mini|Sichtachse vom Dreifaltigkeitsplatz zur Martinskirche, rechts der Hofkasten mini|333x333px|Der nordöstliche Dreifaltigkeitsplatz mit dem Denkmal für Ludwig den Reichen, im Hintergrund der ehemalige Hofkasten mini|Ehemaliger Platz der Synagoge und der Dreifaltigkeitskirche an der Ostecke des Dreifaltigkeitsplatzes

Der Dreifaltigkeitsplatz ist ein dreieckiger Platz in der Altstadt von Landshut. An seinem Südwestende stand bis 1874 das Stadttor Münchner Tor.

Geschichte 1320 erfolgte die dritte Erweiterung der Stadt um den heutigen Dreifaltigkeitsplatz. Dort entstand das Judenviertel von Landshut. Es war kein Ghetto, es wohnten dort auch christliche Landshuter Bürgerfamilien.

Heinrich XVI. schütze die Juden, erkannte aber beim Baubeginn der Martinskirche, dass das Judenviertel die Sichtachse auf die Martinskirche verbauen würde, da die Straße einen leichten Bogen um das Viertel machte; die schmale westliche Straße bei der Ludwigspassage ist ein Relikt dieser alten Straße. Heinrich genehmigte den Juden eine Synagoge am Ost-Eck, wenn sie dafür den Bereich räumten – so entstand der später so bezeichnete dreieckige Dreifaltigkeitsplatz. Es gab auch ein jüdisches Ritualbad im Keller des nahen Hauses Nahensteig Nr. 182c.

Wenige Jahre später – 1450 – vertrieb Ludwig der Reiche, der Sohn von Heinrich XVI., die Juden, und die Synagoge wurde zur Dreifaltigkeitskirche umgebaut, die dem Platz den Namen gab. Seit dem ausgehenden Mittelalter besaßen hier vor allem herzogliche Beamten ihre Wohnungen. Auch angesehene Adelsgeschlechter wie die Preysing, Fraunberg und Closen hatten an diesem Platz ihre Stadthäuser.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche abgebrochen, das Münchner Tor im Südwesten des Platzes folgte 1874.

Das bedeutendste erhaltene Gebäude ist der langgestreckte ehemalige Hofkasten, der die Platzwand nach Nordosten hin abriegelt. Auf der Grünanlage davor steht ein Denkmal für Herzog Ludwig den Reichen. Die Handwerker- und Beamtenhäuser an der Westseite des Platzes stammen vorwiegend aus dem 16. Jahrhundert.

Literatur

Volker Liedke: Denkmäler in Bayern. Band II.24 Stadt Landshut. Verlag Schnell & Steiner, München · Zürich 1988, ISBN 3-7954-1004-5.

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