Wahlsdorf war eine mittelalterliche Siedlung südlich von Klein Marzehns.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 446) Die ehemalige Feldmark liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Geografische Lage Scherbenfunde in einer Bodensenke beiderseits der Straße Klein Marzehns–Groß Marzehns etwa 250 Meter nördlich der Mühle weisen auf die mutmaßliche Dorfstelle hin. Ein Zusammenhang mit der ebenfalls von Coswig (Anhalt) zu Lehen gehenden Wendemark, die später als Vorwerk zu Rabenstein/Fläming gehörte, wird vermutet.

Geschichte 14. bis 16. Jahrhundert 1376 wurde Wahlsdorf bei der Verleihung an das Kollegiatstift St. Marien in Coswig (Anhalt) erwähnt und war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich bereits wüst. Die Siedlung stand ursprünglich unter anhaltischer Landeshoheit. 1376 gelangte sie an das Kollegiatstift St. Marien in Coswig (Anhalt). 1506 wurde die Siedlung als wustes Walstorff erwähnt. Zu dieser Zeit zinsten zwei Einwohner, darunter der Richter von Klein Marzehns, von wüstem Wahlsdorf. 1565 besaßen sechs Einwohner von Klein Marzehns jeweils eine wüste Hufe zu Wahlsdorf. 1566 hatte der Schulmeister zu Coswig (Anhalt) jährlich 31 Scheffel Roggen und 15 Scheffel Hafer von Klein Marzehns im Kurfürstentum Sachsen aus der wüsten Dorfstätte Wahlsdorf zu fordern. Verwaltungsmäßig gehörte die Feldmark vor 1506 bis um 1550/1552 zum Amt Rabenstein und anschließend bis 1872 zum Amt Belzig-Rabenstein. 1591 besaßen sechs Einwohner von Klein Marzehns jeweils eine wüste Hufe auf der Feldmark Wahlsdorf.

17. bis 19. Jahrhundert Die gleiche Verteilung bestand noch 1682. Die Siedlung blieb weiterhin unbewohnt und bestand nur noch als Feldmark fort. Um 1710 ist die Bezeichnung Wahlsdorf auf einer Karte von Zürner nachweisbar. 1718 wurden sechs wüste Hufen genannt, von denen jede auf drei Dresdner Scheffel Aussaat veranschlagt war. 1822 wurden die sechs wüsten Hufen von den Einwohnern von Klein Marzehns genutzt. Die Feldmark ging anschließend in der Gemarkung von Klein Marzehns auf. Eine Wiederbesiedlung als eigenständiger Ort ist nicht überliefert.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 447)

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 446 und 447)

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1376 Kategorie:Rabenstein/Fläming