. Der überwiegend evangelische, deutschstämmige livländische Adel leistete den Schweden meist keinen Widerstand und wechselte nicht selten auf ihre Seite. Die bäuerliche Bevölkerung hingegen, die durch die Gewalttaten und Plünderungen der polnisch-litauischen Truppen verbittert war, zeigte deutlich Sympathien für den Eindringling, dessen Verbände sich zu Beginn des Krieges diszipliniert verhielten und weder Städte noch Dörfer plünderten.Leszek Podhorodecki S. 39
Literatur Henryk Wisner: "Zygmunt III. Waza", Kraków 1984, ISBN 83-02-02089-3 Stanislaw Herbst: "Wojna inflancka 1600–1602", Zabrze 2006, ISBN 83-89943-14-X Leszek Podhorodecki: "Rapier i koncerz", Książka i Wiedza, Warszawa 1985
Einzelnachweise
Kategorie:Polnisch-Schwedischer Krieg (1600–1629) Cēsis Cēsis Kategorie:Konflikt 1601 Kategorie:Cēsis