mini|Bruno F. L. von Ostrowski als Generalmajor 1918 Bruno Ferdinand Louis von Ostrowski (* 29. Dezember 1865 in Friedeberg (Neumark); † 12. August 1935 in Berlin-Charlottenburg) war ein preußischer Generalmajor und Ehrenritter des Johanniterordens.
Leben Herkunft Bruno war der jüngste Sohn des preußischen Majors à la suite Hugo von Ostrowski (1832–1874) und dessen Ehefrau Julie Pauline Ernestine (1839–1911), geborene von der Osten.Gothaisches Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser, Band 11, Verlag des Deutschen Adelsarchivs, Marburg 2025
Militärkarriere mini|Bruno F. L. von Ostrowski als Kadett 1880 Nach dem Besuch des Gymnasiums in Berlin-Spandau ging Ostrowski am 20. Mai 1876 als Kadett zunächst nach Potsdam und am 1. Mai 1880 nach Berlin-Lichterfelde.Geheimes Staatsarchiv Preußischen Kulturbesitzes, VIII. HA, Slg. Priesdorff, Kurt von, Nr. 1132, Generals-Biographien Am 15. April 1884 wurde er als Leutnant aus dem Kadettenkorps dem Feld-Artillerie Regiment Nr. 18 in Frankfurt (Oder) überstellt. Obwohl er erst vier Jahre lang Offizier war, avancierte er bereits am 1. Oktober 1888 zum Abteilungs-Adjutanten.
Vom 15. Mai 1890 bis zum 30. September 1895 bekleidete er die Stellung des Regiments-Adjutanten des Kommandeurs Oberstleutnant Pochhammer in Landsberg a. d. Warthe.
Am 17. Dezember 1891 wurde Ostrowski zum Oberleutnant ohne Patent ernannt. Am 29. März 1892 erhielt er sein Patent. Am 19. März 1896 wurde er Adjutant der 6. Feld-Artillerie-Brigade in Breslau.
Am 18. November 1897 wurde Ostrowski zum Hauptmann befördert und am 25. November 1898 zum Batterie-Chef im Feld-Artillerie Regiment Nr. 18 in Frankfurt (Oder) ernannt.
Ab dem 9. Juli 1900 war er Kommandeur der Ostasiatischen Feldhaubitz-Munitions-Kolonne und stellte seine Fähigkeiten bei der Aufstellung und Führung dieser unter Beweis. Nun musste er sich in der Zeit bis 1901 zum ersten Mal militärisch im Boxeraufstand in China (Tianjin, damals Tientsin) bewähren. Hierbei zeigte er Umsicht und Energie.
Zurück aus China wurde Ostrowski am 23. Juli 1901 dem 1. Badischen Feld-Artillerie Regiment Nr. 14 in Karlsruhe aggregiert. Am 22. April 1902 wurde er Batterie-Chef des Regiments. Am 19. Mai 1903 wurde er der Artillerie-Depot Inspektion in Berlin überstellt und am 10. April 1906 zum Major und Adjutant der Feldzeugmeisterei ernannt.
Am 1. Dezember 1907 beurteilte ihn sein Vorgesetzter Generalleutnant Koehne mit den folgenden Worten:
Am 19. November 1908 wurde Ostrowski Kommandeur der I. Abteilung des Feld-Artillerie Regiments Nr. 25 in Darmstadt und am 1. Oktober 1912 zum Oberstleutnant befördert.
Am 18. April 1913 wurde ihm die wichtige Stellung des Chefs der Zentralabteilung der Feldzeugmeisterei in Berlin übertragen, in welche er sich, unterstützt durch seine reichen Erfahrungen, schnell einarbeitete.
Bei der Mobilmachung 1914 wurde Ostrowski am 1. August 1914 zum Kommandeur des Feldartillerie-Regiments Nr. 76 ernannt und am 8. November 1914 zum Oberst befördert. Während dieser Zeit erwies er sich überall als ein Vorgesetzter mit Umsicht und Initiative. Er zeichnete sich durch ganz besonders schnelle und zutreffende Beurteilung der jeweiligen Gefechtslage aus. Seine Befehlserteilungen waren selbst in den schwierigsten Augenblicken ruhig und sicher. Selbst ein leuchtendes Vorbild persönlicher Tapferkeit und rastlos für das Wohl seiner Truppe besorgt, scheute er sich nicht, das Höchste von ihr zu fordern und zu erreichen. Daher beurteilte ihn am 15. Juni 1916 sein Divisionskommandeur Generalleutnant Isbert wie folgt:
Am 15. August 1916 verließ Ostrowski das Regiment und wurde zum Kommandeur der 62. Feldartillerie-Brigade beim Karpathenkorps ernannt. Zum Kriegs-Ministerium wurde er am 16. Oktober 1916 abkommandiert. Am 17. November 1916 kehrte er zur 62. Feldartillerie-Brigade zurück, nur, um am 30. November 1916 wieder zu den Offizieren von der Armee zurückzukehren. Am 16. Januar 1917 wurde Ostrowski Artillerie-Kommandeur der 51. Reserve-Division. Am 5. Dezember 1917 kehrte er zu den Offizieren von der Armee zurück, und am 11. Februar 1918 übernahm er die Aufgaben des Artillerie-Kommandeurs Nr. 72.
Am 22. März 1918 wurde Ostrowski zum Generalmajor ernannt. In der Zeit vom 29. Januar 1919 bis zu seinem Abschied am 12. April 1919 war er Kommandeur der 36. Feldartillerie-Brigade.
Auszeichnungen 1902 Roter Adler-Orden 4. KlasseMoßdorf, Werner: Geschichte des 5. Badischen Feldartillerie-Regiments Nr. 76, Berlin, 1930 1905 Orden des Heiligen Schatzes, Zui ho sho: Ritterkreuz 1. KlasseRangliste der Königlich Preußischen Armee für 1902 22. März 1907 Ehrenritter der JohanniterRangliste der Königlich Preußischen Armee für 1905 1908 DienstauszeichnungskreuzRangliste der Königlich Preußischen Armee für 1907 30. April 1913 Ehrenkreuz des Philipps-OrdensRangliste der Königlich Preußischen Armee für 1914 1914 Königlicher Kronen-Orden 3. KlasseRangliste der Königlich Preußischen Armee für 1908 1. Oktober 1914 Ritterkreuz I. Klasse mit Eichenlaub und SchwerternGroßherzoglich Hessische Ordensliste 1914, Staatsverlag, Darmstadt 1913 28. August 1916 Ritterkreuz des Militärischen Karl Friedrich Verdienstordens 11. Juli 1917 Kronen Orden 2. Klasse mit Schwertern Datum unbekannt China-DenkmünzeGeneral-Adjutantur 233 43300: Schreiben zur Ordensverleihung des XIV Armeekorps vom 24. August 1916 Datum unbekannt Süd-West-Afrika Medaille Datum unbekannt Zentenarmedaille Datum unbekannt Eisernes Kreuz II. und I. Klasse
Familie Ostrowski heiratete am 27. Februar 1902 die Anna Sophie Schmelzer (1872–1966) auf dem Gut seiner Schwiegereltern in Sachsendorf im Oderbruch (Kreis Lebus).Hans-Jürgen Schmelzer: Meines Vaters Felder, BeBra Verlag, 2020, ISBN 978-3-86124-741-8 Aus dieser Ehe gingen die Kinder Walter Otto Norbert (1903–1941), Erika Anna Julie (1904–1945), Ursula Molly Elsbeth (1908–2001) und Bruno Hugo Anton Rudolf (1909–1952) hervor.
Sein Leben war von Kindesbeinen an durch das preußische Militär geprägt. Seine Erziehung und Monarchietreue machten es ihm schwer, die neuen politischen Verhältnisse in Deutschland zum Ende des Ersten Weltkrieges anzunehmen. So schrieb er im November 1918 in einem Brief an seine Frau:
In seinem Ruhestand widmete er sich also verstärkt seiner Familie. Geschickt im Umgang mit Finanzen gelang es ihm, die Familie relativ unbeschadet durch die Wirtschaftskrisen der 1920er und 1930er Jahre zu bringen.
Ostrowski verstarb nach kurzer, schwerer Krankheit am 12. August 1935 im Alter von 69 Jahren im Krankenhaus Bethanien in Berlin. Er wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt. Sein Grab ist aufgrund der Vernachlässigung und umfangreichen Zerstörung des Friedhofs nach dem Zweiten Weltkrieg verloren gegangen.
Weblinks Rang- und Quartierliste der Königlich Preußischen Armee auf wiki.genealogy.net
Einzelnachweise
Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Ordens des Heiligen Schatzes Kategorie:Träger des Verdienstordens Philipps des Großmütigen (Ehrenkreuz) Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens (Ritter) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Person im Boxeraufstand Kategorie:Generalmajor (Königreich Preußen) Kategorie:Artillerist (Preußen) Kategorie:Ehrenritter (Johanniterorden) Kategorie:Preuße Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1865 Kategorie:Gestorben 1935 Kategorie:Mann