Das Gefecht bei Limbaži fand am 22. Dezember 1600 während des Schwedisch-Polnischen Krieges (1600–1611) zwischen der Polnisch-Litauischen Union und dem Schwedischen Reich statt.

Vorgeschichte Dank der siegreichen Schlacht bei Karksi am 29. Oktober 1600 gelang es den polnisch-litauischen Truppen, den weiteren Vormarsch der schwedischen Armee in Richtung des südlichen Teils von Livland vorübergehend aufzuhalten.

Karl von Södermanland (Karl IX.), der als Reichsverweser Schwedens fungierte, beschloss daraufhin, stattdessen die Burg von Viljandi (Fellin) einzunehmen. Dies gelang nach vier Tagen am 3. November 1600. Eine zweite schwedische Abteilung unter dem Kommando von Stolpe, die am 30. Oktober bereits Laiuse (Lais) erobert hatte, erhielt den Befehl, sich den Hauptstreitkräften bei Viljandi anzuschließen. Dies gelang am 10. November.

Bereits am 13. November nahmen die vereinten Streitkräfte ihren Marsch nach Süden wieder auf, besetzten Helme und erreichten am 16. November Ergeme. Gleichzeitig zog sich Befehlshaber der polnisch-litauischen Truppen, Jürgen von Fahrensbach, nach Valka (Walk) zurück und nahm dort gemeinsam mit seiner Kavallerie eine günstige Stellung ein, um die Schweden im Falle eines Angriffs abwehren zu können.Stanislaw Herbst S. 49–50

Kurz nach ihrer Ankunft in Ergeme begannen die Schweden mit der Belagerung der Stadt, die sich bereits am 19. November ergab. Am 23. November fiel auch Karksi (Karkus) in schwedische Hände. In der Zwischenzeit entschloss sich Fahrensbach, seinen Rückzug weiter nach Süden fortzusetzen. Am 19. November erreichte er Valmiera (Wolmar), am 25. November Cēsis (Wenden). Seine Streitkräfte wurden dabei von Tag zu Tag schwächer, da die örtlichen Truppenverbände nach und nach in ihre Heimatregionen zurückkehrten.

Als Fahrensbach schließlich am 27. November Ropaži (Rodenpois) erreichte, entsandte er die polnischen Einheiten nach Riga, gestattete den tatarischen Truppen die Rückkehr nach Litauen und entließ die verbliebenen lokalen Verbände in ihre Heimat. Gleichzeitig befahl er den Soldaten, sich am 16. Dezember wieder zum Dienst einzufinden.Stanislaw Herbst S. 50–51

Nach den jüngsten Erfolgen ordnete Karl IX. eine Ruhepause für seine Truppen an und richtete sein Hauptquartier in Paide (Weissenstein) ein. Infolge der Herbstkampagne brachten die Schweden, mit Ausnahme einiger weniger Festungen wie etwa Tartu (Dorpat), nahezu ganz Nordlivland unter ihre Kontrolle. Als Reaktion darauf beauftragte der polnische König bereits Ende Oktober 1600 den litauischen Großhetman Krzysztof Mikołaj Radziwiłł, in Litauen das Aufgebot der Adligen einzuberufen und die Oberleitung der Verteidigung Livlands zu übernehmen. Der Hetman entsandte zudem kleinere Verstärkungen zur Unterstützung der noch in polnisch-litauischer Hand befindlichen Festungen.Stanislaw Herbst S. 52–58

Am 24. Dezember beschloss Karl IX., eine Winterkampagne zu beginnen. Er selbst zog mit einer Streitmacht von etwa 7000 Mann gegen Tartu. Eine zweite Abteilung mit rund 3000 Soldaten wurde für Operationen im Raum Valmiera und Cēsis vorgesehen. Darüber hinaus brach eine kleine Einheit unter dem Kommando von Mehdem, bestehend aus etwa 500 Reitern, in Richtung Limbaži (Lemsal) auf.Stanislaw Herbst S. 59

Janusz Radziwiłł, der Sohn des litauischen Großhetmans Krzysztof Mikołaj Radziwiłł, der mit einer Truppe von 300 Soldaten in Riga stationiert war, brach am 14. Dezember in Richtung Cēsis auf. Unterwegs, in Sigulda, erhielt er von einem seiner Spione die Nachricht, dass sich eine schwedische Abteilung unter dem Kommando von Mehdem auf dem Marsch nach Limbaži befinde. Daraufhin legte Radziwiłł rund 50 Kilometer in schnellem Marsch zurück und erschien in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember vor Limbaži.Stanislaw Herbst S. 60

Das Gefecht Mehdem erreichte mit seinen Truppen am Abend des 21. Dezember Limbaži. Den Großteil seiner Soldaten brachte er in der Burg unter, während die übrigen in der nahegelegenen Siedlung Quartier bezogen. Nachdem er über das Herannahen der Truppe Janusz Radziwiłłs informiert worden war, entsandte er 100 Mann zur Aufklärung.

Dieses Vorauskommando wurde jedoch von den heranrückenden Streitkräften Radziwiłłs geschlagen und flüchtete in die Burg zurück. Gleichzeitig griffen die Kosaken die in der Siedlung stationierten Soldaten Mehdems an. Auch diese wurden rasch besiegt, wobei die Angreifer keine eigenen Verluste erlitten. Die in der Burg eingeschlossenen Verteidiger konnte Radziwiłł jedoch nicht wirksam angreifen. Daher brach er den Versuch ab und kehrte nach Cēsis zurück, wo er am Abend des 22. Dezember eintraf.Stanislaw Herbst S. 60–61

Die Folgen In Cēsis sammelten sich Truppen mit einer Gesamtstärke von etwa 750 Soldaten. Ihnen rückte eine schwedische Streitmacht unter dem Kommando von Bengtsson entgegen, die rund 3000 Mann zählte. Dort kam es am 7. Januar zur Schlacht bei Cēsis (Schlacht von Wenden), in der die zahlenmäßig deutlich unterlegenen polnisch-litauischen Kräfte den schwedischen Vormarsch aufzuhalten versuchten.

Literatur Henryk Wisner: "Zygmunt III. Waza", Kraków 1984, ISBN 83-02-02089-3 Stanislaw Herbst: "Wojna inflancka 1600–1602", Zabrze 2006, ISBN 83-89943-14-X Leszek Podhorodecki: "Rapier i koncerz", Książka i Wiedza, Warszawa 1985

Einzelnachweise

Limbazi Kategorie:Konflikt 1600 Kategorie:Polnisch-Schwedischer Krieg (1600–1629) Kategorie:Bezirk Limbaži