mini|alt=Porträtfoto, schwarz-weiß|Charles Daniélou, 1914 Charles Daniélou (geboren am 13. Juli 1878 in Douarnenez; gestorben am 30. Dezember 1953 in Neuilly-sur-Seine) war ein französischer Schriftsteller und Politiker der Dritten Republik.

Leben Charles Daniélou wurde als Sohn von Eugène Daniélou und Marie Rose Poulouin geboren. Er heiratete 1904 Madeleine Daniélou, geborene Clamorgan, die als Gründerin von Privatschulen und Schriftstellerin bekannt wurde. Das Paar hatte sechs Kinder, darunter den Kardinal Jean Daniélou und den Indologen Alain Daniélou.Zur Familie Daniélou besteht in der frankophonen Wikipédia ein weiterführender Artikel: Famille Daniélou.

Daniélou strebte eine Karriere in der Marine an, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht verfolgen konnte. Er ging nach Paris, arbeitete als Journalist und veröffentlichte, protegiert von François Coppée, Gedichtbände und Romane. Er war Generalbeauftragter der konservativen Ligue de la patrie française und entschiedener Anti-Dreyfusard. Zeitweilig war Daniélou Sekretär des nationalistischen Politikers Gabriel Syveton. Er zog nach Locronan, wo er von 1912 bis 1944 als Bürgermeister amtierte.

Bei den Parlamentswahlen 1910 zog Daniélou erstmalig in die Abgeordnetenkammer ein; bei dieser Wahl trat er noch als Nationalist auf.Jean Jolly zitiert sein Wahlprogramm, wo er sich gegen „die lächerliche und freimaurerische Republik wandte“, „die Republik der Genießer, der Vielfraße und der Satten“, und gegen die, die „seit zehn Jahren an der Macht, zugelassen haben, dass die Flagge entweiht, die Freiheit erstickt, der Religionskrieg ausgerufen, die Franzosen gespalten und die nationale Sicherheit gefährdet wurde“. Bereits 1911 hatte er sich aber in Richtung der rechten Mitte gewandt und gehörte nun den Républicains progressistes an.

Bei den Wahlen von 1914 wurde er geschlagen, kehrte jedoch 1919 wieder ins Parlament zurück. Diesem gehörte er bis 1936 an, nun unter dem Label der – trotz ihres Namens – konservativen Gauche radicale. 1921 wurde er von Aristide Briand zum „Beauftragten für die französische Expansion im Ausland“ ernannt. 1925 begann seine Karriere als Regierungsmitglied, als Paul Painlevé ihn zum Sous-secrétaire d’État für die Häfen, Marine und Fischerei ernannte. Unter Aristide Briand wechselte er 1926 als Sous-secrétaire d’État ins Zentrum der Macht; er war nun direkt beim Ministerpräsidenten tätig. 1930 berief ihn Camille Chautemps als Minister für die Handelsmarine; ein Amt, das er auch unter der Regierung von Théodore Steeg ausübte. Von 1932 bis 1933 amtierte er in von Joseph Paul-Boncour und Édouard Daladier gebildeten Regierungen als Gesundheitsminister.

Charles Daniélou war Ritter der Ehrenlegion, Kommandeur des Seeverdienstordens – ein Orden, den jeder Marineminister erhielt –, Kommandeur des Ordre de la Santé publique, Träger des Großkreuzes des spanischen Seeverdienstkreuzes, Kommandeur des St.-Sava-Ordens von Jugoslawien und Träger des Großkreuzes des marokkanischen Ouissam-Alaouite-Ordens. Das Kunstmuseum von Locronan ist nach ihm benannt.

Werke (Auswahl) Sachbücher De l’Yser à l’Argonne : images du front, Bloud et Gay, 1916 Responsabilités et buts de guerre : en marge des livres diplomatiques, Figuière, 1918 Le carnet d’un parlementaire, Figuière, 1927 L’armée navale, Figuière, 1931 Dans l’intimite de Marianne, Édition Musy, 1945 Belletristik Ascension, Gedichte, 1899 Rayonnements, Gedichte, 1904 Les Armoricaines, Gedichte, 1905 Les Heures lyriques, Gedichte, 1906 J’ai regardé derrière moi, Gedichte, 1909 Les Veillées fabuleuses, Erzählungen, 1922 La Fortune de Richemer, Roman, 1925 Le Crime du Député Ronan Conan, Roman, 1926

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Frankreich) Kategorie:Gesundheitsminister (Frankreich) Kategorie:Handelsmarineminister (Frankreich) Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Ritter) Kategorie:Träger des Ouissam Alaouite Kategorie:Träger des St.-Sava-Ordens Kategorie:Träger des Seeverdienstkreuzes Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann