Max Abraham (geb. 27. April 1904 in Samter; gest. 23. Juni 1977 in London) war ein deutscher Rabbiner, Chasan und Religionslehrer. Als Häftling in frühen Konzentrationslagern verfasste er den Erlebnisbericht Juda verrecke und wurde aufgrund dessen aus dem Deutschen Reich ausgebürgert.

Leben Max Abraham wuchs in Posen sowie Berlin auf und erhielt eine religiöse Erziehung. Nach der Reifeprüfung ließ er sich in Würzburg zum Prediger ausbilden. Anschließend betreute er als Chasan und Lehrer zunächst in Vacha und Swinemünde Gemeinden, bis er 1929 nach Rathenow wechselte. Abraham war Mitglied der SPD und wurde als Gegner des Nationalsozialismus 1930 von einem SA-Mann überfallen.

Nach Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurde er im Juni 1933 durch SA-Angehörige kurz vor seiner beabsichtigten Emigration erneut angegriffen, konnte sich aber verteidigen. Die durch ihn herbeigerufene Polizei nahm ihn jedoch in Schutzhaft und „unterstellte ihm wahrheitswidrig einen tätlichen Angriff auf einen Nationalsozialisten“.Andrea Kaltofen: Die Häftlinge der Konzentrationslager im Emsland 1933–1936. In: Bernd Faulenbach, Dies. (Hrsg.): Hölle im Moor. Die Emslandlager 1933–1945. Wallstein, Göttingen 2017 (Schriftenreihe der Gedenkstätte Esterwegen; 1), ISBN 978-3-8353-3137-2, S. 42 Aus dem Gefängnis wurde er Ende Juni ins KZ Oranienburg eingeliefert, Anfang September ins KZ Börgermoor überstellt und von dort ins KZ Lichtenburg verbracht, wo er bis Ende Oktober 1933 inhaftiert war. Während der gesamten Haftdauer wurde er schwer misshandelt.

Nach seiner Entlassung wurde er im November 1933 vom Amtsgericht Rathenow zu einer halbjährigen Haftstrafe verurteilt, obwohl er im Juni 1933 das Überfallopfer war. Danach zog er zu seinem Bruder nach Berlin, heiratete im Frühjahr 1934 und setzte sich vor dem Haftantritt mit seiner Ehefrau in die Tschechoslowakei ab. Dort veröffentlichte er seinen Erlebnisbericht Juda verrecke: ein Rabbiner im Konzentrationslager und wurde deswegen 1935 aus dem Deutschen Reich ausgebürgert. Ab 1937 war er in Kutná Hora wieder als Chasan und Lehrer tätig. Nach der Zerschlagung der Tschechoslowakei emigrierte er über Frankreich nach England und lebte ab August 1939 in London. Dort ließ er sich zum Metallarbeiter ausbilden und war in der Rüstungsindustrie beschäftigt.

Nach Kriegsende führte er einen Metallwarenladen. Seine Frau und er wurden britische Staatsbürger und engagierten sich in der jüdischen Gemeinde.

Weblinks Arbeitsstelle Holocaustliteratur: Abraham, Max (1904-1977)

Einzelnachweise

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