Touch the Earth – Break the Shells ist eine Kompilation aus zwei LPs von Peter Kowald, Wadada Leo Smith und Baby Sommer von 1981 und 1983. Die am 13./14. November 1979 und 29. Januar 1981 entstandenen Aufnahmen erschienen 1997 auf Free Music Production.
Hintergrund Smith, Kowald und Sommer arbeiteten im Zeitraum von 1978 bis Anfang 1982 gelegentlich als Trio zusammen, auch unter dem Namen „Wuppertal Chicago Dresden“. Das Album enthält die Aufnahmen von Sessions aus den Jahren 1979 und 1981 des Trios von Wadada Leo Smith (Trompete, Flügelhorn, afrikanisches Daumenklavier und Flöte), Günter „Baby“ Sommer (Perkussion, Orgelpfeifen) und Peter Kowald (Kontrabass). Die Aufnahmen von 1979 erschienen zunächst 1980 bei FMP auf der LP Touch the Earth, Teile der späteren Session 1983 auf If You Want the Kernels You Have to Break the Shells.Aus der zweiten LP fehlte deren langes Stück „Break the Shells“; der zunächst unveröffentlichte Titel „Long Time No Se“' wurde hinzugefügt; der Titel „Rastafari in the Universe“ wurde als viertes Stücke zwischen die Titel der ersten LP montiert.
Titelliste Peter Kowald: Touch the Earth – Break the Shells (FMP – CD 67) Gebr. Loesch (Sommer) 4:14 Touch the Earth (Kowald) 12:54 Wind Song in a Dance of Unity (Smith) 3:55 Rastafari in the Universe 12:00 In Light (Smith) 12:12 Ein Stück über dem Boden (Kowald) 3:56 Radepur im Februar (Sommer) 7:24 Unlost Time 8:02 Long Time No See 7:29
Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Kowald, Smith und Sommer.
Rezeption Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic vier Sterne und schrieb, dieses Album würde zu den wenigen Tondokumenten zählen, die dieses mittlerweile legendäre Trio hinterlassen habe. Allein schon um diese Gruppe zu hören, deren Kommunikation so instinktiv und ergebnisoffen verlief, lohne es sich, diese Aufnahme zu entdecken. Drei Musiker aus unterschiedlichen Traditionen und geografischen Regionen (Chicago, Wuppertal, Dresden) hätten eine gemeinsame Sprache gefunden, die von klanglicher und harmonischer Ausgewogenheit geprägt war – unabhängig davon, welche Instrumente sie für ihre Improvisationen wählten. Die Aufnahmen seien nicht das Ergebnis einer Band, die eine einheitliche Stimme zur Selbstdefinition gefunden habe, sondern das Werk dreier Individuen, die einander im Schwingungsraum des Klangs zu begegnen suchen. „Dies ist zweifellos Musik des Geistes, doch sie entspringt zugleich dem Körper und der Erde selbst. Das ist Free Jazz, der singt!“
Rainer Kobe (Jazz Podium) fand es dankenswert, dass das Label „im Fall des formidablen Trios Kowald/Smith/Sommer“ Teile seines Back-Katalogs wieder zugänglich mache. Den Entstehungsprozessen der Musik zuzuhören, sei auf diesem Album spannend und mache Spaß. „Unangestrengt und ohne Powerplay“ würden die drei Musiker agieren und in unterschiedlichen Konstellationen und Instrumentationen zueinander finden. „In spontanem Spiel finden sie zu Bewegungsabläufen, die immer wieder überraschen.“ Leo Smith besteche durch klare Trompetentöne, die er mit Intervallen cool und boppig projiziere, Peter Kowald schaffe klangliche Bindungen mit Flageoletts durchsetztem Spiel zu Schlagzeuger Günter Sommer, der mit Sensibilität für ein polyrhythmisches, klangliches und motivisches Geflecht sorge. „Dieses unaufdringliche Kollektivspiel ist es, was fasziniert.“
Wolf Kampmann lobte in Jazz thing das Album als eines von „Myth Scientists“ (wie Sun Ra gesagt hätte). „Dank Smiths traumwandlerischer Konzentration auf das wesentliche, dank Sommers allover Trommel mit afrikanischem Flavor und Kowalds Anker“ wollten sie nirgendwo hin, sondern seien immer schon da. „Auch nach 20 Jahren ist das eine der Songlines für die beste aller möglichen Welten.“
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 1997 Kategorie:Livealbum Kategorie:Kompilation (Musik) Kategorie:Peter Kowald Kategorie:Wadada Leo Smith