Der Blücherplatz ist ein Stadtplatz im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und befindet sich im Ortsteil Kreuzberg. Entstanden ist der Platz im Zusammenhang mit der südlichen Stadterweiterung Berlins in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach Kriegszerstörungen und Änderungen der Verkehrsführung in den 1970er Jahren tangiert die Platzfläche noch die Blücherstraße, ist aber kaum mehr als Stadtplatz erkennbar.
Lage und Namensgebung Er liegt unmittelbar südlich der ehemaligen Zollmauer am Halleschen Tor. Der Platz, obwohl meist aktuell nur als die Wiese vor der Bibliothek wahrgenommen, umfasst historisch und postalisch jedoch auch die angrenzenden Straßenzüge und die Verbindung zum Halleschen Ufer. Er zieht sich als nordwärts verlaufender Halbkreis zwischen der Blücherstraße herum. Der Platz selbst ist auch eine postalische Adresse. Die Benennung des Platzes folgte dem Prinzip, Plätze im Umfeld des Halleschen Tores nach Orten oder Akteuren der Befreiungskriege zu benennen (z. B. Belle-Alliance-Platz, heute Mehringplatz). Als Namensgeber wählten die Ratsherren den preußischen Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher, Fürst von Wahlstatt (1742–1819). Die Namensgebung erfolgte am 7. April 1849.Berliner Bezirkslexikon, Luisenstädtischer Bildungsverein (Luise-Berlin).
Im Herbst 2026 wird das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nun den Namen des Blücherplatzes zu Ehren der jüdischen Widerstandskämpferin Eva Mamlok umändern.Ein Platz für Eva Mamlok Friedrichshain-Kreuzberg bekommt einen Eva-Mamlok-Platz. Der Blücherplatz in Kreuzberg wird offiziell umbenannt. In: berlin.de Mamlok hatte hier mit ihrer Familie im Kiez in der Neuenburger Straße 3 gewohnt und sich frühzeitig an Aktionen gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Die darauf folgenden stetigen Repressalien und Verhaftungen brachten sie auch in Gefängnisse und in ein KZ. Schließlich starb sie Ende 1944 im KZ Stutthof an Entkräftung. Die offizielle Platz-Umbenennung wird nach der Neuwahl des Berliner Abgeordnetenhauses am 16. Oktober 2026 vorgenommen.Feierliche Einweihung des Eva-Mamlok-Platzes Der Blücherplatz in Friedrichshain-Kreuzberg wird offiziell umbenannt. Die Kreuzbergerin Eva Mamlok (1918-1944) leistete mit einem Netzwerk jüdischer Frauen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. In: zlb.de
Geschichte Die großräumige städtebauliche und landschaftliche Planung, auf der die Anlage des Berliner Blücherplatzes sowie des gesamten anschließenden Generalszugs und des Landwehrkanals beruht, geht auf den preußischen Gartenarchitekten und Stadtplaner Peter Joseph Lenné zurück.
Bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich der Platz mit seinen zuführenden Straßen zu einem dicht bebauten, großstädtischen Viertel. Historische Stadtpläne veranschaulichen den Wandel von der Freifläche vor dem Tor zum bebauten Platz.Histomap Berlin In: Landesarchiv Berlin, Pläne von 1842 und 1900 aufrufen. mini|links|Blick auf den Blücherplatz (zuerst die Baustelle Nr. 1, dahinter das Haus Nr. 2 und im Hintergrund links das Haus Nr. 3)
mini|links|Hertie Warenhaus, Belle-Alliance-Straße 1–3, nach 1933 Bei den Alliierten Luftangriffen auf Berlin, insbesondere am 3. Februar 1945, wurden die umgebenden Bauten samt den Verkehrsflächen fast vollständig zerstört. Nach dem Ende des Krieges und der Aufteilung Berlins in vier Besatzungszonen fiel der Platz in die Zuständigkeit der US-amerikanischen Kommandantur. Ein Wiederaufbau in den historischen Blockstrukturen war nicht mehr geplant, nach umfassenden Diskussionen für eine städtebauliche Neugestaltung wurde die Platzfläche großzügig erweitert und parkähnlich gestaltet. mini|Blücherplatz 1: Amerika-Gedenkbibliothek
Im Zentrum des Platzes errichtete der Senat von Berlin von 1952 bis 1957 mit großzügiger Hilfe der der USA die Amerika-Gedenkbibliothek als Solitärbau, die im 21. Jahrhundert unter Denkmalschutz steht. Obj.-Dok.-Nr. 09031119 in der Denkmaldatenbank von Berlin
Die in den 1970er Jahren folgende Neuanlage der Gitschiner Straße und die verkehrliche Entlastung des Mehringplatzes führten dann dazu, dass der Blücherplatz seine zentrale Lage weitestgehend verlor und nur auf seiner Südseite der Verkehr in Richtung Tempelhof abgeleitet wird. Einige der früheren Straßeneinmündungen sind eher fließend in die Grünanlagen integriert, bilden aber das verkehrstechnische Gerüst um das Areal der Amerika-Gedenkbibliothek und somit um den Blücherplatz.
Bebauung und Anlagen (Auswahl) Im Einzugsbereich des Blücherplatzes befanden sich bis zum Mai 1945: Hausnummer 3: Bezirksamt Kreuzberg (das historische Rathaus), auch Planufer 24a Hausnummer 3: eine Schäftefabrik (Betrieb zur Herstellung von Schuhschäften), eine Kaffeefiliale, ein Uhrmacher und eine Tabak-Zentrale; im Eigentum der Stadt Berlin Blücherstraße 1–4, 6: Mietwohnhäuser im Eigentum der Stadt Berlin Belle-Alliance-Straße 6: Finanzamt Hallesches Tor, in der ehemaligen Garde-Dragoner-Kaserne Belle-Alliance-Straße 104–107: Mietwohnhäuser im Eigentum der Stadt Berlin Belle-Alliance-Straße 107: Filiale („Dependance 90“) der Dresdner Bank Filialgebäude der Victoria-Versicherung Waterlooufer 1–9: Mietwohnhäuser im Privateigentum Gewerbegebäude
Erhalten bzw. neu gebaut/angelegt wurden (Stand September 2026): Hausnummer 1: Friedhof der Jerusalemer, Bethlehems- und Dreifaltigkeitsgemeinden Zossener Straße: Heilig-Kreuz-Kirche Die Hochbahnstation Hallesches Tor/BlücherplatzAnsichtskarte Hochbahn am Blücherplatz/Hallesches Tor, mit Waterloobrücke darunter, abgerufen am 24. August 2026. Blücherplatz 3 (ehemals Belle-Alliance-Straße 1–3), das ehemalige Kaufhaus Hermann Tietz (später Hertie Warenhaus) mit abgerundeter verglaster Ecke befindet sich im 21. Jahrhundert im Eigentum der POCO-Möbelkette. die Amerika-Gedenkbibliothek.
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Einzelnachweise
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